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Außenministerium: Tschechien hat nicht Nowitschok-Variante wie in Salisbury hergestellt

Laut dem Außenministerium in Prag wurde in Tschechien nicht die Variante von Nowitschok getestet, die nach dem Angriff aus Skripal gefunden wurde. Im Militärforschungslabor in Brno / Brünn sei die Variante A230 erforscht worden, schrieb das Ministerium in einer Erklärung am Freitag. Der ehemalige Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter Julia waren aber den britischen Ermittlungen nach mit Nowitschok A234 vergiftet worden.

Das Außenministerium reagierte damit auf Äußerungen des tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman. Dieser hatte am Mittwoch auf Grundlage von Geheimdienstinformationen bestätigt, dass das hochwirksame Nervengift unter anderem auch in Tschechien hergestellt wurde. Der Kreml sah sich darauf in ähnlichen Vermutungen bestätigt, die aus Moskau bereits im März verlautet waren.

Moskau sieht sich durch Zemans Nowitschok-Aussage bestätigt

Im Vergiftungsfall Skripal sieht sich Russland durch die jüngsten Aussagen von Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman zum Nervengift Nowitschok bestätigt. Das teilte Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa am Freitag mit. Der tschechische Präsident habe die Vorwürfe von Großbritanniens Premierministerin Theresa May gegenüber Russland in dem Fall widerlegt, so Sacharowa. Zeman hatte am Mittwoch auf Grundlage von Geheimdienstinformationen bestätigt, dass das hochwirksame Nervengift unter anderem auch in Tschechien hergestellt wurde.

Mit dem ursprünglich sowjetischen Nervengift Nowitschok soll Anfang März der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal im englischen Salisbury vergiftet worden sein. London machte Russland für den Anschlag verantwortlich, was zur schwersten diplomatischen Krise zwischen dem Westen und dem Kreml seit Ende des Kalten Krieges führte. Die russische Führung deutete im Zuge der Ermittlungen an, dass Nowitschok auch in Tschechien hergestellt worden sein könnte.

Regierungs-Referendum der Sozialdemokraten könnte kommenden Freitag starten

Sollte es keine weiteren Komplikationen geben, könnte das parteiinterne Referendum zur Regierungskoalition mit der Partei Ano am kommenden Freitag starten. Dies sagte Sozialdemokraten-Chef Jan Hamáček nach einer Sitzung der Parteispitzen am Freitag. Dass Ano-Parteichef Andrej Babiš ein für diesen Freitag angesetztes Treffen verschoben habe, werte er nicht als Schwierigkeit, so Hamáček.

Für die Mitgliederbefragung sollen die Regionalverbände zwei Wochen Zeit bekommen. In den vergangenen Wochen hatten sich die Spitzen von Partei Ano und Sozialdemokraten auf eine mögliche Regierungskoalition geeinigt.

Regierung kritisiert Preispolitik von Uber

Der Mitfahrdienst Uber müsse sich an geltende Abmachungen halten und seine Preise fixieren. Dies forderten Vertreter der tschechischen Regierung am Freitag. Zuvor hatte sich der geschäftsführende Premier Andrej Babis (Partei Ano) mit Vertretern der Taxifahrer getroffen. Diese hatten ursprünglich einen erneuten Protest für Freitag angekündigt, sahen letztlich aber davon ab.

In den vergangenen Monaten haben Taxifahrer hierzulande wiederholt gegen Uber demonstriert. Sie wollen erreichen, dass der Fahrvermittlungsdienst dieselben Voraussetzungen erfüllen muss wie sie selbst. Vergangene Woche hatte Uber eine Absichtserklärung mit der tschechischen Regierung unterzeichnet. Darin versicherte das US-Unternehmen, sich an tschechische Gesetze halten zu wollen.

Tschechien hat höchste Plastik-Recyclingquote in EU

Tschechien und Deutschland sind die einzigen beiden Länder der Europäischen Union, die mehr als die Hälfte des Plastikmülls recyceln. Dies hat der Tschechische Rundfunk aus Daten des Handelsverbandes PlasticsEurope ermittelt. Demnach liegt der EU-Durchschnitt bei einer Quote von 40,8 Prozent. Tschechien belegt sogar mit leichtem Vorsprung den ersten Platz vor Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Irland.

Zahlen aus dem vergangenen Jahr haben zudem vor kurzem bestätigt, dass die Tschechen auch bei der Mülltrennung eine Vorrangstellung in Europa einnehmen.

Preisgekröntes tschechisches Computerspiel „Attentat 1942“ darf bisher nicht in Deutschland gespielt werden

Das tschechische Computerspiele „Attentat 1942“ darf bisher in Deutschland nicht gespielt werden, obwohl es bei der unabhängigen Internationalen Videospielmesse A Maze in Berlin mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde. Grund sei das Verbot der Zuschaustellung nationalsozialistischer Symbole in Deutschland, schrieb die Presseagentur ČTK am Freitag. Die tschechischen Spielentwickler würden daher nun erwägen, vor Gericht zu ziehen, hieß es.

Das Computerspiel beschäftigt sich mit dem Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, im Mai 1942 in Prag. Spieler müssen dabei aus den Aussagen von Zeitzeugen das Geschehen rekonstruieren. Das Spiel ist unter anderem von Historikern der Prager Karlsuniversität und der tschechischen Akademie der Wissenschaften entwickelt worden.

Datenschutz: Nationalpark Böhmerwald schafft „Fotopoints“ ab

Der Nationalpark Böhmerwald will die beliebten sogenannten Fotopoints für Selfys abschaffen. Hauptgrund sei die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die am 25. Mai in Kraft trete, sagte ein Sprecher des Nationalparks.

An mehreren Aussichtspunkten stehen im Böhmerwald große Schautafeln mit einer öffentlichen Kamera. Dort können Besucher Schnappschüsse von sich machen lassen.

Das Wetter am Samstag, 5. Mai

Am Samstag ist es in Tschechien meist heiter bis sonnig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 19 bis 23 Grad Celsius, in Südostmähren werden bis zu 26 Grad erreicht.