Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

05-09-2016

Tschechien will Bulgarien beim Grenzschutz helfen

Der tschechische Präsident Miloš Zeman hat Bulgarien Hilfe bei der Grenzsicherung zugesagt. Er kündigte an, dass Prag demnächst Polizisten in das Balkanland entsenden werde. Konkrete Planungen dazu liefen bereits. Zeman gab dies nach seinem Treffen mit seinem bulgarischen Amtskollegen Rossen Plewneliew am Montag in Prag bekannt. Er schätzte, dass Bulgarien seine Grenze zur Türkei befestige. Somit schütze es auch Grenzen des Schengen-Raums, sagte der Politiker. Als Gegenleistung dafür sollte Bulgarien dem Schengen-Raum als Mitglied beitreten können, so Zeman. Weitere Gesprächsthemen waren bilaterale Wirtschaftsbeziehungen und der Streit zwischen den tschechischen Energiefirmen und dem bulgarischen Staat.

Regierung beschließt Renteneinstiegsalter von 65 Jahren

Die Regierung hat das Renteneinstiegsalter von 65 Jahren beschlossen. Wie Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) bekanntgab, hat das Kabinett am Montag einstimmig den Vorschlag unterstützt. Die Vorlage muss nun vom Parlament behandelt werden. Im Entwurf vorgesehen ist die mögliche spätere Erhöhung der Obergrenze, je nach der Entwicklung der Lebenserwartung hierzulande. Das Verhältnis zwischen dem Renteneinstiegsalter und der Lebenserwartung soll alle fünf Jahre überprüft werden. Bisher gab es in dem Land mit rund fünf Millionen Erwerbstätigen kein festes Renteneintrittsalter. Die Durchschnittsrente liegt in Tschechien nach offiziellen Angaben bei umgerechnet nur 400 Euro.

Tschechische Polizisten auf dem Weg nach Ungarn

50 tschechische Polizisten sind am Montag zu einer Mission nach Ungarn aufgebrochen. Sie sollen ihren ungarischen Kollegen dort bei der Sicherung der Grenze zu Serbien helfen. Darum hat der mitteleuropäische Staat im Zuge der Migrationskrise angefragt. Die Tschechen würden nicht nur Ungarn schützen, sondern auch ihre Heimat, so Tibor Pető, ungarischer Botschafter in Prag. Die Polizisten würden schließlich die Grenze des Schengen-Raumes schützen.

Die letzte Mission tschechischer Polizisten in Ungarn endete im Dezember vergangenen Jahres. Zudem sind tschechische Polizeieinheiten seit Beginn der Flüchtlingskrise in Europa in Griechenland, Slowenien und Makedonien im Einsatz.

Staat will Schweinemast am Gedenkort Lety abkaufen

Die Regierung plant, die Schweinemast abzukaufen, die anstelle des ehemaligen Roma-KZ im südböhmischen Lety steht. Dies teilte Menschenrechtsminister Jiří Dienstbier (Sozialdemokraten) vor Journalisten am Montag in Prag mit. Bei den Verhandlungen darüber sei aber die Ansicht des Besitzers entscheidend, ergänzte der Politiker. Ihm zufolge habe es dazu seit dem Januar dieses Jahres fünf Gespräche gegeben. Er bezeichnete sie als kompliziert und korrekt. Das Kabinett veröffentlichte am Montag seinen Beschluss vom März, in dem der Plan bestätigt wird, den Betrieb der Schweinemast am Gedenkort zu beenden.

Jourová: Volkswagen hat klar gegen europäische Gesetze verstoßen

Die tschechische EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung, Věra Jourová, hat in der Abgasaffäre den Automobilkonzern Volkswagen kritisiert. Volkswagen hätte klar gegen europäische Verbraucherschutz-Gesetze verstoßen, so Jourová gegenüber der deutschen Tageszeitung die Welt. Da dies mindestens in zwanzig EU-Staaten der Fall gewesen sei, müsse auch koordiniert gegen Volkswagen vorgegangen werden. Laut Jourová sollten die Mitgliedstaaten jedoch zunächst individuell über Schadensersatzansprüche entscheiden.

Volkswagen ist in der Vergangenheit wegen manipulierter Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen in Kritik geraten. Weltweit betrifft dies rund 11 Millionen Autos. In den USA musste der Konzern bereits hohe Strafzahlungen begleichen, in der EU wird über Entschädigungen noch verhandelt.

Durchschnittslohn in Tschechien steigt weiter

Im zweiten Quartal dieses Jahres ist der Durchschnittslohn in Tschechien inflationsbereinigt um weitere 3,7 Prozent gestiegen. Damit verdient der Durchschnittstscheche nun 27.297 Kronen (1011 Euro) im Monat, also um 1019 Kronen (38 Euro) mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt lag das tschechische Durchschnittsgehalt im ersten Halbjahr 2016 bei 26.898 Kronen (996 Euro), das entspricht 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Tschechische Straßenbahnen für türkische Stadt Eskişehir

Das Maschinenbauunternehmen Škoda Transportation liefert 14 batteriebetriebene Straßenbahnen an die türkische Stadt Eskişehir. Der Wert des Auftrags liegt bei 26 Millionen Euro. Dies teilte der Vorstandsvorsitzende der Firma, Tomáš Ignačák, am Montag mit. Škoda Transportation knüpft damit an einen seiner bedeutendsten Exportaufträge im Wert von 125 Millionen Euro, der in der türkischen Stadt Konya realisiert wurde. Škoda Transportation ist der größte Hersteller von Schienenfahrzeugen in Mittel- und Osteuropa. Sein Nettogewinn lag im vergangenen Jahr bei 22 Millionen Euro. 54 Prozent der Gesamtproduktion wurden ins Ausland exportiert.

Schnellere Bahnverbindung zwischen München und Prag wird geprüft

Bayern lässt prüfen, ob Bahnreisende künftig in viereinhalb Stunden von München nach Prag kommen können. Dies teilte Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann am Montag mit. Ein internationales Bieterkonsortium ist dazu mit einer 200.000 Euro teuren Studie beauftragt worden, die aus Sondermitteln des Landes-Parlaments finanziert wird. Die Experten aus der Schweiz, Tschechien und Deutschland sollen ihre Ergebnisse bis Anfang 2017 vorlegen, wie das bayerische Ministerium am Montag mitteilte. Die deutsche Regierung hatte den Streckenausbau zwischen dem süddeutschen München und Tschechien im August erstmals im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Teilprojekt der „Metropolenbahn“ beschlossen.

In Prag beginnt internationales Symposium zu Kernfusion-Technologien

Über tausend Wissenschaftler aus der ganzen Welt treffen sich seit Montag zum internationalen Symposium „SOFT 2016“ in Prag. Sie präsentieren dabei die neuesten Erkenntnisse über Technologien im Bereich der Kernfusion. In Prag wird auch eines der teuersten internationalen Forschungsprojekte mit dem Standort in Frankreich vorgestellt, an dem sich auch tschechische Wissenschaftler beteiligen. Es handelt sich um einen sich in Bau befindlichen Kernfusionsreaktor nach dem Tokamak-Prinzip. Das Fernziel des Projekts ist die Stromerzeugung aus Fusionsenergie. Die Konferenz läuft in Prag bis zum Freitag.

Polizei sucht Besitzer wertvoller Bibel

Die Polizei sucht nach dem Besitzer einer wertvollen Bibel aus dem 17. Jahrhundert. Die sogenannte Sacra Biblia war 1684 in Nürnberg gedruckt worden. Sie wurde Ende August bei einem Dieb in Mähren entdeckt. Dies teilte ein Sprecher der Polizei in Prostějov der Nachrichtenagentur ČTK mit. Sollte sich der Besitzer innerhalb eines halben Jahrs nicht melden, verfalle das Buch dem Staat, hieß es.

US Open: Kvitová scheitert im Achtelfinale an Kerber

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová ist im Achtelfinale der US Open ausgeschieden. Am Sonntag unterlag sie der Weltranglisten-Zweiten Angelique Kerber aus Deutschland mit 3:6, 5:7. Kerber hat es bei den US Open ohne Satzverlust ins Viertelfinale geschafft. Für die Weltranglisten 16. Kvitová war der Einzug ins Achtelfinale der größte Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier in dieser Saison.

Fußball: Tschechien und Nordirland trennen sich unentschieden

Tschechien ist am Sonntag mit einem Remis in die Qualifikation zur WM 2018 in Russland gestartet. Das Team des neuen Nationaltrainers Karel Jarolím kam im Match gegen Nordirland nicht über ein 0:0 hinaus. Damit konnten die Tschechen nicht an den 3:0-Erfolg aus dem Testspiel gegen Armenien anschließen. Das zweite Qualifikationsspiel bestreitet Tschechien am 8. Oktober gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland.

05-09-2016