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Topolanek und Kaczynski äußern sich positiv zur geplanten US-Raktetenabwehr

Der tschechische Premier Mirek Topolanek und sein polnischer Amtskollege Jaroslav Kczynski werden wahrscheinlich die US-amerikanischen Pläne für den Bau eines Raketenabwehrsystems in beiden Ländern akzeptieren. Das sagte der tschechische Regierungschef am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem polnischen Amtsinhaber Kaczynski. Er erklärte weiter, dass die amerikanische Anfrage seitens der tschechischen Regierung stärkere Bemühungen erfordere mit Russland, Deutschland und der eigenen Öffentlichkeit in Diskussion zu treten. Topolanek reagierte ablehnend auf die Einwände des deutschen Außenministers Frank Walter Steinmeier, die USA hätten bei ihren Planungen russische Vorbehalte außer Acht gelassen. Premier Mirek Topolanek hält sich seit Montag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Polen auf. Auf dem Programm steht auch ein Treffen mit dem polnischen Staatsoberhaupt Lech Kaczynski sowie mit Parlamentariern, Unternehmern und Studenten.

Russland erwägt Raketen auf Tschechische Republik zu richten

Russland erwägt seine Raketen auf die Tschechische Republik zu richten für den Fall, dass die us-amerikanischen Pläne zum Bau eines Raketenabwehrsystems in Tschechien und Polen verwirklicht werden. Das gelte auch für Polen, wie ein Befehlshaber der Russischen Armee am Montag gegenüber Journalisten sagte. Von 100 Raketen, so sagte er wörtlich, seien 97 bis 98 jede Minute einsatzbereit. Der Sprecher des tschechischen Verteidigungsministeriums, Andrej Cirtek, wertete diese Äußerungen als bedauernswert. Auch Nato-Generalsekretär James Appathurai sagte, solche scharfen Worte seien fehl am Platze. Gegen die Pläne der USA protestiert die russische Führung, seit sich die tschechische Regierung mit dem Vorhaben befasst.

Britische Polizisten verdächtigen die Rüstungsfirma BAE Systems der Korruption

Die britische Polizei verdächtigt den britischen Rüstungskonzern BAE Systems, über ihre Tochtergesellschaft auf den Britischen Jungferninseln hohe Provisionen an tschechische Mitarbeiter gezahlt zu haben. Das schreibt die tschechische Tageszeitung Mlada Fronta Dnes in ihrer Montagsausgabe. Die Briten nehmen an, dass das Geld als Bestechung für die Personen in Tschechien gedient haben soll, die über den Kauf der Kampfjets der Marke Gripen sowie weiterer Maschinen für die tschechische Armee entscheiden. Laut Mlada Fronta Dnes haben die Briten jedoch keine direkten Beweise für die Korruption.

Parteiführung der Grünen will intensivere Kontakte zu Regionen

Die Grünen haben seit ihrem Parteitag, der am Sonntagabend in Prag zu Ende ging, nicht nur einen neuen Vorstand, sondern auch einen neuen gesamtstaatlichen Rat. Der Rat ist das höchste Parteiorgan außerhalb der Parteitage. Die Wahlen der Parteiorgane dauerten einige Stunden. Aufgrund des Zeitmangels diskutierten die Delegierten nicht mehr über die EU-Verfassung. Der Parteichef der Grünen Martin Bursik erklärte jedoch abschließend, das Wichtigste sei auf dem Parteitag erörtert worden. Er versprach darüber hinaus, dass die Parteiführung mit den Grünen in den Regionen künftig intensivere Kontakte haben werde.

Tschechische Bürger bevorzugen eine stärkere Regierung

Die Mehrheit der tschechischen Bürger war Anfang dieses Monats der Meinung, in Tschechien müsse eine starke Hand regieren. Wie aus einer Umfrage der Agentur STEM hervorgeht, rufen 61 Prozent der Befragten nach einer "Regierung der starken Hand". Die Ergebnisse der Umfrage wurden am Montag veröffentlicht. Der Agentur zufolge zeigt sich, dass vor allem politisch links orientierte Menschen eine stärkere Regierung fordern.

Sozialdemokraten wollen außergerichtliche Lösung im Honorar-Streit mit Anwalt Zdenek Altner

Die Sozialdemokraten (CSSD) haben am Montag dem Anwalt Zdenek Altner angeboten, Verhandlungen über eine außergerichtliche Lösung im Honorar-Streit zu führen. Altner vertrat die CSSD vor sieben Jahren im Gerichtsprozess um die Parteizentrale, das so genannte "Volkshaus". Der Parteichef der Sozialdemokraten Jiri Paroubek erklärte am Montag, die CSSD bemühe sich um eine konstruktive Lösung, die für die beiden Seiten annehmbar wäre. Paroubek lehnte es jedoch ab, den Betrag zu nennen, der als finanzieller Ausgleich gezahlt werden soll. Dem Anwalt zufolge beträgt die geschuldete Summe mit Zinsen und Sanktionen 19 Milliarden Kronen (gut 700 Millionen Euro).

Tschechisches Fernsehen verklagt säumige Gebührenzahler

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen Ceska televize verklagt über 28.000 Nutzer, die ihre Gebühren nicht gezahlt haben. Das teilte am Montag der Sprecher des Fernsehsender, Martin Krafl, der Presseagentur CTK mit. Die durchschnittlichen Schulden betragen nach seinen Angaben 1222 Kronen, also ungefähr 45 Euro. Im Mai 2005 hatte das tschechische Fernsehen bereits an die 500.000 potenzielle Nichtzahler angesprochen.

Festival gegen Totalitarismus in Prag eröffnet

An die Zeit des Kommunismus und an die von den Kommunisten verübten Verbrechen zu erinnern, ist das Ziel des Festivals gegen Totalitarismus, das diese Woche in Prag stattfindet. Die Veranstalter verwendeten für den Namen des Festivals die biblischen Worte "Mene tekel". Am Montagvormittag wurde zu Festivalbeginn im Prager Veitsdom ein ökumenischer Gottesdienst für verstorbene politische Gefangene zelebriert. Am Abend wurde das Festival im Senat des tschechischen Parlaments offiziell eröffnet. Bis zum Sonntag werden im Rahmen des Festivals jeden Tag Vorlesungen, Filmvorstellungen und Seminare organisiert, die die Geschichte der Tschechoslowakei in den Jahren 1948 bis 1989 betreffen.

Pravo: Besitzer des Fußballklubs FC Viktoria Plzen beging Selbstmord

Die Polizei untersucht seit Freitagabend den Tod des Besitzers des tschechischen Fußballklubs FC Viktoria Plzen. Der 44-jährige Zdenek Smetana, dessen Gesellschaft Plzenska sportovni, a.s., den Klub der ersten Liga besitzt, verübte wahrscheinlich Selbstmord. Der Tageszeitung Pravo zufolge hat sich der Klubbesitzer erschossen. Über das Motiv liegen der Polizei noch keine Hinweise vor, wie es hieß.

Das Wetter

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 2 und 6 Grad Celsius.