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Spannungen zwischen Conte und Babiš wegen Migration

Für Italien wäre es ein großer Erfolg, sollte Tschechien zumindest einen Migranten aus Afrika aufnehmen. Dies sagte Italiens Ministerpräsident Guiseppe Conte in einem Gespräch für das Tschechische Fernsehen am Montag. Die jüngste Umverteilung von 450 afrikanischen Migranten bezeichnete Conte als guten Schritt. In Richtung Tschechien meinte Conte, dass das Land nie wisse, wann es möglicherweise in dieselbe Lage wie Italien kommen könnte.

Tschechiens Premier Andrej Babiš lehnte in einem anschließenden Gespräch für den Sender die Forderungen Contes ab. Eine Umverteilung von nur einem Flüchtling wäre der Weg in die Hölle, so der Ano-Politiker. So würde man vielmehr die Schlepper unterstützen, die nur am Geschäft mit den Migranten interessiert seien. Babiš sicherte hingegen eine anderweitige Unterstützung Tschechiens in der Migrationskrise zu, beispielsweise durch mehr Mittel für die Grenzschutzagentur Frontex.

Babiš und Conte wollen sich demnächst zu Gesprächen über die europäische Migrationspolitik treffen.

Maláčová und Adam skeptisch gegenüber Geburtshäusern

Zu einer großen Reform in der Geburtsmedizin wird es vorerst wohl nicht kommen. Sowohl Sozialministerin Jana Maláčová (Sozialdemokraten) als auch Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos) haben sich vor der Regierungssitzung am Dienstag skeptisch zu sogenannten Geburtshäusern geäußert. Man wolle eher die Bedingungen in den Kliniken verbessern und diese menschlicher machen, so Maláčová vor Jorunalisten. Bei Geburtshäusern überwiege hingegen die Sorge um eine ausreichende Qualität der medizinischen Versorgung.

Oft wird kritisiert, dass das System der Geburtskliniken in Tschechien veraltet sei. Der Hebammenverband bemängelt seit langem eine ablehnende Haltung der Politik und Ärzteschaft gegenüber alternativen Geburtsmethoden.

Hamáček fordert mehr Geld für Polizisten und Feuerwehrleute

Im kommenden Jahr könnten sich Polizeibeamte und Feuerwehrleute über ein kräftiges Lohn-Plus freuen. Innenminister Jan Hamáček will sich bei den kommenden Haushaltsverhandlungen für eine Lohnsteigerung von insgesamt 1,45 Milliarden Kronen (57 Millionen Euro) für die beiden Berufsgruppen einsetzen. Dies sagte der Sozialdemokraten-Chef am Montag vor Journalisten.

Erhöht werden soll dabei einerseits der Grundlohn, andererseits der Risikozuschlag, so Hamáček. Die Löhne im öffentlichen Dienst sind eines der umstrittensten Themen der neuen Regierungskoalition aus Partei Ano und Sozialdemokraten.

Dresden und Povodí Labe erneuern Kooperationsvertrag

Dresden und der tschechische Wasserwirtschaftsbetrieb Povodí Labe wollen weiterhin beim Hochwasserschutz an der Elbe zusammenarbeiten. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert unterzeichnet dazu am Dienstag erneut einen Kooperationsvertrag mit Marián Šebesta, dem Generaldirektor des Staatsbetriebes Povodí Labe.

Seit Januar 2014 übermittelt Povodí Labe hydrologische Informationen vor und während Hochwassersituationen im tschechischen Elbe-Einzugsgebiet direkt an die Landeshauptstadt Dresden.

Chodenfest lockt Zehntausende Besucher ins westböhmische Domažlice

Im westböhmischen Domažlice / Taus werden mehr als 80 000 Besucher zu einem der größten Folklorefestivals Tschechiens erwartet. Vom 10. bis 12. August zeigen insgesamt rund 600 Mitglieder von Tanz- und Musikgruppen ihr Können auf fünf Bühnen, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Das sogenannte Chodenfest hatte ursprünglich einen religiösen Hintergrund und fiel auf den Namenstag des Heiligen Laurentius. Die Region an der Grenze zur Oberpfalz ist in Tschechien bekannt für ihre Dudelsackmusik.

Der katholische Erzbischof von Prag, Dominik Duka, wird am 11. August in Domažlice einen Gottesdienst unter freiem Himmel abhalten. Die Choden waren ein bäuerlicher Volksstamm, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Während der nationalen Wiedergeburt der Tschechen im 19. Jahrhundert wurden sie von Künstlern oftmals als slawische Grenzwächter gegenüber den Germanen dargestellt. Allerdings gab es nach Darstellung von Ethnologen auch deutschsprachige Chodendörfer.

Fußball: Pilsen hält Kontakt zu Slavia und Sparta Prag

Mit einem 1:0-Heimsieg des Meisters Viktoria Pilsen über Slovan Liberec ist am Montag der zweite Spieltag der ersten tschechischen Fußball-Liga beendet worden. Das goldene Tor schoss Angreifer Michael Krmenčík nach einer Stunde Spielzeit. Durch diesen Erfolg hat der Titelverteidiger Kontakt gehalten zu seinen zwei größten Rivalen, den Hauptstadtclubs Slavia und Sparta Prag. Alle drei Teams sind nach jeweils 180 Spielminuten noch verlustpunktfrei, genauso wie der Tabellenvierte aus Zlín. Tabellenführer ist Slavia Prag dank des besseren Torverhältnisses (7:0) gegenüber Plzeň / Pilsen und Sparta (je 4:1 Tore).

Im unteren Teil der Tabelle trifft man hingegen auf gleich fünf Mannschaften, die noch keinen Punkt auf dem Konto haben. Darunter sind neben Aufsteiger SFC Opava überraschend auch Pokalfinalist FK Jablonec und Halbfinalist FK Mladá Boleslav.

Das Wetter am Mittwoch: sommerlich heiß, kaum Wind, bis 36 Grad

In Tschechien setzt sich die Hitzewelle fort. Am Mittwoch ist es erneut wolkenlos bis heiter und sommerlich heiß. Am Nachmittag ist nur vorübergehend eine Zunahme an Bewölkung zu registrieren, vereinzelt kommt es zu Schauern oder Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 32 bis 36 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 27 Grad Celsius. Es weht ein schwacher Wind aus unterschiedlichen Richtungen.