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EU-Gipfel: Babiš enttäuscht von Debatte über Flüchtlingspolitik

Tschechien hat beim informellen EU-Gipfel Treffen in Salzburg die Pläne für ein Treffen der Mitgliedsstaaten mit afrikanischen Ländern unterstützt. Dies teilte Premier Andrej Babiš (Partei Ano) mit. Zugleich zeigte sich der tschechische Regierungschef enttäuscht von der Debatte über die Flüchtlingspolitik am Mittwochabend. Seinen Aussagen nach beharren einige EU-Länder auf der Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb Europas. Tschechien lehnt die Aufnahme von Migranten kategorisch ab.

Am Donnerstag wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs über den Schutz der EU-Außengrenzen beraten. Unter anderem soll die Grenzschutzagentur Frontex auf 10.000 Einsatzkräfte aufgestockt werden.

Senatoren fordern Babiš zur Aufnahme syrischer Kriegswaisen auf

Die Senatoren haben Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) zur Aufnahme von 50 syrischen Kriegswaisen aufgefordert. Auf den Aufruf von rund 40 Senatoren machte das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen am Donnerstag aufmerksam. In ihrer Erklärung ersuchten die Senatoren den Premier und die Regierung um eine schnelle Hilfe für die Kriegswaisen, die in überfüllten griechischen Flüchtlingslagern leben. Sie forderten Babiš und sein Regierungskabinett auf, entsprechende Maßnahmen zu treffen, damit die Tschechische Republik den Parlamentariern zufolge eines der Länder sein kann, das in der höchsten Not unverzüglich hilft. Den Aufruf unterzeichneten neben Senatspräsident Milan Štěch (Sozialdemokraten) auch die Vizevorsitzende des Senats Miluše Horská (parteilos), Petr Šilar (Christdemokraten), Jiří Dienstbier (Sozialdemokraten) sowie Lumír Aschenbrenner (Bürgerdemokraten).

Die Aufnahme von syrischen Kriegsweisen initiierte die christdemokratische Europaabgeordnete Michaela Šojdrová. Am Mittwoch gelang es der konservativen Oppositionspartei TOP 09 im Abgeordnetenhaus nicht, einen Beschluss über die Aufnahme der syrischen Kinder durchzusetzen.

Premier Babiš bezeichnete den Aufruf der Senatoren am Donnerstag als eine Fortsetzung einer absurden Causa. Šojdrová soll mit dem Regierungschef am Freitag zusammentreffen.

Präsident Zeman in Deutschland: Treffen mit Verheugen

Staatspräsident Miloš Zeman ist bei seinem Deutschland-Besuch mit SPD-Politiker Günter Verheugen zusammengekommen. Das Gespräch am Mittwochabend fand hinter verschlossenen Türen statt. Den Presseinformationen nach stand dabei die Zukunft der EU im Mittelpunkt. Beide Politiker kennen sich aus den Zeiten der Verhandlungen über einen tschechischen EU-Beitritt. Zeman war damals Premier seines Landes und Verheugen europäischer Kommissar für die EU-Erweiterung.

Am Donnerstag traf Zeman in Potsdam mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) zusammen. Thema des Gesprächs waren angeblich die ökonomische Zusammenarbeit und aktuelle Lage in Deutschland. Am Abend wird Zeman mit Vertretern deutscher Firmen sprechen, die in Tschechien investiert haben.

Während seines dreitägigen Aufenthalts wird der tschechische Präsident zudem am Freitag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen. Zeman gilt als einer der schärfsten Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik in Europa. Am selben Tag ist auch ein Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) geplant. Bei einem gemeinsamen Mittagessen wollen die beiden Staatsoberhäupter unter anderem über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Wirtschaftsbeziehungen diskutieren.

Konzert von Lisitsa in Prag von Protesten begleitet

Das Konzert der ukrainischen Pianistin Valentina Lisitsa beim Festival „Dvořáks Prag“ wurde am Mittwochabend von Protesten begleitet. Im Saal erntete die Klaviervirtuosin jedoch Beifall. Vor dem Prager Rudolfinum verteilten Mitglieder der Bürgerinitiative Kaputin den Besuchern vor dem Konzert Materialien, in denen sie über die Aktivitäten der Pianistin informierten, mit denen sie den russischen Präsident Putin angeblich unterstützt. Auch nach dem Konzert standen vor dem Konzertgebäude Aktivisten mit Transparenten und protestierten gegen die russische Teilnahme am Krieg in Syrien, die Okkupation der Krim und den Krieg in der Ostukraine.

Die Festivalveranstalter distanzierten sich von den Protesten.

Studie zu Lebensstandard: Tschechien auf Platz 26 in der Welt

Im Vergleich des Lebensstandards liegt Tschechien auf Platz 26 in der Welt. Dies ist vier Plätze schlechter als im vergangenen Jahr, wie aus der jährlichen Studie von Deloitte und der NGO Social Progress Imperative hervorgeht. Allerdings erzielte Tschechien eine etwas bessere Punktezahl als 2017. Von den neuen EU-Ländern schnitt nur Slowenien auf Platz 22 besser ab.

Den besten Lebensstandard genießen die Menschen in Norwegen, am schlechtesten gestellt sind die Einwohner der Zentralafrikanische Republik. Insgesamt wurden 146 Länder bewertet.

Fußball: Pilsen spielt unentschieden zum Auftakt der Champions League

Der Fußballverein Viktoria Pilsen hat zum Auftakt der Fußball-Champions-League 2:2 unentschieden gespielt gegen ZSKA Moskau. Die Westböhmen gaben dabei vor eigenem Publikum ihre Führung noch in den letzten Sekunden aus der Hand.

Die beiden Treffer für Plzeň / Pilsen erzielte Stürmer Michael Krmenčík schon in der ersten Hälfte. In der 49. Minute schoss Fjodor Tschalow den Anschlusstreffer. Als alle bereits an einen Sieg des tschechischen Vereins glaubten, erhielt Moskau einen Foulelfmeter zugesprochen. Diesen verwandelte Mittelfeldspieler Nikola Vlašić in der vierten Minute der Nachspielzeit.

Das Wetter am Freitag, 21. September

Am Freitag ist es in Tschechien meist heiter bis wolkig. Am Nachmittag und Abend kommt es bei stärkerer Bewölkung zu Schauern oder Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 25 bis 29 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 22 Grad Celsius erreicht.