Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten Freitag, 10. September, 1999

10-09-1999

Tschechisches Kabinett will einen Balkan-Beauftragten einsetzen

Die tschechische Regierung hat Finanzminister Pavel Mertlik beauftragt, in Zusammenarbeit mit weiteren Kabinettsmitgliedern bis zum 15.September einen detaillierten Vorschlag für die Einbindung der Tschechischen Republik in den Plan der wirtschaftlichen Stabilisierung und Erneuerung Südosteuropas auszuarbeiten. Wie Mertlik am Donnerstag auf dem Managerforum in Prag informierte, will das Kabinett einen Balkan-Beauftragten einsetzen, der sich mit der Koordinierung einzelner Projekte befassen und darüber hinaus auch über ein Amtssitz in der Region - voraussichtlich in Griechenland - verfügen soll.

Namibischer Präsident machte Offerten in Prag

Namibia als ein Land mit umfassenden Uran-, Diamanten. Gold-, Zink- und Erdgasvorkommen sei bereit, tschechischen Unternehmern Investitionsmöglichkeiten anzubieten. Dies sagte nach einem Treffen mit Präsident Vaclav Havel der zu einem Besuch in Tschechien weilende namibische Präsident Sam Nujoma . In diesem Zusammenhang rief er auch tschechische Geschäftsleute auf, Gemeinschatsunternehmen mit namibischen Partnern zu gründen. Ähnliche Vorschläge unterbreitete Sam Nujoma auch bei einer Unterredung mit dem Abgeordnetenchef Vaclav Klaus.

6 Millionen Kronen aus der Prager Stadtkasse für Griechenland und Türkei freigegeben

Die tschechische Hauptstadt wird den von Erdbeben betroffenen Ländern Türkei und Griechenland humanitäre Hilfe in einer Höhe von 6 Mio Kronen gewähren. Das ist das Resultat der D9nnerstag-Sitzung des Prager Stadtrates, für die sich alle anwesenden Mitglieder eingesetzt haben. Der Prager Magistrat wird den beschlossenen Geldbetrag auf das Konto des Tschechischen Roten Kreuzes überweisen, das dafür vor allem Medikamente und weiteres medizinisches Material für die beiden Länder kaufen wird.

Vize-Aussenminister Palous beendete seine Verhandlungen in Washington

Noch vor dem Abschluss seines Arbeitsbesuchs in den USA hat der tschechische Vize-Aussenminister Martin Palous eine eventuelle Entsendung in die Krisenregion von Osttimor auf der allgemeinen Ebene unterstützt. Im Geiste der Prinzipien der UNO-Charta - so Palous wörtlich - unterstützt die tschechische Regierung die Aktionen der internationalen Gemeinschaft, und falls die Frage einer eventuellen Entsendung von UNO-Friedenstruppen in die Region aufgetischt wird, ist die Einstellung der Tschechischen Republik positiv. In einem Interview für die tschechische Nachrichtenagentur CTK würdigte Palous u.a. auch die Rolle, die dem Vertreter des Amerikanischen Judenausschusses, Andrew Baker, in der tschechischen Regierungskomission für die Rückgabe des einst jüdischen Eigentums in Tschechien zukommt. Baker, mit dem der tschechische Vize-Aussenminister in Washington verhandelte, war im März d.J. auf Vorschlag der Jüdischen Gemeinde in der Tschechischen Republik Mitglied der erwähnten Regierungskomission geworden..

Industrieproduktion In Tschechien weiterhin auf Talfahrt

Das Tschechische Amt für Statistik hat am Donnerstag eine Tabelle mit Kennziffern veröffentlicht, die die Entwicklung ausgewählter Bereiche der tschechischen Wirtschaft im Juli und August dokumentieren. Wie aus den Zahlen hervorgeht, sank die Industrieproduktion im Juli im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres um 6,1 Prozent, gestiegen ist sie hingegen nur in vier Branchen der verarbeitenden Industrie, am meisten in der Produktion der optischen und eletkrischen Geräte. In den Monaten Januar bis Juli d.J. ging die Industrieproduktion im Vergleich zum selben Vorjahresraum um 6,6 Prozent zurück.

Sozialprogramm für entlassene Eisenbahner verlängert

Bis zum Jahre 2000 hat das tschechische Kabinett die Frist für die Realisierung des komplexen Sozialbegleitprogramms für die entlassenen Eisenbahner verlängert. Wie der Regierungssprecher Libor Roucek diesbezüglich bekanntgab, billigte das Kabinett die Freigabe von diesem Zweck dienenden Finanzmitteln aus dem Staatshaushalt bis zu 303 Mio Kronen. An das bis Mitte des kommenden Jahres befristete Programm soll ein neues, umfassenderes anknüpfen, das bereits die vorbereitete Restrukturierung der Tschechischen Eisenbahnen widerspiegeln soll.

Tschechisch-deutscher Schüleraustausch im Grenzgebiet

Schulanfänger aus der grenznahen Stadt Hradek nad Nisou in der Nähe von Liberec/Reichenberg haben am Donnerstag erstmals in deutschen Klassenzimmern gesessen. Bei dem Projekt, das der Vorläufer einer tschechisch-deutschen Schule werden soll, werden sie wöchentlich einmal im sächsischen Hartau lernen, während die deutschen Kinder in der Schule in Hradek einen Tag pro Woche verbringen werden. Der stellvertretende Leiter der örtlichen Verwaltung, Jaroslav Polacek, sagt dazu, die internationale Schule sei beschlossene Sache, bisher hätten die Schulministerien Sachsens und Tschechiens jedoch noch kein grünes Licht gegeben. Die Hauptidee des zweisprachigen Unterrichts sei es zu zeigen, dass Toleranz , Rücksicht und Nächstenliebe ohne Ansehen nationaler Grenzen und kultureller Herkunft die Voraussetzungen des Miteinander an der tschechisch-deutschen Grenze sind.

Neue Hühnerfabrik wird im Westböhmen gebaut

Trotz wiederholter Proteste von Ökoaktivisten hat die tschechische Gesellschaft Ceska drubez Anfang dieser Woche mit dem Bau einer neuen Hühnerfabrik in der Gemeinde Mysliv beim westböhmischen Domazlice/Tauss begonnen. Nach der Inbetriebnahme der Legebatterie mit 200 000 Junghühnern soll diese unter Aufsicht tschechischer und deutscher Experten stehen, die den Einfluss des Objektes auf Luft- und Wasserreinheit verfolgen werden. Nach Mitteilung des Mitarbeiters des Kreisamtes in Domazlice, Jiri Beran, sollen sich darauf Vertreter des tschechischen, bayrischen und bundesdeutschen Umweltministeriums bei einem Treffen mit einem Vertreter der Investorfirma der Ceska drubez geeinigt haben. Die Produktionskapazität der Legebatterie soll möglicherweise bis auf 600 000 Hühner erweitert werden.

Prager Juden feiern den Neujahrstag

Am Freitag Abend und Samstag Morgen werden die in Tschechien lebenden Juden gemeinsam mit ihren ausländischen Gästen das Rosch-HaSana-Fest bei Gottesdiensten in der Spanischen Synagoge in Prag feiern. Dem jüdischen Kalender nach gelten die Feierlichkeiten dem Neujahrstag des Jahres 5 960. Die Gottesdienste werden in tschechisch, englisch und hebräisch zelebriert, unter anderem auch vom amerikanischen Rabbiner Steven Newman.

Musikfestival Prager Herbst beginnt

Am Freitag Abend wird das 9. Internationale Musikfestival Prager Herbst im Gemeindehaus eröffnet. Auf dem Programm steht das Deutsche Requiem von Johannes Brahms in der Darbietung der Prager Symfoniker, des Prager Filharmonischen Chors und der Solisten Marina Vyskvorkinova und Earl Patriarc. Im Rahmen des Festivals werden bis zum 26.September 17 Konzerte erklingen.

Soweit die meldungen von Radio Prag.

10-09-1999