Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

29-07-2003

Debatte über Aarhuskonvention auf dem Programm der Regierung

Fünf Jahre nach Abschluss der Aarhuskonvention über die Rechte der Bürger, an Entscheidungsprozessen im Umweltbereich teilzunehmen, wird das tschechische Kabinett am Mittwoch darüber diskutieren, ob dieses Dokument dem Parlament zur Ratifizierung vorgelegt wird. Die Aarhuskonvention garantiert u.a. das Recht auf Informationen über Luftverunreinigung bzw. die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren in Angelegenheiten wie etwa eines Autobahn- oder Kraftwerkbaus. Das Dokument wurde bisher nur von den Parlamenten in Frankreich und Italien sowie in einigen postkommunistischen Ländern ratifiziert. In Tschechien hingegen wurde es bereits zweimal abgelehnt. Die Koalitionsregierung Spidla hat die Konvention in ihre Programmerklärung integriert.

Tschechischer Bischof plädiert für mehr Aufmerksamkeit für die Lage in Weißrussland

Europa sollte der Lage in Weißrussland mehr Aufmerksamkeit zollen. Dies erklärte der Prager Bischof und Vorsitzende des katholischen Rates "Gerechtigkeit und Frieden" in Tschechien, Vaclav Maly, unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Minsk. Man müsse alle Instrumente einsetzen, um dem autoritären System in Weißrussland ein Ende zu bereiten. Dies auch bei Verhandlungen mit Russland zu erörtern, sei die Aufgabe Europas, sagte am Dienstag der ehemalige Dissident Maly auf einer Pressekonferenz in Prag. Als das wirksamste Mittel bezeichnete er die Aufhebung der Informationsblockade über Weißrussland und die Präsentation des Landes in den Medien, um es ins Bewusstsein Europas zu bringen. Eine sichtbare politische Unterstützung seitens der USA und der EU - so Maly - sei gering, wenn nicht gleich Null.

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in Tschechien

In Tschechien ist die Arbeitslosenquote im zweiten Quartal dieses Jahres anhand der am Dienstag veröffentlichten Daten des Tschechischen Statistischen Amtes um ein halbes Prozent auf nunmehr 7,5 Prozent angestiegen. Das Statistische Amt, das die Arbeitslosenquote nach der Definition der Internationalen Organisation für Arbeit feststellt, weist damit einen Unterschied von zwei Prozent zum tschechischen Ministerium für Arbeit und Soziales auf, das die Arbeitslosenquote Ende Juni noch mit 9,5 Prozent angegeben hatte. Laut Angabe des Statistischen Amtes waren von April bis Juni dieses Jahres in Tschechien durchschnittlich 4,74 Millionen Menschen erwerbstätig, was um 28.400 weniger sind als noch im Vorjahr.

Viele Tschechen arbeiten schwarz in den USA

Nach Schätzungen des tschechischen Außenministeriums geht die Anzahl der tschechischen Bürger, die derzeit in den USA schwarz arbeiten, in die Tausende. Jedes Jahr muss sich das Ministerium mit mehreren Hundert Fällen von Tschechen befassen, die wegen illegaler Arbeit in den USA festgenommen und des Landes verwiesen werden. Wie aus seinen Informationen hervorgeht, gelte es nicht als Seltenheit, dass ein Tscheche bis zu einem halben Jahr im Gefängnis verbringen muss, bevor er nach einer Anhörung vor einem Immigrationsgericht die USA verlassen muss. Viele Tschechen leisten in den USA Schwarzarbeit als Hilfskräfte in Handelsketten, Hotels und Restaurants, oft für weniger Geld als den Mindestlohn. Die US-amerikanische Botschaft in Prag hat für dieses Jahr strengere Bedingungen für die Erteilung der Visa an Tschechen eingeführt.

Tschechen machen mehr im Ausland Urlaub als zu Hause

Die Tschechen verleben die freie Zeit ihres Jahresurlaubs zu 75 Prozent im Ausland. Während nämlich ca. 1,5 Millionen Tschechen den "verlängerten" Urlaub diesmal im Inland verbringen, zog und zieht es immerhin 4,5 Millionen Tschechen in diesem Sommer zur Erholung in das Ausland. Dies teilte der Direktor der Tschechischen Zentrale für Reiseverkehr (CCCR) David Gladis der Nachrichtenagentur CTK mit.

Hochwasserbeschädigte kehren in ihre Wohnungen zurück

Erst in diesem Monat ziehen jene Bewohner des Prager Stadtviertels Liben in ihre Wohnungen zurück, die sie vor einem Jahr wegen des Hochwassers verlassen mussten. Ein Drittel der Einwohner des wohl am schwersten von der Flutkatastrophe betroffenen Stadtviertels Karlin muss auf die Rückkehr in die Häuser noch weiter warten. In Liben mussten insgesamt 40 beschädigte Erdgeschosswohnungen renoviert werden. Die ersten neu renovierten Wohnungen in Karlin sollen ihren Bewohnern voraussichtlich erst im September wieder zur Verfügung stehen.

Wesentlicher Preisanstieg bei lebendigen Schweine n in Tschechien

Die Preise für Lebendschweine sind in Tschechien im zurückliegenden Monat um 40 Prozent angestiegen. Einem Sprecher der Schweinezüchter zufolge schließen es die Farmer nicht aus, dass ihre Preise in diesem Jahr noch weiter steigen werden. Vor Schweinefleischsimporten, wie ebenfalls aus einem Statement verlautet, fürchte man sich nicht. Im August rechnet man mit dem seit 14 Monaten niedrigsten Angebot von Schweinen auf dem Inlandsmarkt.

Zdenek Macal - neuer Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie

Harte Arbeit in einer angenehmen Atmosphäre erwartet Zdenek Macal von der Tschechischen Philharmonie, die er ab 1.August offiziell als ihr Chefdirigent leiten wird. Er sei gewöhnt, hart zu arbeiten, wolle aber, dass ihm die Musik Freude bereite. Dies sagte Macal, der nach vielen in den USA verbrachten Jahren vor einiger Zeit in die Schweiz umgezogen ist, am Dienstag in einem Telefongespräch mit der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Der Dirigent war 1968 aus der Tschechoslowakei emigriert. Der bisherige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Vladimir Ashkenazy hat vorzeitig seine Tätigkeit in Prag beendet.

29-07-2003