Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

Fünf Tschechen im Libanon vermisst - Entführung vermutet

Fünf tschechische Bürger sind im Libanon verschwunden. Darüber berichtet das libanensische Blatt The Daily Star in seiner Samstagsausgabe. Dem Blatt zufolge seien fünf Tschechen im Alter von 25 bis 45 Jahren in der Nähe des Bekaa-Tals im Osten des Landes womöglich entführt worden. Die Polizei habe in einem verlassenen Taxi Gepäck mit ihren Sachen und Dokumenten gefunden, hieß es. Der Taxifahrer werde ebenso wie die Passagiere seit Freitagabend vermisst. Eine Sprecherin des tschechischen Außenministeriums bestätigte am Samstag, das Ministerium sei von libanensischen Sicherheitsbehörden über den Fall informiert worden. Derzeit werde die Lage durch die tschechische Botschaft in Libanon überprüft, so die Sprecherin. Am Samstagnachmittag kam ein Krisenstab im Auswärtigen Amt zusammen.

Im März 2011 waren im Bekaa-Tal sieben Touristen aus Estland entführt worden. Sie konnten nach 113 Tagen aus der Gefangenschaft befreit werden. Ihre Entführer hatte sich angeblich zur Bewegung Al-Kaida gemeldet. Das Tal im Lsten des Landes gilt als Hochburg der Hisbollah und anderer bewaffneter Gruppen.

Vizepremier Bělobrádek ehrt in München deutsche Vertreibungsopfer

Der tschechische Vizepremier und Parteichef der Christdemokraten, Pavel Bělobrádek, hat sich am Freitag und Samstag zu Besuch in Bayern aufgehalten. Er führte dort Verhandlungen unter anderem über die tschechisch-bayerische Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft und Forschung. Am Freitag kam er mit dem bayerischen Minister für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle, zusammen. In Begleitung Spaenles und des Sprechers der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, besuchte Bělobrádek auch das Sudetendeutsche Haus in München. Bei diesem Anlass legte er einen Kranz zu Ehren sudetendeutscher Opfer der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg nieder. Es handelte sich um den ersten Besuch eines tschechischen Regierungsmitglieds im Sudetendeutschen Haus. Darüber berichteten tschechische Medien in Berufung auf das Oberbayerische Volksblatt am Samstag.

In Prag wird für und gegen Flüchtlinge demonstriert

Auf dem Wenzelsplatz im Zentrum Prags wurde am Samstag für und gegen die Einwanderer demonstriert. Kurz nach Mittag trafen sich etwa hundert Menschen im unteren Teil des Platzes, um ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zu äußern und gegen Verbreitung des Fremdenhasses zu demonstreiren. „Die Kundgebung ist eine Reaktion auf die Demonstration gegen Migration am 1. Juli. Dabei wurden hier Galgen hochgetragen, und dies wurde nicht als Straftat bewertet“, führte die Organisatorin Romana Červenková an. In ihrer Rede vor den Teilnehmern betonte sie, die Flüchtlinge seien Menschen, die Hilfe brauchten.

Am späteren Nachmittag kamen im oberen Teil des Wenzelsplatzes etwa 400 Gegner der Europäischen Union, des Islams und der Migrationswelle nach Europa zusammen. Die Redner forderten die Regierung auf, keine Flüchtlinge aufzunehmen, den Islam und das Scharia-Recht für gesetzwidrig zu erklären und die Staatsgrenze vor Migranten zu schützen. Ebenso wurde der Austritt der Tschechischen Republik aus der EU gefordert. Danach begaben sich die Demonstranten Richtung Prager Burg.

Die Kundgebungen fanden unter der Aufsicht mehrerer dutzend Polizisten und unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen statt. Die Polizei trennte die beiden Lager voneinander, um Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Staatsanwaltschaft bewertet Eier-Attacke auf Staatsoberhaupt als Straftat

Die Staatsanwaltschaft im zweiten Prager Stadtbezirk hat Ermittlungen wegen einer Protestaktion gegen das Staatsoberhaupt am Nationalfeiertag im November letzten Jahres eingeleitet. Bei diesem Protest im Prager Studentenviertel Albertov hatten Demonstranten auf einer Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag des Beginns der Samtenen Revolution Präsident Miloš Zeman unter anderem mit Eiern und Tomaten beworfen. Die Attacke wurde danach von der Polizei als Ordnungswidrigkeit bewertet und an zuständige Behörden übergeben. Nach Angaben der Tageszeitung Mladá fronta DNES vom Samstag werde sie nun neu als eine Straftag der Belästigung der Allgemeinheit bewertet. Im Falle einer Verurteilung drohen den Tätern bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Leitungswasser in Trnová nach einem Monat wieder trinkbar

Die Bewohner der Gemeinde Trnová bei Prag dürfen nach mehr als einem Monat wieder Leitungswasser trinken. Das zuständige Hygieneamt hat am Freitag das Verbot aufgehoben, das am 12. Juni verhängt wurde. Die Ergebnisse einer ausführlichen biologischen und bakteriologischen Analyse lägen bei der Null, hieß es. Wegen Bakterien im Wasser durften die Einwohner der Gemeinde das Wasser weder trinken, noch damit kochen oder sich waschen. Die genaue Ursache der Verschmutzung bleibt unbekannt. Die Gemeindevertretung hat wegen der Wasserverunreinigung eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Probleme mit verschmutzten Wasserleitungen gab es erst Anfang Juni in Hrušovany / Grusbach in Mähren. Ende Mai mussten 32.000 Einwohner des Prager Stadtteils Dejvice vorübergehend ohne Wasser auskommen. Wegen Bakterien im Wasser wurden hunderte Menschen ärztlich behandelt.

Sopranistin Sumi Jo eröffnet Internationales Musikfestival Český Krumlov 2015

Mit einem Gala-Konzert der südkoreanischen Sopranistin Sumi Jo und des italienischen Tenors Danilo Formaggia hat am Freitagabend das 24. Internationale Musikfestival Český Krumlov 2015 begonnen. Im Rahmen der Festspiele werden in den nächsten drei Wochen insgesamt 13 Konzerte verschiedener Musikgenres an vier Orten der historischen Stadt geboten. Schon an diesem Samstag spielt die Mährische Philharmonie Olomouc unter der Leitung des spanischen Dirigenten Manuel Hernández-Silva ein Konzert zum Andenken an Peter Iljitsch Tschaikowski. Das Festival wird am 8. August mit dem Konzert des südkoreanischen Violinisten Ji Man Wee und US-amerikanischen Cellisten Carmino Miranda zu Ende gehen.

„Les Balletts Bubeníček“ tanzen in Pilsen

Die international anerkannten Tänzer tschechischer Herkunft, Brüder Otto und Jiří Bubeníček, treten am Samstagabend in der westböhmischen Stadt Plzeň / Pilsen auf. Mit ihrem Ensemble „Les Ballets Bubeníček“ haben sie eine Vorstellung für das Projekt „Pilsen - Kulturhauptstadt Europas“ einstudiert. Als Vorlage für die erste Choreographie des Abends diente der neuseeländische Film „The Piano“ von Jane Campion. Im zweiten Teil der Vorstellung wird das Stück „L'Heure Bleu“ auf Musik von Mozart und Bach gezeigt. Im „Les Ballets Bubeníček“ tanzen Solisten aus vier renommierten Ballettensembles aus ganz Europa. Die Aufführungen im Pilsner Neuen Theater finden am 18., 19. und am 20. Juli statt.