Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

Verhandlungen zur Regierungsbildung werden im Mai fortgesetzt

Die Verhandlungen der Vorsitzenden der Partei Ano und der Sozialdemokraten über eine mögliche Regierungskoalition werden in der nächsten Woche fortgesetzt. Zum Dialog hinzukommen wird voraussichtlich auch der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, Vojtěch Filip. Das sagte Sozialdemokraten-Chef Jan Hamáček am Donnerstagabend nach seinem Treffen mit Ano-Parteichef Andrej Babiš und dem darauffolgenden Dreiergespräch mit Babiš und Filip. Über den Inhalt ihrer Unterredungen gaben die drei Parteichefs keine Auskunft.

Den bisherigen Vereinbarungen zufolge wollen Ano und Sozialdemokraten eine Koalition bilden, die eine Minderheitsregierung formiert. Deswegen soll dieses Kabinett im Parlament von den Kommunisten toleriert werden.

Gericht: Präsident Zeman hat kein Recht darauf, Professoren nicht zu ernennen

Das Prager Stadtgericht hat am Freitag die Entscheidung von Staatspräsident Miloš Zeman aufgehoben, den Physiker Ivan Ošťádal und den Kunsthistoriker Jiří Fajt nicht zu Professoren zu ernennen. Das Gericht erinnerte daran, dass die Ernennung der Professoren durch das Hochschulgesetz geregelt ist. Eine Fachkommission, der wissenschaftliche Rat der zuständigen Fakultät und der wissenschaftliche Rat der Universität beurteilen laut dem Gesetz die Qualifikation des Bewerbers. Wenn dieses Verfahren über die Ernennung zum Professor verlaufen ist, kann niemand anderer mehr – auch der Staatspräsident nicht, erneut beurteilen, ob der Kandidat die notwendigen Bedingungen erfüllt. Damit würde er unzulässig die Autonomie der Hochschulen verletzen. Dies stellte das Gericht fest. Zeman lehnte es 2015 ab, die Ernennung von Ošťádal und Fajt zu Professoren zu unterschreiben.

Die Hochschulrektoren begrüßten die Entscheidung des Gerichts. Sie halten sie für vernünftig. Der Rektor der Tschechischen Landwirtschaftlichen Universität in Prag, Petr Sklenička, bezeichnete als absurd, dass Zeman etwas korrigieren wollte, wass der wissenschaftlicher Rat der Universität zuvor gebilligt hatte.

Ökologischer Antipreis Ropák geht an Abgeordneten Foldyna

Der ökologische Antipreis Ropák des Jahres 2017 geht an den sozialdemokratischen Abgeordneten Jaroslav Foldyna. Er legte einen Entwurf für Änderungen des Naturschutzgesetzes vor. In Foldynas Entwurf wird die Teilnahme der Vereine an Entscheidungen über Bauprojekte unterdrückt, bei denen keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden ist. Dies teilte Miroslav Patrik vom Umweltverband „Děti Země“ (Kinder der Erde) mit, der den ökologischen Antipreist vergibt.

Die „Grüne Perle“ für die umweltfeindlichste Aussage des Jahres ging an den Regierungsbeauftragten für Atomenergie, Ján Štuller. Er sagte in einem Vortrag an der Tschechischen Technischen Universität in Prag, alles, was mit der Atomenergie zusammenhänge, sei sehr ehrlich, transparent und notwendig, weil es zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehöre.

Auto.cz: Škoda wird teilweise in Deutschland produzieren

Der tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto wird einen Teil seiner Produktion nach Osnabrück auslagern. Auf der Webseite Auto.cz begründet Firmenchef Bernhard Maier diesen Schritt mit der Auslastung der vorhandenen Kapazitäten von Škoda in Europa. Welche Modellserie in der niedersächsischen Stadt produziert werden soll, konkretisierte Maier nicht. Der Škoda-Chef verwies lediglich darauf, dass in Osnabrück derzeit die Karosserien des Modells Fabia lackiert werden und dass ab Ende des Jahres hier auch die Lackierung des Modells Karoq folgen soll.

Die Durchführung von Lackierarbeiten in Osnabrück bedeute jedoch nicht, dass Škoda seine Produktion von Tschechien nach Deutschland verlagern wird, werden tschechische Firmenvertreter auf der Internetseite zitiert. Im vergangenen Jahr gab es die Spekulation, dass Škoda Auto die Produktion des Nachfolgers vom Modell Superb in Deutschland vornehmen werde. Sowohl Škoda als auch der Mutterkonzern VW haben dies weder bestätigt noch dementiert.

Werke von Picasso, Richter oder Dürer im Tschechischen Zentrum Berlin

Eine einzigartige Ausstellung von Werken namhafter Künstler wie Gerhard Richter, Pablo Picasso oder Albrecht Dürer ist von Freitag bis Sonntag im Tschechischen Zentrum in Berlin zu sehen. Die Exponate sind in der Mehrheit Leihgaben aus Privatsammlungen. Aktionshaus Christie’s zeigt die Ausstellung mit dem Titel „Beauties & Beasts“ während des Galerie-Wochenendes. Es finden Führungen mit Kurator Tim Schmelcher statt.

Der Leiter des Tschechischen Zentrums Berlin, Tomáš Sacher, sagte, für die tschechische Seite sei wichtig, dass einige der Exponate mit der tschechischen Geschichte verbunden sind. Es gebe eine Reihe von Werken, die in der Zeit von Rudolf II. in Prag entstanden seien, so Sacher.

Eishockey: Sparta Prag verhandelt intensiv mit Trainer Uwe Krupp

Der tschechische Eishockey-Erstligist Sparta Prag steht in intensiven Verhandlungen mit dem deutschen Coach Uwe Krupp. Nach Vorstellung der Prager soll der 52-Jährige die Nachfolge von Vereinslegende František Výborný antreten, der den Hauptstadtclub in der gerade beendeten Saison nur auf den enttäuschenden zehnten Platz geführt hatte.

Nach Aussage von Spartas Pressesprecher Tomáš Zetek haben die Prager großes Interesse an der Verpflichtung des ehemaligen Bundestrainers und hoffen auf eine baldige Einigung. Ein Vertrag wurde indes noch nicht unterzeichnet, auch deshalb nicht, weil Uwe Krupp mit seinem aktuellen Verein Eisbären Berlin noch bis zum Donnerstag im Einsatz war. In München verloren die Eisbären das siebte Finalspiel der DEL-Playoffs gegen Gastgeber Red Bull München mit 3:6 und wurden damit deutscher Vizemeister. Man habe sich daher bis zum Ende der Finalserie zurückgehalten, jedwede Spekulationen zu kommentieren, ergänzte Zetek.

Uwe Krupp war ehemaliger Spieler und Cheftrainer der deutschen Eishockeynationalmannschaft. Von 2011 bis Oktober 2014 war er Trainer des deutschen Erstligisten Kölner Haie. Zurzeit ist er Cheftrainer der Eisbären Berlin, sein Vertrag läuft jedoch aus. Er war als Spieler der erste deutsche Stanley-Cup Sieger.

Das Wetter am Samstag, 28. April

Am Samstag ist es in Tschechien teils heiter, teils wolkig, vereinzelt mit Regenschauern und Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 21 bis 25 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter bewegen sich die Höchstwerte um 16 Grad Celsius, im Böhmerwald um 19 Grad Celsius.