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EU-Kommissarin Jourová warnt mit Blick auf Chemnitz vor Nationalismus

Angesichts der fremdenfeindlichen Aufmärsche in Chemnitz hat EU-Justizkommissarin Věra Jourová vor stärker werdendem Hass und Nationalismus gewarnt. Ausgrenzung, Diskriminierung und fehlender Respekt vor Minderheiten seien von den Rändern in die Mitte geschwappt und träfen nicht auf genügend Widerstand von Medien, Politikern und Meinungsführern, sagte Jourová am Dienstag in Wien. Als Beispiele nannte die Tschechin neben den Vorfällen in Chemnitz eine Sprache, die sich mehr und mehr gegen Muslime oder Roma richtet, sowie die ungarische Kampagne gegen US-Milliardär George Soros.

Politiker sollten sich in sprachlicher Zurückhaltung üben, forderte Jourová. „Wir Politiker werden gehört, unsere Meinungen beeinflussen die Gesellschaft.“ Medien müssten zudem eine Kultur des Dialogs schaffen, anstatt für Spaltung zu sorgen und Falschinformationen zu verbreiten.

Sozialministerin schlägt Aufstockung des Mindestlohns um 47 Euro vor

Arbeits- und Sozialministerin Jana Maláčová (Sozialdemokraten) wird dem Regierungskabinett binnen zwei Wochen einen Entwurf zur Aufstockung des Mindestlohns um 1200 Kronen (47 Euro) auf 13.400 Kronen (523 Euro) monatlich vorlegen. Dies teilte die Ministerin am Mittwoch mit. Sie wird den Vorschlag unterbreiten, auch wenn sich die Sozialpartner am Montag auf keinen Vorschlag einigen konnten.

Die Sozialministerin erklärte, es handele sich um einen Kompromiss zwischen den Forderungen der Gewerkschaften und der Arbeitgeber. Die Gewerkschaften möchten eine Erhöhung des Mindestlohns um 1500 Kronen (58,50 Euro) durchsetzen. Die Arbeitgeber befürworten eine Aufstockung um nur 800 Kronen (31 Euro).

Gericht verurteilt Klinikleiter wegen Bestechung zu neun Jahren Haft

Im Fall der Manipulierung der Aufträge im Prager Krankenhaus Na Homolce hat das Stadtgericht in Prag eine Haftstrafe von neun Jahren gegen den ehemaligen Klinikleiter Vladimír Dbalý verhängt. Zu Gefängnisstrafen von vier bis acht Jahren wurden auch weitere sechs Personen verurteilt, die zusammen mit Dbalý vor Gericht standen.

Der Anklage zufolge soll sich der Klinikleiter sich durch Bestechung um über 27 Millionen Kronen (über 1 Million Euro) bereichert haben. Der Arzt soll unter anderem einen Auftrag zur Digitalisierung der Patienten-Krankenakten und den Ankauf des Gamma-Knife-Geräts im Jahr 2009 manipuliert haben.

Tschechien weist Behauptungen des ukrainischen Politikers über Pässe für Bewohner Transkarpatiens zurück

Der Leiter der staatlichen Verwaltung der ukrainischen Region Transkarpatien, Hennadyi Moskal, hat am Dienstag gegenüber dem privaten ukrainischen TV-Sender „112 Ukraine“ gesagt, die Tschechische Republik denke daran, den ehemaligen Bewohnern der Tschechoslowakei in Transkarpatien die Möglichkeit zu bieten, die tschechische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Er erinnerte an das angebliche Vorhaben Tschechiens im Zusammenhang mit der Erteilung der ungarischen Staatsbürgerschaft den in Transkarpatien lebenden Ungarn. Das tschechische Außenministerium wies jedoch Moskals Behauptungen zurück. Die Sprecherin des Außenministeriums Michaela Lagronová erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, die Behauptungen des ukrainischen Regionalpolitikers seien Desinformationen. Sie erinnerte dabei auf die Erklärung des beim Innenministerium errichteten Zentrums gegen hybride Drohungen und Terrorismus.

Moskal machte darauf aufmerksam, dass die Region als Karpatenukraine bis 1939 Bestandteil der Tschechoslowakei war. Später wurde sie von Ungarn besetzt und nach dem Kriegsende der Sowjetunion angeschlossen. Moskal zufolge haben danach viele Bewohner Transkarpatiens tschechoslowakische oder ungarische Pässe behalten.

Filmfestival in Haifa zeichnet Jiří Menzel für Lebenswerk aus

Der tschechische Filmregisseur und Schauspieler Jiří Menzel wurde beim Filmfestival in Haifa für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Menzels Frau Olga nahm den Preis in Israel entgegen.

Auf dem Festival wurde am Montag der Film „Der Dolmetscher“ des slowakischen Regisseurs Martin Šulík gezeigt. Menzel verkörpert darin die Hauptrolle eines Juden, der nach dem Mörder seiner Eltern sucht. Die Slowakei bewirbt sich mit dem Streifen um den Oscar-Preis.

Ethnografin Eva Davidová im Alter von 85 Jahren gestorben

Im Alter von 85 Jahren ist Die Ethnografin und Soziologin Eva Davidová gestorben, die sich auf das Studium des Lebens und der Kultur der Roma in Tschechien und in der Slowakei konzentrierte. Über den Tod der Expertin informierte der Nachrichtenserver romea.cz am Mittwoch.

Davidová studiert Ethnografie und Kunstgeschichte an der Karlsuniversität in Prag. Mitte des 20. Jahrhunderets dokumentierte sie das Leben der Oláh-Roma in der Slowakei. 1976 zog Davidová nach Český Krumlov / Krumau um, wo sie im Museum und beim Denkmalschutzamt arbeitete. Sie hielt zudem Vorträge an der Südböhmischen Universität in České Budějovice / Budweis. Das Hauptwerk von Eva Davidová ist das Buch „Romano drom – Wege der Roma“, in dem sich sich mit den Änderungen in der Stellung der Roma-Minderheit beschäftigt.

Das Wetter am Donnerstag, 27. September

Am Donnerstag ist es in Tschechien überwiegend heiter, im Nordosten bewölkt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 18 bis 22 Grad Celsius, in Böhmen werden vereinzelt 24 Grad Celsius erreicht. In Lagen um 1000 Meter werden 16 Grad Celsius, im Nordosten 13 Grad Celsius erreicht.