Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

01-07-2003

Präsident Klaus eröffnet die Prager Tagung des Internationalen Olympia-Komitees

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat am Dienstagabend die Prager Tagung des Internationalen Olympischen Komitees offiziell eröffnet. Klaus stellte in seiner Eröffnungsrede u.a. fest, Tschechien sei zwar kein großes Land, aber seine Bewohner seien passionierte Sportfans. Am Mittwoch werden die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees darüber entscheiden, wo die olympischen Winterspiele 2010 stattfinden werden. Unter den Kandidaten sind Salzburg, Vancouver und das südkoreanische Pchjongtschang.

Spidla: Tschechien wird sich für friedliche Lösung in Korea einsetzen

Die Tschechische Republik wird sich intensiv für eine friedliche Lösung der Lage auf der Koreanischen Halbinsel einsetzen. Der südkoreanische Premier Ko Kun informierte nach dem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Vladimír Spidla am Dienstag in Prag darüber, er habe Spidla darum gebeten, dass Tschechien in diesem Prozess eine aktive Rolle spielen solle. Spidla zufolge hat Tschechien vor, die Kontakte zu Nordkorea wieder herzustellen. Der tschechische Premier erklärte, das Ziel sei es, ehemalige diplomatische Kontakte und Erfahrungen zu nutzen, um die Lage auf der Halbinsel zu entspannen. Spidla zufolge droht in dieser Region ernsthaft die Gefahr der Verbreitung von Kernwaffen. Auch der tschechische Staatspräsident Václav Klaus, der den südkoreanischen Premier auf der Prager Burg empfing, sprach mit dem Politiker über die komplizierte Sicherheitslage in der Region.

Samsung Electronic überreicht der Stadt Prag eine Spende

Die südkoreanische Gesellschaft Samsung Electronic hat der Stadt Prag eine Summe von 150.000 US-Dollar für die Beseitigung der Hochwasserschäden vom vergangenen Sommer gespendet. Der Prager Oberbürgermeister, Pavel Bem, nahm am Dienstag den symbolischen Scheck von dem Vizepräsidenten der Firma, Tschang Il-hjong, entgegen. Die Gesellschaft Samsung Electronic gehört zu den bedeutendsten Sponsoren des Internationalen Olympischen Komitees, das nun in Prag tagen wird.

Tschechien übernimmt Vorsitz in der Visegrader Staaten-Gruppe

Die Tschechische Republik hat am Dienstag von der Slowakei den Vorsitz in der Visegrader Staaten-Gruppe übernommen, deren weitere Mitglieder Polen und Ungarn sind. Nach den Worten von Vizeaußenminister Rudolf Jindrák wird sich Tschechien auf die Zusammenarbeit der vier Visegrad-Länder nach deren EU-Beitritt konzentrieren. In diesem Zusammenhang nannte Jindrák als ein Beispiel einer ähnlichen Zusammenarbeit die Benelux-Länder. Der tschechische Premier Vladimír Spidla erklärte kürzlich, zu den Prioritäten Tschechiens gehöre während seines Vorsitzes die Vorbereitung auf die Einführung des Schengener Systems in der erweiterten Europäischen Union. Die Vertreter der Visegrader Staaten trafen vorige Woche in der slowakischen Niederen Tatra zusammen.

Vaclav Havel fordert zur Unterstützung kubanischer Demokraten auf

Die Bemühungen um demokratische Reformen auf Kuba haben Sinn und verdienen es, vom Ausland unterstützt zu werden. Dies erklärte der tschechische Ex-Präsident Václav Havel am Dienstag in Madrid, wo er an einer Konferenz über die Durchsetzung der Demokratie auf Kuba teilnahm. Havel sprach über die Erfahrungen der tschechoslowakischen Dissidentenbewegung Charta 77 mit dem totalitären Regime. Seinen Worten zufolge kann das Regime über sämtliche Machtmittel verfügen, es habe jedoch - so der Ex-Präsident - keine Einsicht in "die Seele der Gesellschaft". Er verglich die kubanische Initiative "Varela", die ein Referendum über demokratische Reformen fordert, mit der Solidarnosc in Polen, dem Bürgerforum, bzw. der Charta 77 in der Tschechoslowakei. Havel ist der Meinung, dass kubanische Aktivisten statt Belehrungen viel mehr konkrete materielle Hilfe brauchen. Der ehemalige tschechische Präsident ist am Dienstag in Madrid eingetroffen. Das bestätigte sein Sprecher Jakub Hladik in Prag. Der Ex-Präsident war am 24. Juni in der tschechischen Hauptstadt mit seiner Frau Dagmar zu einer vierwöchigen privaten "Europa-Tournee" aufgebrochen und über Südfrankreich in die spanische Metropole gefahren. In Madrid nahm Havel an der Eröffnung der Konferenz über Kuba teil und traf in der königlichen Residenz mit dem spanischen König Juan Carlos und seiner Gattin Sophia zusammen.

Diskussion über Entschädigung an besonders schwer geschädigte Sudetendeutsche

In der Diskussion um eine mögliche "humanitäre Geste" von Tschechien an Sudetendeutsche hat sich Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) auf die Seite des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber gestellt. Die Bundesregierung unterstütze Stoibers Forderung an Prag nach Entschädigungszahlungen an "besonders schwer geschädigte Sudetendeutsche", berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen entsprechenden Brief von Fischer an Stoiber. Ein Mitarbeiter des Außenministeriums in Prag sagte am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur, in Tschechien werde seit einiger Zeit über "verschiedene Möglichkeiten" diskutiert. Man könne sich aber "schwer vorstellen", dass Fischer die Forderungen von Stoiber rückhaltlos unterstütze. Auch der Vorsitzende des tschechischen Abgeordnetenhauses, Lubomir Zaoralek, nannte das erwähnte Projekt am Abend "nicht neu". Er sei aber dagegen, Opfer des Faschismus und Opfer von Nachkriegsereignissen auf eine Stufe zu stellen, sagte der Sozialdemokrat der Prager Nachrichtenagentur CTK.

Ex-Außenminister Kavan misst der Verurteilung seines Ex-Kanzleichefs wegen Auftragsmord keine große Bedeutung bei

Der ehemalige tschechische Außenminister Jan Kavan misst der Nachrichtenagentur CTK zufolge der Verurteilung seines ehemaligen Kanzleichefs Karel Srba zu acht Jahren Freiheitsentzug keine große Bedeutung bei. Das Landkreisgericht in Ceské Budejovice bestätigte am Montag, dass Srba des Auftragsmordes an der Journalistin Sabina Slonková schuldig sei. Der Ex-Kanzleichef des Außenministeriums legte gegen das Urteil Berufung ein. Kavan, der gegenwärtig Vorsitzender der UNO-Vollversammlung ist, ließ verlauten, der Gerichtsprozess sei noch nicht abgeschlossen. Das Außenministerium kommentierte die Entscheidung des Gerichtes vorläufig nicht. Mit dem Fall Srba befassen wir uns ausführlicher im Tagesecho im Anschluss an die Nachrichten.

Wegen SARS eingeführte Einreisekarten werden aufgehoben

Reisende brauchen ab Dienstag auf den tschechischen internationalen Flughäfen keine Einreisekarten mehr auszufüllen, die wegen der Lungenerkrankung SARS Mitte Mai eingeführt worden waren. Der Grund für die Aufhebung dieser Präventivmaßnahme ist nach den Worten des Chefs der Hygienebehörde, Michael Vít, die jüngste günstige Entwicklung der Lage, was die Erkrankung SARS in der Welt anbelangt.

Rheinland-pfälzischer Ministerpräsident Beck wirbt vor Reise nach Prag für EU-Erweiterung

Vor seiner Reise nach Tschechien und Ungarn an diesem Mittwoch hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck für eine positive Sicht auf die geplante EU-Erweiterung geworben. Im Gespräch für die "Prager Zeitung" betonte Beck, die Erweiterung sei auch eine Bereicherung an weiteren Sprachen, Kulturen, Mentalitäten und vielem mehr. Gerade diese Vielfalt sei ein besonderer Reichtum unseres Kontinents, sagte Beck. Beck hält sich der DPA zufolge bis Samstag in Tschechien und Ungarn auf und trifft in Prag und Budapest die Präsidenten und Regierungschefs der EU-Beitrittskandidaten.

Kartellamt verhängt Strafe gegen Pilsner Bierbrauerei

Das tschechische Kartellamt, die so genannte Behörde zum Schutz des wirtschaftlichen Wettbewerbs (ÚOHS) hat gegen die weltbekannte Pilsener Urquell-Brauerei eine Strafe von 2,3 Millionen Kronen (ca. 75.000 Euro) verhängt. Die Brauerei hatte mit Restaurants Verträge über eine jährliche Mindestabnahme des Pilsener Bieres abgeschlossen, doch eine solche "Zwangsabnahme" sei gesetzlich nicht erlaubt. Dies teilte der Vorsitzende der Behörde, Josef Bednár, am Dienstag der Nachrichtenagentur CTK mit.

AKW Temelín arbeitet wieder mit nahezu voller Leistung

Der erste Reaktorblock des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín arbeitet seit Dienstagmorgen wieder mit nahezu voller Leistung. Die Leistung des ersten Blocks liegt derzeit bei 97,9 Prozent, die des zweiten Blocks bei 100 Prozent, gab AKW-Sprecher Václav Brom der Nachrichtenagentur CTK bekannt. Das Kernkraftwerk hatte den ersten Reaktor am Sonntag wegen einer Störung im nichtatomaren Teil der Anlage abgeschaltet. In diesem Jahr war es bereits das vierte technische Problem, das zum Abschalten des ersten Blocks geführt hatte. Zudem war er vom 31. Januar bis zum 26. April außer Betrieb, da in dieser Zeit ein Viertel der Brennstäbe ausgetauscht wurde.

Bus-Unfall auf A 24 endete glimpflich

Die Passagiere eines voll besetzten Reisebusses aus Tschechien sind am Dienstag mit einem Schrecken davon gekommen, als das Fahrzeug auf der Autobahn 24 Berlin-Hamburg von der Straße abkam. Der Bus konnte der DPA zufolge unmittelbar danach auf dem Standstreifen anhalten. Wie die Polizei in Schwerin mitteilte, wurde keiner der 33 Insassen verletzt. Erste Erkenntnisse ließen darauf schließen, dass der Busfahrer nahe Wittenburg kurz eingenickt war. Er werde vernommen. Die Reisenden, die aus Prag nach Hamburg unterwegs waren, setzten die Fahrt mit einem Ersatzbus fort.

01-07-2003