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OECD fordert von Tschechien mehr Anstrengungen in der Klimapolitik

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fordert in ihrem neuesten Bericht von Tschechien größere Anstrengungen für das Erreichen der Klimaziele. So sollte die Energiepolitik hierzulande besser mit der Klimapolitik abgestimmt und Energie so besteuert werden, dass ein sinnvoller Preis für Kohle entstehe. Dies sagte der OECD-Generalsekretär Ángel Gurría am Montag in Prag bei der Vorstellung der Analyse.

Zudem empfiehlt die OECD Änderungen im tschechischen Gesundheitssystem, vor allem eine stärkere Einbindung des privaten Sektors. In seinem wirtschaftlichen Teil prognostiziert der Bericht für dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes hierzulande von 3,8 Prozent. Kommendes Jahr sollen es 3,2 Prozent sein.

Tschechischer Botschafter verzichtet auf Grußwort bei Treffen mit Sudetendeutschen

Der tschechische Botschafter in Berlin, Tomáš Jan Podivínský, hat bei einer Feierstunde der Sudetendeutschen in Würzburg am Sonntag auf sein geplantes Grußwort verzichtet. Grund dafür seien die jüngsten Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Vertreibung gewesen, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete. Die CDU-Politikerin hatte bei einer Veranstaltung Mitte Juni gesagt, dass es für die Vertreibung von Deutschen aus den Ländern Mittel- und Osteuropas nach dem Zweiten Weltkrieg weder eine moralische noch eine politische Rechtfertigung gegeben habe.

Die Aussagen Merkels wurden in Tschechien scharf kritisiert. Botschafter Podivinský sagte gegenüber dem BR, die Beziehungen zwischen Prag und Berlin seien dennoch sehr gut.

Söder: Bayerns Polizei darf an Grenze tätig werden

Die bayerische Landesregierung und der Bund haben sich auf die künftige Zusammenarbeit von Bundes- und Landespolizei bei der Grenzüberwachung zu Österreich und Tschechien geeinigt. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder am Samstag bei einem Bezirksparteitag des Oberpfälzer CSU-Bezirksverbands in Amberg.

Die Bundespolizei soll federführend bleiben. In der vergangenen Woche hatte es in Medienberichte geheißen, das Bundesinnenministerium wolle der von Söder wiedergegründeten bayerischen Grenzpolizei keine Kontrollen erlauben. Seehofer und Herrmann hatten dem widersprochen und eine baldige Einigung angekündigt. Der rechtliche Hintergrund: Die Überwachung der deutschen Außengrenze ist eine hoheitliche Aufgabe, für die der Bund zuständig ist.

Haushalt: Sozialdemokraten fordern mehr Lohn im öffentlichen Dienst

Die Sozialdemokraten setzen sich für einen Lohnanstieg von zehn Prozent im öffentlichen Dienst ein. Das Ministerium für Arbeit und Soziales will dafür bei den kommenden Haushaltsverhandlungen rund 4,5 Milliarden Kronen (174 Millionen Euro) herausschlagen, wie ein Ressortsprecher bestätigte. Die Sozialdemokraten würden damit größtenteils Forderungen der Gewerkschaften umsetzen.

Konkrete Gespräche mit Ano-Finanzministerin Alena Schillerová sollen noch am Montag stattfinden. Dabei könnte es zudem um eine Aufstockung des Elterngeldes gehen. Abgesehen vom Ministerium für Arbeit und Soziales haben das sozialdemokratisch geleitete Außen-, Innen- und Kulturministerium höhere finanzielle Ansprüche angekündigt. Die Verhandlungen um den Staatshaushalt für kommendes Jahr sollen Anfang August starten.

Nachrichtendienstaffäre: Jana Nečasová geht in Berufung

Die frühere Kabinettschefin von Ex-Premier Nečas, Jana Nečasová, ist im Fall um den möglichen Missbrauch des Militär-Nachrichtendiensts in Berufung gegangen. Die heutige Ehefrau des damaligen Regierungschefs war im vergangenen November zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Außerdem wurde Nečasová für fünf Jahre verboten, eine leitende Stellung im öffentlichen Dienst anzunehmen.

Laut ihrem Anwalt besteht Jana Nečasová weiter auf ihrer Unschuld in dem Fall. Dem Urteil des Amtsgerichts für den ersten Prager Stadtbezirk nach soll die Ex-Kabinettschefin im Jahr 2012 illegalerweise Beamten des Nachrichtendienstes aufgetragen haben, die Ehefrau von Premier Petr Nečas zu beobachten.

Regisseur Petr Weigel gestorben

Der Regisseur Petr Weigl ist tot. Der Filmemacher starb im Alter von 79 Jahren, wie das Nachrichtenportal idnes.cz am Sonntag berichtete. Weigl wurde vor allem durch seine Verfilmungen von Opern bekannt, besonders gefeiert wurde sein Streifen „Radúz a Mahulena“ mit Magda Vášáryová und Jan Tříska aus dem Jahr 1970.

Weigl galt als Meister des tschechoslowakischen Musikfilms. Daneben inszenierte er vor allem in den 1960er und 1970er Jahren zahlreiche Opern und Ballette unter anderem in München, Berlin und Paris.

Tiger und Löwe aus Zoo in Ostböhmen entlaufen

Zwei Tiger und ein Löwe sind am Montagvormittag aus ihrem Gehege in einem Zoo in der ostböhmischen Gemeinde Klamoš / Glattmoos entlaufen. Nach mehreren Stunden konnten die Raubkatzen eingefangen werden, sie hatten das Zoogelände noch nicht verlassen. Herbeigerufene Tierärzte betäubten die Tiger und den Löwen gleichzeitig. Zuvor hatten acht Polizeistreifen, ein Sondereinsatzkommando und ein Hubschrauber das Gelände gesichert. Für die angrenzende Gemeinde war aus Sicherheitsgründen eine Ausgangssperre verhängt worden.

Laut den Betreibern des Zoos „Biopark Štít“ waren die Raubkatzen nur vorübergehend bei ihnen untergebracht. Sie sollen von einem Zirkus in Berlin, der keine Verwendung mehr für sie hatte, vor drei Monaten nach Tschechien gekommen sein. Derzeit werde der Transport der Tiere in einen Zoo in Istanbul vorbereitet, hieß es.

Das Wetter am Dienstag, 17. Juli

Am Dienstag ist es in Tschechien meist heiter bis wolkig, mit vereinzelt Schauern. Im Nordosten und Südwesten des Landes können zwischenzeitlich die Wolken auch dichter sein und die Niederschläge häufiger. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 25 bis 29 Grad Celsius.