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Extremisten störten Theateraufführung in Brünn

Eine Gruppe von Protestierenden hat am Samstagabend eine Inszenierung des kroatischen Regisseurs Oliver Frljić im mährischen Brno / Brünn gestürmt. Nach dem Beginn des kontroversen Theaterstücks „Unsere Gewalt und eure Gewalt“ besetzten rund 30 Mitglieder der Bewegung „Slušní lidé“ (Anständige Leute) die Bühne und hinderten die Schauspieler daran weiter zu spielen. Vom Innenministerium wurden die „Anständigen Leute“ als Extremisten eingestuft. Erst nach dem Einschreiten der Polizei konnte die Aufführung fortgesetzt werden. Gegen die Inszenierung haben bereits zuvor auch christliche Aktivisten protestiert, weil in einer Szene Jesus eine Muslimin vergewaltigt.

Das Thema des Stücks ist unter anderem die Beziehung des Westens zu den Nahostländern. In Brünn wurde das Schauspiel vom Slowenischen Jugendtheater aus Ljubljana im Rahmen des internationalen Festivals „Divadelní svět“ (Welt des Theaters) aufgeführt.

Theaterdirektor hält Zwischenfall vom Samstag für Warnsignal

Der Direktor des Nationaltheaters Brno, Martin Glaser, bezeichnete den Zwischenfall vom Samstag, bei dem eine Gruppe von Protestierenden die Inszenierung des Stücks „Unsere Gewalt und eure Gewalt“ stürmte, als ein Warnsignal für die gesellschaftliche Entwicklung. Glaser sagte, es erinnerte ihn an Szenen aus den Filmen über den Machtantritt der Nationalsozialisten. Die Bemühungen, Kunst zu verbieten, seien immer gefährlich, erklärte Glaser am Sonntag im Gespräch für Nachrichtenagentur ČTK. Die Schauspieler sind laut Glaser auf Proteste auch aus anderen Städten, wo sie gastiert haben, gewöhnt. Er sei jedoch davon überzeugt, dass die Polizei in Brünn allzu langsam reagiert habe, so der Theaterdirektor.

Der Politologe Miroslav Mareš sagte am Sonntag, die Bewegung „Anständige Leute“ könne als Rechtsradikale eingestuft werden. Sie sei aber noch nicht ideologisch fest verankert, so der Experte. Die Bewegung hat vor in den Kommunalwahlen zu kandidieren.

Bürgerdemokratenchef: Babiš trägt Verantwortung für die längste politische Krise seit 1989

Der Vorsitzende der Demokratischen Bürgerpartei Petr Fiala hat erklärt, dass Tschechien die tiefste und längste politische Krise seit 1989 erlebt. Das sagte der Parteichef am Sonntag im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen. Die größte Verantwortung für die Krise trage der Ano-Parteichef und geschäftsführende Premier Andrej Babiš, so Fiala.

Der Bürgerdemokrat warf Babiš vor, dass er an keinen politischen Debatten teilnimmt und der politischen Opposition nie begegnet. Schuld an der Krise hat Fiala zufolge auch Staatspräsident Zeman, der der Ano-Partei empfahl, nach keiner Mehrheit im Abgeordnetenhaus zu suchen, weil Babiš sowieso Premierminister sein wird.

Vizepremier: Ano-Partei hat keinen Plan B

Die Ano-Partei bereitet keinen Plan B für den Fall vor, dass das Referendum innerhalb der sozialdemokratischen Partei über die Teilnahme an einer gemeinsamen Regierung nicht positiv enden würde. Falls es dazu kommen würde, müsste die Ano-Partei darüber verhandeln. Das sagte der Vizevorsitzende der Ano-Partei und geschäftsführende Vizepremier Richard Brabec am Sonntag im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen.

Bis Mitte Juni stimmen die Sozialdemokraten darüber ab, ob die Partei ein Minderheitskabinett mit der Ano-Partei zusammenstellen soll, das von den Kommunisten unterstützt wird.

Filmemacher fordern Parlamentarier zu Protesten gegen Inhaftierung von Senzow auf

Der Verband tschechischer Regisseure, Drehbuchautoren und Dramaturgen (ARAS) verlangt, dass die Parlamentarier gegen die Inhaftierung des ukrainischen Filmregisseurs Oleg Senzow protestieren. Die Filmemacher fordern die Abgeordneten und Senatoren auf, ihren Protest dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin und Premierminister Dmitri Medwedew zu schicken. Dies teilten die Vertreter des Verbandes am Sonntag in einem Schreiben mit, das sie der Nachrichtenagentur ČTK zur Verfügung stellten. Senzow lehnte die Annexion der Krim ab. In Russland wurde er zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit zwei Wochen hält Senzow im Gefängnis in Sibirien einen Hungerstreik, um die Freilassung aller ukrainischen politischen Gefangenen zu erwirken.

Der Verband erinnerte daran, dass die Informationen über die Ermittlungen und den Gerichtsprozess gegen Senzow belegen, dass die Zeugen unter Druck und nach Folterungen ausgesagt haben. Die tschechischen Filmemacher haben Angst um die Gesundheit des Regisseurs. Senzows Freilassung fordern auch weitere europäische Filmregisseure. Den Aufruf initiierten die polnische Filmeregisseurin Agnieszka Holland und der deutsche Filmregisseur Wim Wenders. Zur Freilassung von Senzow forderten zuvor einige ausländische Filmverbände und viele renommierte Künstler auf, darunter Meryl Streep und Johnny Depp.

Kanu-Weltcup: Fuksa und Dostál siegen in Duisburg über 500 Meter

Die tschechischen Kanuten Martin Fuksa und Josef Dostál haben am Sonntag beim Weltcup in Duisburg über 500 Meter gesiegt. Fuksa gewann im Canadier-Einer, Dostál im Kajak-Einer.

Fuksa siegte am Samstag in Duisburg im Canadier-Einer auch auf der 1000 Meter-Strecke und verbesserte die Weltbestzeit um mehr als eine Sekunde.

Das Wetter am Montag, 28. Mai

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend heiter, am Nachmittag insbesondere in höheren Lagen vereinzelt mit Schauern und Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 26 bis 32 Grad Celsius.