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Babiš: Nowitschok wurde in Tschechien weder produziert noch gelagert

In Tschechien wurde Nowitschok weder produziert, noch entwickelt oder gelagert. Das teilte der tschechische geschäftsführende Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) am Montag nach dem Treffen mit dem Chef des zivilen Nachrichtendienstes (BIS) Michal Koudelka und dem Chef des Militärnachrichtendienstes Jan Beroun. Die beiden Nachrichtendienste haben dem Premier zufolge dasselbe bestätigt.

Babiš traf mit den Chefs der Nachrichtendienste wegen der Erklärung von Staatspräsident Miloš Zeman von vergangener Woche. Zeman behauptete, die Nachrichtendienste hätten ihm unterschiedliche Informationen gewährt.

Zeman wurde für seine Behauptungen von den konservativen Parteien kritisiert. Zemans Erklärungen dienten ihren Worten zufolge nicht den Interessen Tschechiens oder der Sicherheit des Landes, sondern halfen der russischen Propaganda. Zeman wird zudem dafür kritisiert, dass er Informationen veröffentlichte, die die Nachrichtendienste als geheim bezeichneten.

Premier Babiš gegen Sicherheitsratssitzung zu Nowitschok

Laut Premier Andrej Babiš ist es nicht nötig, den tschechischen Sicherheitsrat wegen der abweichenden Aussagen über mögliche Tests des Nervengifts Nowitschok hierzulande einzuberufen. Damit widersprach der geschäftsführende Regierungschef den stellvertretenden Vorsitzenden seiner eigenen Partei Ano und der Sozialdemokraten.

Staatspräsident Miloš Zeman hatte am vergangenen Donnerstag auf einen eigentlich geheimen Nachrichtendienst-Bericht verwiesen hat, der von Tests von einer mikroskopischen Menge Nervengiftstoff in Tschechien sprach. Zeman bezeichnete den Stoff als Nowitschok. Damit bestärkte Zeman die Position Moskaus im Vergiftungsfall Sergei Skripal. Der Kreml hatte bereits im März behauptet, dass das Nowitschok, mit dem der Ex-Doppelagent im britischen Salisbury vergiftet wurde, unter anderem auch aus tschechischer Produktion hätte stammen können.

Industrieproduktion geht erstmals nach zehn Monaten wieder zurück

Die tschechische Industrieproduktion ist erstmals nach zehn Monaten wieder zurückgegangen. Im März sank sie um 1,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Vor allem die Fertigung von Autos und Plastikwaren fiel geringer aus.

Ökonomen halten dies jedoch nur für einen statistischen Ausrutscher, verursacht durch die Osterfeiertage. Für die weiteren Monate erwarten sie daher erneut positive Zahlen. Ein Rückgang der tschechischen Industrieproduktion war zuletzt im April 2017 bilanziert worden.

Russische Motorradgang „Nachtwölfe“ erneut in Prag

Die umstrittene russische Motorradgang „Nachtwölfe“ ist am Montag in Prag eingetroffen, um an die Befreiung der Stadt durch die Rote Armee am 9. Mai 1945 zu gedenken. Vor dem Olšany-Friedhof warteten auf die Motorradgang auch deren Gegner. Sie hatten Fahnen der EU und der Ukraine mit. Die Nachtwölfe stehen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nah.

Der stellvertretende Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokraten Jaroslav Foldyna unterstützte die russischen Biker. Parteichef Jan Hamáček bezeichnete dies aber als Privatinitiative seines Kollegen. Berichten der Medien zufolge beschimpfte Foldyna vulgär die protestierenden Gegner und griff sie an.

Von Prag aus wollen die Nachtwölfe nach Dresden und Berlin weiterfahren. Die Motorradgang gilt als rechtsnationalistisch und demokratiefeindlich.

Minkowski führt Mozarts La clemenza di Tito mit Tødenes in der Hauptrolle in Prag auf

Der namhafte französische Dirigent Marc Minkowski führt in Prag Mozarts Krönungsoper La clemenza di Tito auf. In diesen Tagen finden Proben mit ausländischen und tschechischen Solisten statt. Die Titelrolle singt der junge talentierte norwegische Tenor Bror Magnus Tødenes, der schon in Wien und in Salzburg gesungen hat. Als Annio stellt sich in Prag die französische Mezzosopranistin Léa Desandre vor, die Rolle der Vitellia singt die lettische Sopranistin Inga Kalna. Von den tschechischen Künstlern singen in der konzertanten Opernaufführung der tschechische Bass Jan Šťáva und Markéta Böhmová. La clemenza di Tito wird am 10. und 11. Mai im Ständetheater aufgeführt.

Mozart schrieb die Oper anlässlich der Krönung Leopolds II. zum König Böhmens. Die Weltpremiere fand m 6. Dezember 1791 im damaligen Nostitz-Theater (heute Ständetheater) in Prag unter der Leitung von Wolfgang Amadeus Mozart statt.

Eishockey-WM: Tschechien verliert gegen Schweden

Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Dänemark hat Tschechien sein zweites Spiel verloren. Am Sonntag unterlagen die Schützlinge von Trainer Josef Jandáč den Titelverteidigern aus Schweden mit 2:3.

Sein nächstes Spiel bestreitet das tschechische Team am Dienstagabend gegen die Schweiz.

Das Wetter am Dienstag, 8. Mai

Das schöne Frühlingswetter setzt sich auch am Dienstag fort. In Tschechien ist es dabei heiter bis sonnig, nur im östlichen Teil des Landes kommt es örtlich zu Regenschauern und Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 21 bis 25 Grad Celsius, im Nordosten des Landes jedoch nur um 20 Grad. In Lagen um 1000 Meter werden 15 Grad Celsius erreicht.