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18-12-2005

EU-Budget: Verkehrsinfrastruktur, Fremdenverkehr und Schulwesen haben Priorität

Der tschechische Premierminister Jiri Paroubek sagte am Sonntag in Prag, dass die erwarteten Geldmittel aus den Töpfen der Europäischen Union vor allem für die Bereiche Verkehrsinfrastruktur, Fremdenverkehr und Schulwesen verwendet werden sollen. Bereits zuvor hatte Paroubek verlautbart, er sei mit dem Haushaltsplan der Europäischen Union "außerordentlich zufrieden". Mittlerweile haben sich auch die Vorsitzenden der meisten Landkreisregierungen positiv zum EU-Finanzrahmen für die Jahre 2007 bis 2013 geäußert, der am Samstag in Brüssel beschlossen wurde. Es käme nun darauf an, Geldmittel zur Kofinanzierung von Projekten zu finden und die Fristen für die Nutzung der EU-Gelder einzuhalten, heißt es. Die Tschechische Republik kann während der siebenjährigen Budgetperiode jährlich 93 Milliarden Kronen, das sind etwa 3,2 Milliarden Euro, aus den Finanztöpfen der EU beziehen - und zwar netto, also nach Abzug der eigenen Beiträge.

Hyundai-Fabrik könnte tschechisches BIP um 1,5 Prozent steigen lassen

Die Errichtung einer Hyundai-Automobilfabrik im mährischen Nosovice würde das tschechische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 um etwa 1,5 Prozent ansteigen lassen. Das sagte Hanus Krejci von der Regierungsagentur CzechInvest am Sonntag in einer Diskussionssendung des Tschechischen Fernsehens. Die strukturschwache Region dürfte zudem mit der Schaffung von 3000 Direkt-Arbeitsplätzen rechnen, indirekt könnten durch die Werksansiedlung sogar 15000 zusätzliche Jobs entstehen, meint Krejci. Diese Schätzung liegt deutlich höher als bisherige Angaben. Hyundai hat Interesse daran geäußert, die Fabrik in Nosovice zu bauen. Die Investition von etwa 1,3 Milliarden Euro will jedoch auch Polen an Land ziehen. Die jährliche Kapazität des Automobilwerks soll bei zirka 300.000 Fahrzeugen liegen. Wo der südkoreanische Konzern seine neue Niederlassung errichtet, wird voraussichtlich zu Jahresende bekannt.

Expremier Zeman für sozialdemokratische Minderheitsregierung

Milos Zeman, tschechischer Expremier und ehemaliger Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei (CSSD), hat sich am Sonntag im Tschechischen Fernsehen für eine sozialdemokratische Minderheitsregierung nach den Wahlen im kommenden Juni ausgesprochen. Eine große Koalition mit der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) lehnt Zeman ebenso ab wie die jetzige Koalition mit Christdemokraten (KDU-CSL) und Liberalen (US-DEU). Der derzeitige Premierminister Jiri Paroubek habe die CSSD jedoch aus der Krise geführt, sagte Zeman im Hinblick auf die steigenden Umfragewerte der Sozialdemokraten. Zeman war bis 2002 tschechischer Regierungschef. Heute gilt er als Polit-Pensionist, der in seiner Partei zwar umstritten aber immer noch einflussreich ist. Für den bevorstehenden Wahlkampf hat er der CSSD seine Unterstützung zugesagt.

Letztes Wochenende vor Weihnachten: Tschechen stürmten Geschäfte

Die tschechischen Geschäftsleute konnten sich am letzten Wochenende vor Weihnachten über satte Umsätze freuen. Im Vergleich zum Wochenende davor stiegen die Einnahmen an den Kassen um zirka 30 Prozent. Besonders begehrt waren Spielwaren und Unterhaltungselektronik. Vor allem MP3-Player werden dieses Jahr häufig unter tschechischen Weihnachtsbäumen liegen. In den großen Hypermarkt-Filialen, die rund um die Uhr geöffnet haben, kauften viele Menschen nachts ein, um dem größten Kundenansturm auszuweichen. So meldet zum Beispiel die Kaufhauskette Tesco, dass ihre Zweigstellen auch um drei Uhr früh gut besucht waren. Die Tschechen geben im Schnitt 4600 Kronen, das sind mehr als 150 Euro, für Weihnachtsgeschenke aus.

Starke Schneefälle lösten Verkehrschaos aus

Starke Schneefälle haben am Wochenende in etlichen Teilen Tschechiens zu zahlreichen Behinderungen geführt. In der Nacht auf Sonntag war die Autobahn D1, die mit Prag und Brünn die beiden größten Städte des Landes verbindet, für mehrere Stunden unpassierbar. Wegen beschädigter Leitungen waren in Mähren mehrere hundert Haushalte vorübergehend ohne Strom.

Wetter

Die weiteren Wetteraussichten: Auch zu Wochenbeginn bleibt es in Tschechien überwiegend bewölkt, immer wieder ist mit Schneefällen zu rechnen. Tageshöchsttemperaturen am Montag: -4 bis 0 Grad.

18-12-2005