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Historisches Gebäude im Prager Zentrum eingestürzt – bislang drei Verletzte

Mindestens fünf Menschen sind beim Einsturz von Teilen eines historischen Gebäudes im Zentrum von Prag verletzt worden. Drei von ihnen wurden mittlerweile von Spezialtrupps aus dem Schutt befreit, sie wurden mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Besonders ernst ist die Lage bei einem der Verletzten, er ist von Ärzten in ein künstliches Koma versetzt worden. Die Verletzungen der beiden anderen Verschütteten wurden als mittelschwer eingestuft, sagte eine Sprecherin der Rettungsdienste am Dienstagvormittag. Die Spezialtrupps sind mit Hunden immer noch auf der Suche nach möglichen weiteren Verschütteten, es könnten zwei bis vier sein, ergänzte die Sprecherin.

Das Unglück ereignete sich gegen zehn Uhr vormittags in einer kleinen Straße nahe dem Boulevard Národní třída (Nationalstraße). Details zur Unglücksursache sind bisher noch nicht bekannt.

Povodí Moravy registriert Wasserknappheit bei einem Drittel der mährischen Flüsse

In Tschechien ist man weiterhin besorgt über die relativ unentwegte Trockenheit. Wie die Wasserverwaltung in Mähren (Povodí Moravy) am Dienstag bekanntgab, ist bereits ein Drittel der 200 Stellen, an denen der Wasserdurchfluss der regionalen Flüsse gemessen wird, unter die Marke für Trockenheit gerutscht. Die Durchflüsse lagen mehrheitlich bei 10 bis 45 Prozent des Normalwertes für den Monat Juli, sagte ein Sprecher des Staatsbetriebes. Noch im Mai war das Erreichen der Trockenheitsmarke nur bei zehn Prozent der Flüsse und Bäche registriert worden.

Bei den meisten Wasserläufen drohe keine Austrocknung. Bei kleineren Wasserläufen werde dieser Stand in einer Dürreperiode aber schon verzeichnet, erklärte der Sprecher.

Tschechien und Deutschland wollen Vertrag über neue Bahntrasse schließen

Tschechien und Deutschland wollen einen gewichtigen Vertrag über die geplante Hochgeschwindigkeitsbahntrasse zwischen Prag und Dresden abschließen. Dieser Vertrag wird aller Voraussicht nach bis Ende nächsten Jahres von beiden Seiten unterschrieben und ratifiziert werden, sagte der tschechische Verkehrsminister Dan Ťok (parteilos) am Dienstag in Berlin. Dort hat er mit seinem deutschen Amtskollegen Andreas Scheuer (CSU) Gespräche über die Modernisierung der Bahn- und Straßenverbindungen zwischen beiden Ländern, aber ebenso über die in Deutschland geplante Pkw-Maut geführt.

Laut Ťok könnte der Baubeginn für die Hochgeschwindigkeitsstrecke durch das Erzgebirge schon vor dem Jahr 2030 erfolgen, also früher als bislang vorgesehen. Um das ambitionierte Projekt umsetzen zu können, müsse der bilaterale Vertrag auch von den Parlamenten beider Länder – dem Abgeordnetenhaus und Senat in Tschechien sowie dem deutschen Bundestag – ratifiziert werden. Ersten Schätzungen zufolge wird der Bau der Bahnverbindung um die fünf Milliarden Euro kosten. Nach ihrer Fertigstellung soll die Trasse eine Reisezeit von nur einer Stunde zwischen Prag und Dresden ermöglichen.

Zu der von Deutschland für 2019 oder 2020 geplanten Einführung einer Pkw-Maut hat Ťok keine Einwände. Er quittierte das Vorhaben des Nachbarlandes lediglich mit einer Frage: „Ehrlich gesagt, jedes Land hat eine Autobahngebühr, warum sollte dies also irgendein grundlegendes Problem sein?“

Arbeitsminister unter Plagiatsverdacht bei Bachelorarbeit

Ein weiteres Regierungsmitglied ist unter Plagiatsverdacht geraten. So sollen Teile der Bachelorarbeit von Arbeits- und Sozialminister Petr Krčál (Sozialdemokraten) wortgleich sein mit einer früher veröffentlichen Bachelorarbeit. Darauf wies der Nachrichtenserver Seznamzpravy.cz hin. Vergangene Woche war Justizministerin Taťána Malá zurückgetreten, nachdem sie bei ihrer Diplomarbeit unter Plagiatsverdacht geraten war.

In einer Reaktion sagte Krčál, er könne sich die Übereinstimmung nicht erklären. Er habe seine Arbeit ehrlich verfasst. Der Minister hatte im Mai 2007 seinen Bachelor am Institut für interdisziplinäre Studien an der Tomáš-Baťa-Universität im mährischen Zlín gemacht.

Tschechen vertrauen am meisten Lokalpolitikern und Präsident Zeman

Die Tschechen vertrauen weiter an meisten den Lokalpolitikern sowie Staatspräsident Miloš Zeman. Dies geht aus der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM hervor. Demnach werden allgemein Bürgermeister und Gemeindevertretungen zu über 60 Prozent positiv bewertet. Bei Präsident Zeman waren es 51 Prozent.

Am unteren Ende der Skala liegt hingegen weiterhin das tschechische Abgeordnetenhaus. Nur 28 Prozent der Befragten sagten, sie würden dem Unterhaus des Parlaments vertrauen. Leicht besser schnitten der Senat mit 31 Prozent sowie die Regierung mit 34 Prozent ab.

Freispruch für angebliche Mörder des vermissten Unternehmers Říha

Das Kreisgericht in Liberec / Reichenberg hat am Dienstag drei Männer von der Schuld freigesprochen, vor 15 Jahren den Unternehmer Martin Říha umgebracht zu haben. Říha ist im Januar 2004 wegen Veruntreuung von Genossenschaftsgeldern rechtskräftig zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Doch schon vor dem Prozess wurde er als vermisst gemeldet und gehörte lange Zeit zu den am meisten gesuchten Tschechen bei Interpol.

Den drei Angeklagten wurde vorgeworfen, Říha nach seiner Haftentlassung im April 2003 verschleppt und ermordet zu haben. Říhas Leiche wurde indes bis heute nicht gefunden. Daher ist man auch dem Verdacht nachgegangen, dass der Prager Unternehmer sich ins Ausland abgesetzt haben könnte. Die Staatsanwaltschaft aber blieb bei ihrer Anklage und forderte für die drei vermutlichen Täter eine Freiheitsstrafe von je 13 Jahren. Aus Mangel an Beweisen wurden die Angeklagten nun freigesprochen. Ein vierter Mann im Bunde, der wegen Diebstahls angeklagt wurde, war bei der Verkündung des Urteils am Dienstag nicht zugegen.

Das Wetter am Mittwoch: heiter bis bedeckt, Schauer, Regen und Wind, bis 28 Grad

Am Mittwoch ist das Wetter in Tschechien zweigeteilt: In der südwestlichen Hälfte des Landes ist es größtenteils heiter, im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung zu und vereinzelt kommt es zu Schauern. Im Nordosten ist es dagegen wolkig bis bedeckt, hier wird es wiederholt regnen oder schauern. Ab und zu treten auch Gewitter auf.

Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 23 bis 28 Grad, im Nordosten sind es jedoch nur 18 bis 23 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 18 Grad, im Norden und Nordosten aber lediglich bei 14 Grad Celsius. Es weht ein frischer Wind mit Windspitzen von 20 Meter pro Sekunde (bis 70 km/h). Erst am Abend lässt der Wind nach, vor allem in der Westhälfte des Landes.