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Babiš und Pellegrini fordern mehr nationales Mitspracherecht in der EU

In der Europäischen Union müssten die Interessen der einzelnen Mitgliedsländer stärker respektiert werden. Sollte diese Vorgabe nicht angemessen berücksichtigt werden, dann drohe der Zerfall der Union, sagte der slowakische Premier Peter Pellegrini am Mittwoch bei seinem Antrittsbesuch in Prag. Sein tschechischer Amtskollege, der geschäftsführende Premier Andrej Babiš (Ano), unterstrich, dass sich Tschechien eine größere Rolle der Mitgliedsstaaten zu Lasten der Europäischen Kommission wünsche.

Nach Ausage von Pellegrini besteht derzeit nicht nur die Gefahr einer Zerstückelung der EU zwischen den älteren und jüngeren Unionsländern, sondern auch zwischen den Staaten des Nordens und Südens von Europa. Laut Babiš benötige die EU dringend Reformen. Am wichtigsten sei dabei die finale Erstellung des Binnenmarktes, also die Sicherstellung des freien Flusses von Waren, Dienstleistungen, Personen und des Kapitals, betonte Babiš.

Vor der Pressekonferenz der beiden Regierungschefs hat Babiš den slowakischen Gast auf seinem Amtssitz in Prag empfangen. Pellegrini wurde im März durch Präsident Andrej Kiska zum neuen Premier in der Slowakei ernannt. Dem vorausgegangen war eine politische Krise nach der Ermordung des Journalisten Ján Kuciak und dessen Partnerin. Pellegrini weilte zu seinem Antrittsbesuch in Tschechien.

Regierung will mehr Soldaten zu Auslandseinsätzen schicken

Die geschäftsführende tschechische Regierung möchte mehr Soldaten zu Auslandseinsätzen schicken. Die Kontingente für die Missionen im Irak, in Afghanistan und Mali sollen noch in diesem Jahr um 270 Soldaten anwachsen, wie das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Der Plan muss noch vom Parlament beurteilt werden.

Derzeit sind 806 tschechische Soldaten im Ausland im Einsatz. Außer im Irak, in Afghanistan und in Mali sind sie auch auf den Golan-Höhen, auf dem Sinai und im Kosovo stationiert. Der neue Entwurf sieht zudem vor, dass die tschechische Armee im kommenden Jahr wieder dabei hilft, den Luftraum über dem Baltikum zu schützen.

Firma Kapsch verliert Ausschreibung um Lkw-Mautsystem in Tschechien

Das österreichische Unternehmen Kapsch TrafficCom ist bei der Neuausschreibung des Lkw-Mautsystems in Tschechien leer ausgegangen. Der bisherige Betreiber unterlag im Bieterwettstreit einem Konsortium der Firmen CzechToll und SkyToll, die mit umgerechnet knapp 425 Millionen Euro für zehn Jahre ab Januar 2020 das preislich günstigste Angebot abgegeben hatten. Das teilte das Verkehrsministerium in Prag am Mittwoch mit.

Kapsch TrafficCom hat das tschechische Mautsystem im Jahr 2007 aufgebaut. Die bisherige Mikrowellentechnik mit Mautportalen soll nun durch ein satellitengestütztes System ersetzt werden. Konkurrent SkyToll betreibt bereits das elektronische Mautsystem in der Slowakei. Mit der Unterzeichnung des Vertrags wird erst im Herbst gerechnet, weil beim Kartellamt mehrere Beschwerden gegen das Auswahlverfahren anhängig sind.

Zoll und Polizei kontrollieren landesweit Legalität von Beschäftigung

Zöllner und Polizisten haben am Mittwoch eine landesweite Kontrollaktion zur Beschäftigung in größeren Firmen gestartet. Einer der ersten Anlaufpunkte ist das Betriebsgelände der tschechischen Filiale von Amazon in Dobrovíz bei Prag. Es werde überprüft, ob alle Arbeitnehmer legal beschäftigt sind, sagte eine Sprecherin der Zollverwaltung.

Die amerikanische Firma Amazon ist das größte Internethandelsunternehmen der Welt. Es hat über 140 Verteilerzentren, davon rund ein Drittel in Europa. In der tschechischen Filiale will Amazon bis zum Jahresende 5000 Beschäftigte mit Festeinstellung haben, gegenwärtig sind etwas über 4500 Arbeitnehmer eingestellt. Die Überprüfung der Beschäftigungsverhältnisse dauere mehrere Tage und werde in einer Reihe von Firmen in jeder Region des Landes durchgeführt, ergänzte die Sprecherin des Zolls.

Neue Touristenattraktion: Stadtmauer von Znojmo teilweise restauriert

Die südmährische Stadt Znojmo / Znaim ist seit Mittwoch um eine touristische Attraktion reicher. Die Stadtväter haben einen Teil der historischen Stadtmauer und den mittelalterlichen Turm im südlichen Wallgraben restaurieren lassen. In Begleitung eines Stadtführers könne man die wiederaufpolierten Stätten jetzt auch besuchen, sagte Bürgermeister Jan Gois (Sozialdemokraten) gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.

Die Restaurierung der Mauer und ihrer Umgebung hat nahezu drei Millionen Kronen (115.000 Euro) gekostet. Von dem Platz, der über Jahrzehnte vernachlässigt wurde, habe man nun eine tolle Aussicht auf die Stadt und das Tal der Thaya (Dyje), schwärmt Bürgermeister Gois.

Biathlon-Star Koukalová litt jahrelang unter schweren Essstörungen

Biathlon-Star Gabriela Koukalová hat jahrelang unter schweren Essstörungen gelitten. Dies hat die 28-jährige Sportlerin in ihrer neu erschienenen Biographie bekannt. Die Probleme begannen demnach mit 17 Jahren. Laut den Ärzten handelte es sich zunächst um Anorexie, später eher um Bulimie. Erst vor der Saison 2015/16 habe sie die Essstörungen überwinden können, schreibt Koukalová. In der Saison holte sie die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup.

Vor kurzem hat die Biathletin auf unbestimmte Zeit ihre aktive Karriere unterbrochen. Der Grund sind anhaltende Probleme mit der Wadenmuskulatur. Koukalová hatte deswegen bereits in der vergangenen Saison pausiert, im Februar verpasste sie die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Pyeongchang.

Das Wetter am Donnerstag: sonnig und heiter, bis 25 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien heiter bis wolkenlos. Erst am späten Nachmittag und zum Abend ziehen von Südwesten her Wolken auf, örtlich Schauer, vereinzelt auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf 21 bis 25 Grad Celsius an. In Höhenlagen über 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 16 Grad Celsius. Es weht ein frischer Wind aus Südost.