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Zeman will Babiš in jedem Fall noch einmal zum Premier ernennen

Staatspräsident Miloš Zeman will Ano-Chef Andrej Babiš auch dann ein zweites Mal zum Premier ernennen, wenn das Mitgliedervotum beim möglichen Koalitionspartner Sozialdemokraten fehlschlägt. Dies sagte das tschechische Staatsoberhaupt am Mittwoch bei einem Wirtschaftsforum in Prag. Vorgezogene Neuwahlen schloss Zeman hingegen aus. Stattdessen sprach er sich für eine alternative Koalition aus Ano, der Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ sowie Kommunisten aus.

Anfang Mai hatten sich die Parteiführungen von Ano und Sozialdemokraten auf eine Minderheitskoalition geeinigt. Diese soll mithilfe der Kommunisten bei der obligatorischen Vertrauensabstimmung im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit erhalten. Die Sozialdemokraten lassen jedoch derzeit die Basis entscheiden, ob sie überhaupt zusammen mit der Ano regieren sollen.

Tschechien erfüllt nicht Kriterien zu Euro-Einführung

Tschechien erfüllt derzeit nicht die Kriterien zur Einführung des Euro. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission hervor. Brüssel hat insgesamt sieben Länder bewertet, die langfristig zur Annahme der Gemeinschaftswährung verpflichtet sind. Im Falle Tschechiens wurde die geforderte Preis- und Wechselkursstabilität nicht erreicht.

Wie der geschäftsführende tschechische Premier Andrej Babiš (Partei Ano) vor kurzem sagte, plant seine Regierung derzeit nicht, die Krone durch den Euro zu ersetzen. Von der Kommission beurteilt wurden noch Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweden und Ungarn.

Kommunal- und Senatswahlen finden 5./6. Oktober statt

Die Kommunalwahlen und die erste Runde der Senatswahlen in Tschechien finden am 5. und 6. Oktober statt. Dies hat Staatspräsident Miloš Zeman am Mittwoch entschieden. Das Datum muss noch von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) bestätigt werden.

Die Tschechen wählen traditionell am Freitag und Samstag. Bei den Wahlen zum Senat werden ein Drittel der Sitze neubestimmt. Da das Mehrheitswahlrecht gilt, wird eine zweite Runde abgehalten, wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat.

Rechtsstreit um Peroutka geht in neue Runde

Der Rechtsstreit um die Bewertung des Journalisten Ferdinand Peroutka geht in die nächste Runde. Am Dienstag hat der Oberste tschechische Gerichtshof den Streitfall zwischen Präsident Miloš Zeman und der Enkelin von Peroutka, Terezie Kaslová, an das Amtsgericht im ersten Prager Stadtbezirk zurückgegebsen. Dieses hatte vor etwa einem Jahr entschieden, dass sich die Präsidentenkanzlei öffentlich für Zemans Worte über Peroutka entschuldigen müsse.

Das Staatsoberhaupt hatte den Journalisten als Symbol für das Versagen der Intellektuellen in der Vorkriegs-Tschechoslowakei bezeichnet. Zeman zufolge soll Peroutka in den 1930er Jahren einen Zeitungsartikel mit dem Titel „Hitler ist ein Gentleman“ verfasst haben. Bis heute hat die Präsidentenkanzlei jedoch die Existenz des Artikels nicht belegen können.

Umfrage: Tschechen vertrauen Zeman und Kiska mehr als Merkel und Trump

Im internationalen Vergleich vertrauen die Tschechen am meisten ihrem eigenen Präsidenten Miloš Zeman. Auch die Staatsoberhäupter der Slowakei und Frankreichs, Andrej Kiska und Emmanuel Macron, haben einen gewissen Kredit bei den Tschechen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM ergeben. Das größte Misstrauen hegen Tschechen gegenüber der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem US-Präsidenten Donald Trump und dem wiedergewählten Kreml-Chef Wladimir Putin.

Die Umfrage zeigt zudem, wie sehr Präsident Zeman die tschechische Gesellschaft spaltet. 47 Prozent der Befragten sagten, dass sie ihm vertrauen würden, weitere 47 Prozent hingegen nicht. Kiska erhielt 33 Prozent Zuspruch und 30 Prozent Ablehnung, bei Macron waren es 26 Prozent für ihn und 35 Prozent gegen ihn. Bei Merkel lag das Misstrauen am höchsten, und zwar bei 70 Prozent.

Eishockey: Miloš Říha wird laut „Sport“ tschechischer Nationaltrainer

Neuer Cheftrainer der tschechischen Eishockey-Nationalmannschaft wird aller Voraussicht nach Miloš Říha. Der 59-Jährige gelte als heißester Kandidat für die Nachfolge von Josef Jandač und sei sich mit dem tschechischen Eishockeyverband bereits einig, schrieb das Fachblatt „Sport“ am Mittwoch.

Jandač hat Tschechien bei zwei Weltmeisterschaften nur jeweils auf Platz 7 geführt. Schon im Vorfeld der WM in diesem Jahr verkündete er seinen Rücktritt. Für seine Nachfolge gibt es drei Kandidaten. Nur Říha habe jedoch reelle Chancen, weil er derzeit durch keinen Vertrag gebunden sei, schreibt „Sport“.

Říha hat in seiner bisherigen Trainerkarriere zwei slowakische Meistertitel mit Slovan Bratislava gewonnen. In Tschechien wurde er mit Pardubice zweimal Zweiter. Außerdem hat er in der russischen Liga KHL mehrere Vereine trainiert, mit Atlant Mytishi erreichte er 2011 das Play-off-Finale.

Das Wetter am Donnerstag, 24. Mai

Am Donnerstag ist es in Tschechien teils heiter, teils wolkig. Im Tagesverlauf kommt es vereinzelt zu Schauern oder Gewittern. Im Südwesten des Landes nimmt am Nachmittag die Niederschlagsneigung zu. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius.