Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten Samstag, 31. Juli, 1999

31-07-1999

Nachrichten 31.7.1999

DOPPELBÜRGERSCHAFT FÜR EXILTSCHECHEN

Der tschechische Senat hat am Donnerstag abend ein Gesetz verabschiedet, welches kSnftig ermöglichen soll, dass im Ausland lebende Tschechen die Tschechische StaatsbSrgerschaft erlangen können. Die Gesetzesvorlage muss noch durch die Unterschrift des Staatspräsidenten Vaclav Havel fSr gSltig erklärt werden. Exil u Tschechen können die tschechische StaatsbSrgerschaft bei den jeweilgen Botschaften der Tschechischen Republik im Ausland beantragen, ohne dabei ihre eigene StaatsbSrgerschaft zu verlieren. Durch das verabschiedete Gesetz wird eine DoppelbSrgerschaft ermöglicht.

HAVEL ZUM BALKAN _ STABILITÄTSPAKT

Staatspräsident Vaclav Havel weilt seit Freitag in Sarajevo, wo er mit Staats u und Regierungschefs aus 26 Ländern an der internationalen Konferenz Sber einen Balkan u Stabilitätspakt teilnahm. In seiner Rede, welche Havel aus zeitlichen GrSnden nicht vortragen konnte, die jedoch in die Konferenzdokumente eingang findet, hält der tschechische Staatspräsident unter anderem fest, dass die Völker der Balkanregion den Teufelskreis gegenseitiger Animosität und der historisch begrSndeten Rache durchbrechen mSssten. Eine SchlSsselposition in SSdosteuropa komme Havel zufolge der Bundesrepublik Jugoslawien zu, die einen hohen Preis fSr die nationalistische Politik ihrer FShrungselite bezahle, meinte Havel gegenSber der Nachrichtenagentur ctk. Auf dem Weg nach Sarajevo machte er halt bei einer tschechischen SFOR- Einheit im bosnischen Banja Luka. Die tschechische Einheit zählt um die 600 Soldaten und hat , laut Aussage der ctk, einen guten Ruf, was eine wichtige Rolle bei den NATO- Beitrittsverhandlungen Tschechiens spielte. Havel besuchte Bosnien u Herzegovina zuletzt im Jahre 1995 und zwar als erstes Staatsoberhaupt nach dem Abschluss des Dayton-Friedensabkommens.

TSCHECHIEN UND DIE EU

Nach Aussage von Beamten der Europäischen Kommission, könne die Tschechische Republik bis Mitte September durchaus noch einige Verzögerungen und Unvollständigkeiten der Beitrittsunterlagen aufholen, so dass der Bericht der EU, welcher im Oktober diese Jahres veröffentlicht wird, positiv ausfallen könnte. Dies berichtete am Freitag die Nachrichtenagentur ctk und berief sich dabei auch auf den tschechischen Botschafter bei der EU Josef Kreuter, der meinte, dass es im Bereich der Gesetzesanpassungen bis Mitte September zu Fortschritten kommen sollte. Die Europäische Kommission fSr die EU u Erweiterung wird insbesondere die ökonomische Situation Tschechiens sowie die Harmoniesierung im Bereich der Legislativnormen beurteilen.

GROSSE INVESTITIONEN IN NEUE FLUGZEUGE

Tschechische Fluggesellschaften werden in den kommenden 20 Jahren mehr als 1,3 Billionen US Dollar fSr den Kauf von 15.500 DSsenflugzeugen aufwenden. Dies gab am Freitag der Flugzeughersteller Airbus Industries der CTK bekannt. Bis zum Jahre 2018 werden rund 4400 alte Linienflugzeuge in Tschechien aus dem Luftverkehr gezogen.

TSCHECHISCHE DROGE SORGT FÜR AUFSEHEN

Die tschechische Droge crystal speed, bereitet laut Aussage der Nachrichtenagentur DPA der bayrischen Polizei Kopfzerbrechen. Über die tschechisch u bayrischen Grenze wSrden immer mehr synthetische Drogen geschmuggelt. Im vergangen Jahr doppelt soviel wie im Vorjahr. Die Drogen kommen als farbige KSgelchen, Kristalle auf den Markt und tragen Namen wie ice oder super speed. Sie wSrden sehr schnell wirken , aber niemand weiss was die Drogen, abgesehen von Amphetaminen, enthalten wSrden, sagte in diesem Zusammenhang der Drogenspezialist der bayrischen Polizei in Weiden, Roland Ast. Der unter anderem darauf aufmerksam machte, dass sich syntethische Drogen steigender Beliebheit erfreuen, weil sie als unauffällig gelten und deshalb besonders von der Techno u Generation konsumiert wSrden.

BEI BAUARBEITEN WICHTIGER RENAISSANCEBAU ENTDECKT

Bei Bauarbeiten am Prager Wallensteinpalais Valdsteinsky upalac, dem Sitz des Senats entdeckten DenkmalsschStzer im sogenannten Reitersaal, nach dem sie den Boden abdeckten, Reste des berShmten Renaissance u Baus Trckovsky dùm. Wie der DenkmalschStzer Ondrej Sefc der ctk bekanntgab, handelt es sich bei diesem Fund, um ein einmaliges BeweisstSck, welches veranschaulicht, dass in Prag die Renaissancearchitektur im Vergleich zur Gotik und zum Barock durchaus kein Schattendasein fShrt.

31-07-1999