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Babiš bestreitet Behauptung über Rücknahme von Migranten aus Deutschland

Der tschechische Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) widersprach einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa), wonach Tschechien zu den Staaten gehöre, die in Deutschland gestrandete Flüchtlinge wieder aufnehmen, falls sie zuvor in dem jeweiligen Land registriert wurden. Die dpa-Nachricht bezog sich auf einen Brief von Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Spitzenpolitiker der christdemokratischen Koalitionspartner, die CSU und die SPD. Darin habe Merkel geschrieben, dass sie von 14 Ländern das Versprechen erhalten habe, auf Basis von Vereinbarungen über die beschleunigte Rückkehr von Migranten, diese Flüchtlinge von Deutschland zu übernehmen. In einer daraufhin abgegebenen Erklärung versicherte Premier Babiš, dass es mit Deutschland keine Verhandlungen in dieser Sache gegeben habe und dass sich die tschechische Regierung einem solchen Abkommen auch nicht anschließen werde. „Diese aufschreckenden Meldungen halte ich für völlig unsinnig. Wir planen keine Verhandlungen. Es gibt keinen Grund dafür. Wir lehnen dies grundsätzlich ab ", heißt es in der Erklärung des tschechischen Regierungschefs.

280 Umweltaktivisten nach Protest in Grube Bílina der Ordnungsverletzung verdächtigt

Mit einer massiven Protestaktion haben Umweltaktivisten am Samstag die Kohleförderung in der Grube Bílina bei Most / Brüx in Nordböhmen für einige Zeit unterbrochen. Bereits in den frühen Morgenstunden sind 16 Aktivisten bis auf die Spitze des großen Kohlebaggers geklettert und haben sich dort angegurtet. Ab diesem Zeitpunkt standen die Förderbänder still, die Nordböhmischen Gruben haben den Betrieb erst nach zwölf Stunden später fortgesetzt. Die Aktivisten auf dem Bagger verließen diesen nach 15 Stunden.

Organisator der Aktion war die Bürgerbewegung Limity, die in einer Erklärung mitteilte, dass sie die Kohleförderung als schädlich einstuft im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Ihrem Protest haben sich Dutzende Umweltfreunde aus anderen Ländern angeschlossen, ein Großteil von ihnen kam aus Deutschland und Großbritannien.

Gegen die Teilnehmer der Aktion ermittelt inzwischen die Polizei. Insgesamt 130 Personen stehen im Verdacht, die öffentliche Ordnung verletzt und den Aufruf der Polizei zum Verlassen des Grubengeländes missachtet zu haben. Weitere 150 Personen werden verdächtigt, den Aufruf der Polizei missachtet zu haben und unbefugt in den Tagebau eingedrungen zu sein. Dadurch hätten sie den Förderbetrieb unterbrochen und den Arbeitsschutz verletzt, heißt es.

Ursprünglich wollten die Aktivisten ihren Protest am Sonntag fortsetzen. Zum Betreiber kam allerdings nur der Organisator, um mitzuteilen, dass die Teilnehmers des Camps schon kein Interesse mehr daran hätten, sagte der Sprecher der Nordböhmischen Gruben, Lukáš Kopecký. Am Sonntagmittag blieben noch zehn Aktivisten in Gewahrsam der Sicherheitsorgane, alle anderen hat die Polizei freigelassen.

Polizei ermittelt im Prager Klinik-Fall gegen neun Personen wegen Manipulation von Aufträgen

In der Causa um angebliche Manipulation von Aufträgen in zwei Prager Krankenhäusern ermittelt die Polizei gegen vier weitere Personen und eine juristische Person. Insgesamt sind in diesem Fall neun Personen angeklagt, für zwei von ihnen wird die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe fordern. Das sagte die Prager Oberstaatsanwältin Lenka Bradáčová am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK. Diese Personen werden beschuldigt, sich bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, bei öffentlichen Ausschreibungen sowie einer öffentlichen Versteigerung Vorteile erschlichen zu haben. Ihnen werden gleichermaßen Bestechung und Bestechlichkeit vorgeworfen, heißt es.

Bereits am Donnerstag hatte Bradáčová darüber informiert, dass die Polizei gegen fünf Personen und ein Unternehmen wegen Korruption, Erpressung und unzulässige Vorteilsnahme bei der Vergabe eines öffentlichen Auftrags ermittelt. Der Fall betrifft Beschaffungsverfahren für die Erbringung von Dienstleistungen für das Krankenhaus Na Františku und das Krankenhaus Na Bulovce in Prag. Unter den Straftatverdächtigen ist auch der Direktor der erstgenannten Klinik, Robert Zelenák.

Sokol-Verein eröffnet sein 16. Turnfest mit Umzug durch Prager Zentrum

Tausende Mitglieder des traditionsreichen Sokol-Turnvereins aus Tschechien und dem Ausland sind am Sonntag durch die Prager Innenstadt marschiert. Mit einem fröhlichen Umzug haben sie das 16. Turnfest ihrer Organisation offiziell eröffnet. Auf dem Weg wurden sie von mehreren Kapellen und Fanfarenzügen begleitet, die dem bunten Treiben im Zentrum der Moldaustadt auch eine musikalische Note gaben. Das große Turnfest dauert sechs Tage und steht ebenso im Zeichen des 100. Jahrestages seit der Gründung der Tschechoslowakei.

Laut Information der Organisatoren nahmen an dem Umzug bis zu 13.000 Menschen teil. An der Spitze des Zuges marschierten Sokol-Sportler aus dem Ausland, zum Beispiel aus der Slowakei, der Schweiz und Serbien, aber auch aus Dänemark, Australien oder den USA. Sie grüßten die Zuschauer mit ihrem tschechischen Gruß „Nazdar“! (Hallo oder Servus), sangen Volkslieder oder winkten den Leuten zu.

Motorradsport: Tscheche Kornfeil wird Fünfter beim Grand Prix in Assen

Am achten Renntag der Weltmeistermeisterschaft im Motorradrennsport, dem Großen Preis der Niederlande in Assen, belegte der Tscheche Jakub Kornfeil am Sonntag einen sehr guten fünften Platz in der Klasse Moto3. Das ist seine bisher beste Platzierung im diesjährigen WM-Geschehen. Dabei durfte er aufgrund einer Strafe wegen zu langsamen Fahrens im Training nur von der 23. Startposition ins Rennen gehen. Den WM-Lauf in der kleinsten Motorradklasse gewann der Spanier Jorge Martin.

Kornfeils bestes Ergebnis im laufenden WM-Jahr war zuvor der sechste Rang in Frankreich gewesen. Bislang erreichte er fünf Top-10-Platzierungen und punktete insgesamt sieben Mal. In der Gesamtwertung liegt der Tscheche nach 8 von 19 Rennen mit 52 Punkten auf dem achten Platz.

Leichtathletik: Mittelstreckler Holuša verbessert Landesrekord über 1500 Meter

Leichtathlet Jakub Holuša hat beim Meeting der Diamond League am Samstag in Paris einen neuen tschechischen Rekord über 1500 Meter aufgestellt. Mit der Zeit von 3:32,85 Minuten verbesserte der 30-jährige Athlet von Dukla Prag seine bisherige Bestzeit aus dem vergangenen Jahr um 51 Hundertstel.

Nach längeren gesundheitlichen Problemen startete Holuša erst Anfang Juni in die Freiluftsaison. Beim Prager Odložil-Memorial erfüllte er mit der Zeit von 3:36,98 Minuten die Qualifikationsnorm für die EM in Berlin. Sein neuer Landesrekord reichte in dem schnellen Rennen von Paris allerdings nur zum fünften Platz. Es gewann der Kenianer Timothy Cheruiyot in der tollen Zeit von 3:29,31 Minuten.

Das Wetter am Montag: heiter, örtlich bewölkt, bis 23 Grad

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend heiter bis nahezu wolkenlos. Im Norden und Nordosten des Landes ist es vorübergehend auch bewölkt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 19 bis 23 Grad. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 15 Grad Celsius erreicht. Es weht ein schwacher Nordwind, der dann im Tagesverlauf aus wechselnden Richtungen kommt.