Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

31-10-2003

Norwegen für Erweiterung des Europäischen Wirtschaftsraumes

Norwegen ist an einer möglichst baldigen Unterzeichnung des Vertrags über eine Erweiterung des Europäischen Wirtschaftsraumes interessiert. Dies erklärte der norwegische Premier Kjell Magne Bodnevik nach einem Gespräch mit seinem tschechischen Amtskollegen Vladimir Spidla am Freitag in Prag. Spidla fügte hinzu, zur Unterzeichung des Vertrags wird es innerhalb von einigen Tagen bzw. Wochen kommen. In jüngster Zeit hatte das von Norwegen unterstützte Veto Liechtensteins, Tschechien und die Slowakei aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse aus der Vergangenheit nicht in den Europäischen Wirtschaftsraum aufzunehmen, die tschechisch-norwegischen Wirtschaftsbeziehungen überschattet.

Präsident des Obersten Kontrollamtes in Tschechien wurde nicht gewählt

Auch im zweiten Anlauf hat das Prager Abgeordnetenhaus am Freitag keinen neuen Präsidenten des Obersten Kontrollamtes (NKU) gewählt. Um den Posten bewarben sich zum zweiten Mal die stellvertretende Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Jitka Kupcova von der Sozialdemokratischen Partei, sowie Miroslav Benes, Abgeordneter der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS). Keiner der beiden Kandidaten hatte die erforderliche Stimmenzahl erhalten.

Premier Spidla reist nach Südamerika

Der tschechische Premier Vladimir Spidla tritt am Freitag Abend eine einwöchige Südamerika-Reise an, während der er Chile und Peru besuchen wird. Der Regierungsvorsitzende wird von Industrie- und Handelsminister Milan Urban sowie von Landwirtschaftsminister Jaroslav Palas begleitet. Ziel der Reise ist es vor allem, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit den Ländern Lateinamerikas zu intensivieren.

Tschechiens Außenminister Svoboda würdigt "Danziger Erklärung"

Der tschechische Außenminister Cyril Svoboda hat die "Danziger Erklärung" des polnischen und des deutschen Präsidenten zur Aufarbeitung von Flucht und Vertreibung als konstruktiv gewürdigt. "Tschechien fürchtet sich nicht vor einer Debatte über sensible Fragen der Vergangenheit. Eine solche Debatte muss aber ausgeglichen, fachlich, sachlich und ohne neue Spannungen geführt werden", sagte Svoboda der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag in Prag. Er begrüße es besonders, dass die Erklärung vom Mittwoch nicht als Aufruf zu neuen Schuldzuweisungen oder Entschädigungsforderungen zu verstehen sei.

Neuer Kandidat für Posten eines tschechischen Verfassungsrichters

Jiri Nykodym, Mitglied des Legislativen Rats der Regierung und Experte im Bereich des Familienrechts, könnte zu einem weiteren Richter des Verfassungsgerichts ernannt werden. Präsident Vaclav Klaus will ihn für diese Funktion vorschlagen. Darüber, ob er die Reihen der Verfassungsrichter tatsächlich ergänzt, wird die obere Parlamentskammer entscheiden, die bereits mehrere der vom Staatsoberhaupt vorgeschlagenen Kandidaten zurückgewiesen hat.

Zweiter Teil der Entschädigung an NS-Opfer wird ausgezahlt

Die überwiegende Mehrheit der tschechischen Nazi-Opfer wird in der nächsten Zeit eine komplette Entschädigung aus der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" erhalten. Der Tschechisch-Deutsche Zukunftsfond begann mit der Auszahlung des zweiten Teils der Entschädigung, und zwar auch an jene Leute, die zu Zwangsarbeiten auf dem Gebiet des Dritten Reiches eingesetzt wurden.

Ex-Dissidentin Marta Chadimova nahm Begnadigung des Präsidenten an

Die frühere Dissidentin Marta Chadimova, die wegen eines angeblichen Restitutionsbetrugs strafrechtlich verfolgt wurde, hat am Freitag die Begnadigung durch den tschechischen Ex-Präsidenten angenommen. Sie war im Jahre 1995 vom damaligen Präsidenten Vaclav Havel begnadigt worden, hatte jedoch auf der Fortsetzung des Gerichtsverfahrens und der Klärung der Angelegenheit bestanden. Durch die Annahme der Begnadigung wird ihr Fall nun endgültig abgeschlossen.

Tschechische Währung: Ab 1. November entfallen Münzen unter 50 Heller

Letztmalig wird am Freitag in der Tschechischen Republik mit den kleinsten Münzen, den Zehn- und Zwanzig-Heller-Stücken bezahlt. Ab Samstag, dem 1. November, gelten diese Münzen nicht mehr als Zahlungsmittel im öffentlichen Geldverkehr. Sie können ab Montag aber noch bis auf weiteres bei der Tschechischen Nationalbank sowie an Zweigstellen der tschechischen Kommerzbank eingetauscht werden.

Tschechische Nationalgalerie verlängert zwei Ausstellungen

Die Tschechische Nationalgalerie verlängert zwei ihrer Ausstellungen in Prag. Die Ausstellung, die das Werk des tschechischen Malers Vaclav Brozik aus dem 19. Jahrhundert präsentiert, wird wegen des großen Interesses bereits zum dritten Mal verlängert und wird somit insgesamt fast ein Jahr zu sehen sein. Die Besucher können außerdem die Ausstellung "Die Malerfamilie Manes" weiterhin besichtigen.

Wetter

Abschließend der Wetterbericht: Am Freitag soll es leicht bewölkt sein, mit örtlichen Nebeln bzw. Nieselregen muss gerechnet werden. Die Tageshöchstwerte erreichen 7 bis 11 Grad Celsius. In den Bergen liegen sie um 5 Grad, die starken Windböen können dort Geschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern erreichen.

31-10-2003