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Tschechische Europaabgeordnete mehrheitlich enttäuscht von Junckers Rede

Die Rede von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker vor dem Europäischen Parlament in Strasbourg hat Polemik ausgelöst zwischen den Befürwortern einer stärker zentralisierten EU und ihren Skeptikern. Von den tschechischen Europaabgeordneten wurde das „Sticheln“ von Juncker an der „zögerlichen“ Haltung Tschechiens in der Migrationskrise zur Kenntnis genommen. Eine Reihe von ihnen äußerte sich enttäuscht vom Auftritt des Kommissionschefs.

Christdemokratin Michaela Šojdrová (KDU-ČSL) bemerkte indes eine „merkliche Verschiebung“ in Junckers Position. Er sei nicht mehr so radikal wie früher und stelle nun die Sicherheit an die erste Stelle der Agenda. Das heißt, die Staaten müssten sowohl ihre eigene Sicherheit als auch die gemeinsame europäische Solidarität in gleicher Weise wahrnehmen, sagte Šojdrová.

Nach Aussage von Jiří Pospíšil, Europaparlamentarier der konservativen Partei Top 09, habe ihn die Rede von Juncker nicht grundsätzlich enttäuscht. Aber seinen Vorschlag, ob die EU-Länder künftig zu wichtigen Fragen einstimmig oder mit einer qualifizierten Mehrheit entscheiden sollten, die Antwort darauf sollte man Wähler bei der nächsten Europawahl überlassen, meinte Pospíšil. Enttäuscht von Junckers Rede zeigten sich die Europaabgeordneten der Bürgerdemokraten (ODS). Anstelle für eine flexible, unterschiedlich schnelle und reformierte Union des 21. Jahrhunderts warb Juncker erneut für die längst verpuffte Vision einer zentralisierten Union, kritisierte Jan Zahradil.

Cyberexperte Šimandl wird neuer Leiter des Auslandsnachrichtendienstes

Der Cyberexperte Marek Šimandl wird neuer Leiter des zivilen Auslandsnachrichtendienstes (ÚZSI) in Tschechien. Die Regierung hat auf ihrer Sitzung am Mittwoch seine Ernennung beschlossen, wie Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) mitteitle. Šimandl soll am Freitag das Amt übernehmen.

Šimandl war bisher stellvertretender Leiter der Nationalen Behörde für Cybersicherheit. Er löst Jiří Šašek im Amt ab. Dieser war im Mai wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten im Wirtschaftsgebaren des Geheimdienstes beurlaubt worden.

Fünf Menschen in Ostrau nach Drogenkonsum vergiftet, ein Mann gestorben

Im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau haben sich fünf Menschen vergiftet, aller Wahrscheinlichkeit nach dem Gebrauch eines synthetischen Hanfderivats. Trotz ärztlicher Hilfe verstarb ein 32-jähriger Mann an seiner Vergiftung, die anderen vier Personen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Droge wurde wohl ebenso von einer sechsten Person genommen, bei der jedoch kein ärztlicher Eingriff erforderlich wurde, sagte ein regionaler Polizeisprecher.

Mittlerweile befürchtet die Polizei aber, dass die gefährliche Droge in Umlauf gebracht sein könnte, und dies in einer Stückzahl von mehreren Tausend Hanfsäckchen. Es sei nicht auszuschließen, dass dies geschehen sei, nachdem eine obdachlose Frau in einer Mülltonne fündig geworden sei. Sie habe aus der Tonne eine der sechs Schachteln entnommen, in denen 500 Beutel des Derivats verpackt gewesen sind, informierte der Polizeisprecher.

Nationalbank will Leitzins weiter erhöhen

Die Tschechische Nationalbank könnte bis Ende des Jahres noch zweimal die Leitzinssätze heraufsetzen. Das sagte Zentralbank-Gouverneur Jiří Rusnok am Mittwoch der Presseagentur Reuters. Demzufolge könnte es noch im September zur ersten Erhöhung kommen. Für Unternehmen oder Privatpersonen bedeutet dies eine weitere Verteuerung von Krediten und Hypotheken.

Zuletzt hat die Nationalbank den Leitzins im August erhöht, und zwar um 0,25 Prozentpunkte. Er liegt nun bei 1,25 Prozent. Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im August im Jahresvergleich um 2,5 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate liegt somit über dem Zwei-Prozent-Inflationsziel der Zentralbank.

Steuererklärung: pauschale Ausgaben werden nicht erhöht

Die pauschalen Ausgabenbeträge, die Gewerbetreibende in der Steuererklärung angeben können, werden nicht erhöht. Das Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch einen Vorschlag der oppositionellen Demokratischen Bürgerpartei ODS abgelehnt.

Demzufolge sollte das Limit von einer Million auf zwei Millionen Kronen (7800 Euro) pro Jahr angehoben werden. Die ODS wollte damit die Gewerbetreibenden von einem hohen administrativen Aufwand entlasten.

Petr Hájek ist Architekt des Jahres 2018

Petr Hájek ist am Dienstag in Prag zu Tschechiens Architekt des Jahres gekürt worden. Er erhält den Preis, der im Rahmen der Messe „For Arch“ verliehen wird, für seine außerordentlichen Leistungen in der Architektur in den zurückliegenden fünf Jahren.

Hájek vertritt die mittlere Generation tschechischer Architekten. Von seinen Arbeiten sind unter anderem der Umbau des Erzdiözese-Museums in Olomouc / Olmütz, das Bildungszentrum des Nationalparks Riesengebirge in Vrchlabí / Hohenelbe und die Erweiterung des Kunstzentrums DOX in Prag bekannt.

Das Wetter am Donnerstag: wolkig mit Schauer oder Regen, bis 28 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien heiter bis wolkig. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung allmählich zu, besonders im Nordwesten des Landes. Zu Tagesbeginn nur vereinzelt, später aber zunehmend Schauer oder Regen, örtlich auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 24 bis 28 Grad, im Westen und Nordwesten Böhmens indes nur bei 19 bis 23 Grad Celsius. In Höhenlagen über 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 19 Grad Celsius, im Erz- und Riesengebirge aber noch darunter. Es weht ein schwacher Wind aus Nord bis Nordost.