Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

07-11-2003

Innenministerium weist Bericht über Kinderprostitution zurück

Das tschechische Innenministerium hat am Freitag den Bericht der Organisation Karo über die angeblich umfangreiche Kinderprostitution im tschechisch-deutschen Grenzgebiet als unglaubwürdig bezeichnet. Nach gründlichem Studium des vorige Woche in Deutschland veröffentlichten Berichtes sei man zu dem Schluss gelangt, dass die meisten der darin enthaltenen Informationen durch nichts belegt seien bzw. aus zweiter Hand stammten, so eine Ministeriumssprecherin. Der stellvertretende Innenminister Miloslav Koudelny ist am Freitag dennoch mit der Direktorin der tschechischen UNICEF-Sektion zusammengetroffen, um mit ihr über Präventionsmaßnahmen im Bereich Kinderprostitution zu beraten.

Zweite Rate von Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter

Die Tschechische Post hat in dieser Woche mit der Auszahlung der zweiten Rate der Entschädigungszahlungen an ehemalige tschechische Zwangsarbeiter in Deutschland begonnen. Dies gab am Freitag Karel Ruzicka, der Vorsitzende des Verbandes der Zwangsarbeiter, gegenüber Journalisten bekannt. Insgesamt hätten etwa 36.000 Menschen, die während des zweiten Weltkrieges zur Arbeit verpflichtet wurden, Anspruch auf Geld aus dieser Zahlungsrate. Die aus Deutschland stammenden Mittel wurden über die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" an Tschechien überwiesen. Die Entschädigung für jeden Zwangsarbeiter beträgt etwa 2500 Euro, innerhalb eines halben Jahres sollen alle Zahlungen abgeschlossen sein.

Spidla beendet Lateinamerika-Reise - Milliardenprojekt in Chile?

Der tschechische Premierminister Vladimir Spidla hat am Freitag seinen einwöchigen Aufenthalt in Lateinamerika beendet. Hauptziel der Reise war es, nach Möglichkeiten für ein Engagement Tschechiens auf südamerikanischen Märkten zu suchen. Der Minister für Handel und Industrie, Milan Urban, der Regierungschef Spidla auf dessen Lateinamerikareise begleitet hatte, sprach kurz vor der Rückreise nach Prag von einer möglichen Beteiligung Tschechiens an einem chilenischen Bergbauprojekt. Man habe Kontakte zur Firma CODELCO angeknüpft, der größten Kupferbergbaugesellschaft der Welt. Die Firma will in Chile zum Abbau unter Tag übergehen, hat mit dieser Methode jedoch keine Erfahrungen. Das fehlende Know-how könnte nun Tschechien anbieten. Laut Minister Urban geht es bei dem möglichen Projekt um ein Geschäft in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen Dollar.

Tschechische NGOs als künftige Mitglieder des europäischen Amtes für humanitäre Hilfe

Ab Anfang des kommenden Jahres werden auch zwei tschechische humanitäre Organisationen, und zwar der Verein Mensch in Not und die katholische Charitas, Partner des Amtes für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) sein. Die Vorsitzenden beider Organisationen unterschrieben auf einer zurzeit in Brüssel stattfindenden Konferenz entsprechende Partnerschaftsverträge. Bei Echo handelt es sich um den weltweit größten Dachverband von Hilfsorganisationen, insgesamt gehören ihm 130 NGOs an. Erstmals wurden nun auch Vereinigungen aus den künftigen EU-Staaten aufgenommen. Neben den beiden genannten NGOs aus Tschechien handelt es sich dabei um je eine Organisation aus Ungarn und aus Polen.

Nur geringeres Interesse an Rückgabe der ungültigen Heller-Münzen

Die Zehn- und Zwanzig-Heller-Münzen, die im Handel bereits seit 1. November nicht mehr gültig sind, werden von den Menschen nur in geringem Ausmaß in die Bankfilialen zurückgebracht. Eine Sprecherin des Bankhauses Ceska sporitelna gab an, dass der momentane Bestand dieser Geldstücke in den Zweigstellen nur um etwa 15 Prozent größer sei als normalerweise. Als einer der Gründe dafür gilt auch die Tatsache, dass viele Tschechinnen und Tschechen die ungültig gewordenen Münzen nicht umtauschen, sondern gleich Sammlungen karitativer Organisationen zur Verfügung stellen.

Militärdienst bleibt vorerst gleich lang

Obwohl der verpflichtende Wehrdienst in Tschechien mit Ende des kommenden Jahres abgeschafft werden soll, bleibt seine Dauer voraussichtlich zunächst unverändert. Der Senat, die obere Parlamentskammer, hat am Donnerstag einen entsprechenden Initiativantrag zur Kürzung des Grundwehrdienstes von 12 auf 9 Monate abgelehnt.

Wetter

Zum Abschluss die Wetteraussichten: Am Samstag ist es in Tschechien heiter bis wolkig, vereinzelt gibt es weiterhin Niederschläge, Tageshöchsttemperaturen 6 bis 10 Grad. Am Sonntag dann weitere Wetterbesserung: Überwiegend heiter, die Temperaturen sollten mit 6 bis 10 Grad im Verlauf des ganzen Wochenendes stabil bleiben.

07-11-2003