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Europaabgeordneter befürwortet Ausweisung russischer Diplomaten

Die Ausweisung einiger russischer Diplomaten, die Tschechien im Zusammenhang mit der Giftattacke auf den Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien erwägt, wäre der mäßigste und notwendige Schritt. Das sagten der tschechische Botschafter in den USA, Hynek Kmoníček (Sozialdemokraten), und der Europaabgeordnete und Vizepräsident des Europa-Parlaments Pavel Telička (parteilos) am Sonntag im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen. Der Botschafter bezeichnete die Ausweisung von Diplomaten als eine übliche diplomatische Maßnahme, um einen Protest zum Ausdruck zu bringen.

Kmoníček zufolge soll Tschechien höchstens zwei Diplomaten ausweisen. Telička ist davon überzeugt, dass Tschechien strenger vorgehen soll. Wenn die Rede nur über zwei, drei Diplomaten wäre, würde es in Moskau nur ein Lächeln wecken, meint der Europaabgeordnete. Telička bezeichnete die Behauptung Russlands, dass der Kampfstoff Nowitschok aus Tschechien hätte stammen können, als Arroganz. Kmoníček hält die Behauptung für einen großen diplomatischen Fehler. Der ehemalige Generalstabschef der tschechischen Armee Jiří Šedivý sagte, er sei hundertprozentig davon überzeugt, dass derartige Kampfstoffe nie auf dem Gebiet der Tschechischen Republik entwickelt oder produziert wurden.

Sprecher des US-Repräsentantenhauses Ryan in Tschechien

Der Sprecher des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten Paul Ryan wird am Montag in Prag mit dem geschäftsführenden Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) zusammentreffen. Am Dienstag wird der US-Politiker wahrscheinlich die beiden Kammern des Parlaments besuchen.

Ryan ist vermutlich in Tschechien eingetroffen. Es handelt sich um seinen Privatbesuch in Tschechien, wo er mit seiner Familie einige Tage verbringen wird. Während seines Aufenthalts in Prag wird Ryan den Informationen der Nachrichtenagentur ČTK zufolge auch an einer Diskussion mit Studenten teilnehmen.

Kriegsveteran Holec im Alter von 99 Jahren gestorben

Im Alter von 99 Jahren ist vorige Woche der Kriegsveteran und ehemalige politischer Gefangene Josef Holec gestorben. Über den Tod des Kriegsveteranen informierten die Mitarbeiter der Gedenkstätte Lidice.

Holec nahm während des Zweiten Weltkriegs mit der ersten selbständigen tschechoslowakischen Brigade an den Kämpfen im Bereich des Dukla-Passes teil. Dort wurde er schwer verletzt, aber kehrte in die Armee zurück. Wegen seinen Erfahrungen aus der Sowjetunion verurteilte Holec den kommunistischen Putsch in der Tschechoslowakei im Februar 1948. Für seine demokratische Haltung wurde er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Holec verbrachte zwei Jahre im kommunistischen Arbeitslager in den Urangruben in Jáchymov / Joachimsthal. Der Kriegsveteran wurde am Samstag in Šumperk / Mährisch Schönberg bestattet.

Restaurator Karel Stretti gestorben

Im Alter von 74 Jahren ist am Samstag in Prag der renommierte tschechische Restaurator Karel Stretti gestorben. Er beteiligte sich an der Rettung wertvoller Denkmäler in Tschechien sowie im Ausland. Stretti arbeitete Jahre lang als Pädagoge an der Prager Kunstakademie.

Stretti stammte aus einer italienischen Familie, die sich im 18. Jahrhundert in Böhmen niederließ. Unter seinen Vorfahren waren namhafte Maler und Graphiker. Im Kloster Plasy / Plaß in Westböhmen befindet sich Galerie Stretti, in der Werke von Viktor, Jaromír und Mario Stretti zu sehen sind. Karel Stretti beteiligte sich unter anderem 1967 an einer internationalen Rettungsaktion, die die Unesco in Florenz organisierte, das 1966 vom Hochwasser heimgesucht wurde. Stretti wurde 2006 mit dem tschechischen Staatspreis für den Denkmalschutz ausgezeichnet.

Thalia-Theaterpreise in Prag verliehen

Am Samstagabend wurden im Prager Nationaltheater die tschechischen Thalia-Preise verliehen. Für die beste Leistung im Opernbereich wurden die deutsche Sopranistin Maida Hundeling und der tschechische Bariton Svatopluk Sem ausgezeichnet. Hundeling erhielt den Thalia-Preis für die Rolle der Desdemona in Giuseppe Verdis Othello, die sie im Mährisch-Schlesischen Nationaltheater in Ostrava / Ostrau singt. Sem wurde für die Rolle von Giorgio Germont in Verdis La traviata ausgezeichnet, die im Südböhmischen Theater in České Budějovice / Budweis aufgeführt wird.

Der Thalia-Preis für das Lebenswerk wurde unter anderem dem Opernsänger Miroslav Švejda vom Prager Nationaltheater und dem Marionettenspieler Bohuslav Šulc vom Prager Spejbl-und-Hurvínek-Theater verliehen.

Radsport: Kulhavý gewinnt mit Grotts Cape Epic

Der tschechische Mountainbiker Jaroslav Kulhavý hat zum dritten Mal in seiner Sportkarriere das Etappenrennen Cape Epic in Südafrika gewonnen. Nach den Erfolgen mit dem Schweizer Christopher Sauser in den Jahren 2013 und 2015 siegte der Olympia-Sieger von London diesmal mit Howard Grotts aus den USA.

Nach sieben Tagen und 658 Kilometern setzten sich Kulhavý und Grotts mit knapp zehn Minuten Vorsprung vor dem tschechisch-österreichischen Duo Kristián Hynek und Alban Lakata durch.

Das Wetter am Montag, 26. März

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt, im westlichen Teil des Landes örtlich mit Regen, in Lagen um 800 Meter mit Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 6 bis 10 Grad Celsius.