Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

18-05-2003

Tschechien gratuliert Slowakei zu erfolgreichem EU-Referendum

Spitzenpolitiker in Tschechien haben das Ergebnis des slowakischen EU-Referendums begrüßt. Der tschechische Außenminister Cyril Svoboda gratulierte der Slowakei am Samstagabend zu ihrem Votum für einen EU-Beitritt und bezeichnete es als positive Aufforderung an die Tschechen für ihren eigenen Volksentscheid am 13./14. Juni. Sollten dann auch die Tschechen für eine EU-Mitgliedschaft stimmen, seien beide Staaten rund zehn Jahre nach der Teilung der Tschechoslowakei wieder in Europa vereint, so Svoboda.

Tschechisches Feldlazarett in Basra nimmt Betrieb auf

In der südirakischen Stadt Basra hat am Sonntag das 7. Feldlazarett der Tschechischen Armee seinen Betrieb aufgenommen. Die knapp zweiwöchige Verspätung wurde u.a. durch die komplizierte Vorbereitung des Terrains verursacht. Das Feldlazarett wird im Rahmen des humanitären Programms für den Wiederaufbau des Irak eingesetzt. Ursprünglich sollte es seinen Betrieb am 6. Mai während des Irak-Besuchs von Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik aufnehmen. Unter provisorischen Bedingungen hatten tschechische Ärzte jedoch bereits seit Ende April in Basra Hilfe geleistet.

Klaus warnt in Terezin vor Vergessen

Präsident Vaclav Klaus hat heute bei der traditionellen Totenfeier im nordböhmischen Terezin/ Theresienstadt an die tschechische Öffentlichkeit appelliert, Terezin nicht zu einem akademischen und unwesentlichen Ort verkommen zu lassen. Weiter erinnerte Klaus daran, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern ständig verteidigt werden müssten. Man dürfe sich nicht im Gefühl einer relativen Ruhe und Sicherheit wiegen. In das Lager Theresienstadt waren in den Jahren 1940-45 von den Nationalsozialisten über 200.000 Menschen verschleppt worden, rund die Hälfte von ihnen kam nach der Deportation in Vernichtungslager ums Leben.

Schwedens Premier in Prag zu Gesprächen über EU erwartet

Der schwedische Premierminister Göran Persson wird am kommenden Donnerstag in Prag zu Gesprächen u.a. über die Europäische Union erwartet. Zusammentreffen wird er u.a. mit dem tschechischen Premier Vladimir Spidla, sowie Vize-Außenminister Jan Kohout. Prag und Stockholm haben ähnliche Vorstellungen von der künftigen Ordnung der Europäischen Union. So hatte sich etwa die schwedische Außenministerin Anna Lindh erst vor kurzem in Prag für eine rotierende EU-Präsidentschaft ausgesprochen, wie sie auch von der tschechischen Seite befürwortet wird.

Tschechischer Rundfunk feiert 80-jähriges Bestehen

Mit einem Volksfest in Prag hat der öffentlich-rechtliche tschechische Rundfunk (Cesky rozhlas) am Sonntag sein 80-jähriges Bestehen gefeiert. Am 18. Mai 1923 war das damalige "Radiojournal" vom Militärflughafen Prag-Kbely aus als zweiter europäischer Sender nach der britischen BBC auf Sendung gegangen. Tausende hätten am Sonntag die Jubiläumsveranstaltungen am Gründungsort des Senders besucht, sagte ein Sprecher. Zudem strahlte Cesky rozhlas den ganzen Tag Aufnahmen aus dem Rundfunkarchiv aus. Während des Einmarschs der Warschauer-Pakt-Staaten im August 1968 in die Tschechoslowakei waren bei Kämpfen um das heutige Funkhaus im Prager Zentrum zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

18-05-2003