Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

13-11-2005

Premier Paroubek bietet in Belgrad Vermittlerrolle tschechischer Diplomaten an

Der tschechische Premier Jiri Paroubek hat während seines Besuchs in Belgrad am Sonntag der serbischen Regierung die Vermittlerdienste tschechischer Diplomaten bei den Verhandlungen über die Zukunft Serbiens und Montenegros angeboten. Paroubek sprach darüber mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadic. Tadic sagte, die Rolle Serbiens in der Südprovinz Kosovo sei sehr schwierig. Die eventuelle Unabhängigkeit des Kosovos von Belgrad wäre Tadic zufolge kontraproduktiv. Die serbische Regierung bestehe vor den geplanten Verhandlungen über die Zukunft des Kosovo darauf, dass die Provinz Bestandteil Serbiens bleibe, so Tadic. Der tschechische Premier, der gegenwärtig eine viertätige Reise durch die Länder Ex-Jugoslawiens unternimmt, erklärte am Sonntag, Tschechien werde die Integration Serbiens und Montenegros in euroatlantische und europäische Strukturen unterstützen.

Premier Paroubek zu Besuch bei tschechischen Soldaten in Bosnien

Die in Bosnien stationierten tschechischen Soldaten werden vorläufig auch weiterhin im Land bleiben. Das sagte der tschechische Premier Jiri Paroubek am Samstagabend während seiner Visite in Tuzla. Zwar habe sich die Lage in Bosnien stabilisiert, in Hinblick auf den bevorstehenden Zusammenschluss der lokalen serbischen Polizei und Armee mit der bosnisch-kroatischen sei es jedoch nötig, die tschechischen Soldaten weiterhin im Land zu lassen, sagten Paroubek und der Oberbefehlshaber des tschechischen Militärkontingents in Bosnien, Pavel Hurt.

"Klub von Madrid" fordert zur Einhaltung der Menschenrechte in Weißrussland auf

Ehemalige Staats- und Ministerpräsidenten haben am Samstag in Prag die Politiker Weißrusslands, Usbekistans und Turkmenistans zur Einhaltung der Menschenrechte sowie internationaler demokratischer Standards aufgefordert. Der Aufruf des Klubs von Madrid, dessen Mitglieder ehemalige führende Politiker sind, bezieht sich auch auf weitere Länder mit totalitären Regimes. In einer zum Abschluss ihrer Tagung in Prag verabschiedeten Erklärung brachten 25 ehemalige Staatsoberhäupter und Premierminister ihre Beunruhigung über die Entwicklung in den erwähnten Ländern zum Ausdruck. Dahingegen würdigten sie die Bemühungen um demokratische Reformen in der Ukraine, in Georgien und Kirgisien. Der Klub rief außerdem zur Respektierung der Menschenrechte auf Kuba und in Birma auf. Mitglieder des Klubs von Madrid sind unter anderem der frühere US-amerikanische Präsident Bill Clinton und der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel.

Präsident Klaus: Häufige Ministerwechsel sind kein positives Zeichen

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat am Sonntag im Gespräch für den Tschechischen Rundfunk erklärt, dass Tschechien wegen häufiger Personalwechsel in der Regierung zu den weniger stabilen Ländern in Europa zählen könnte. Die Tatsache, dass sich der Regierungschef Minister aussuche, die nach wenigen Monaten wieder abberufen werden müssen, zeuge von falschen Entscheidungen. Der bislang letzte Personalwechsel fand im Landwirtschaftsministerium statt. Petr Zgarba, der wegen einer Affäre mit spekulativem Grundstückverkauf zurücktrat, soll durch den sozialdemokratischen Abgeordneten Jan Mladek abgelöst werden.

Präsident Klaus würdigte tschechische Christdemokraten

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat auf dem Parteitag der tschechischen Christdemokraten am Sonntag der Partei von Miroslav Kalousek Erfolg bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahrr gewünscht. Klaus würdigte des Weiteren die Tatsache, dass die Christdemokraten eine traditionelle, stabile und nicht linke Kraft im tschechischen politischen Spektrum darstellen.

Präsident Klaus beendete Staatsbesuch in Indien

Einzigartige Felsentempel in Ellora waren am Samstag die letzte Zwischenstation des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus während seiner einwöchigen Indien-Reise. Die Felsentempel, die sich im Bundesstaat Maharashtra befinden, wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Kampfjets Jas-39 Gripen halfen einer armenischen Zivilmaschine

Tschechische Kampfjets Jas-39 Gripen sind am Sonntag vom Luftstützpunkt der tschechischen Armee in Caslav gestartet, um einer armenischen Zivilmaschine zu helfen, die beim Flug über das tschechische Gebiet die Verbindung mit der Steuerzentrale verloren hat. Die Armeepiloten begleiteten die Maschine über Deutschland, wo es den armenischen Piloten gelang, die Verbindung mit der dortigen Flugkontrolle herzustellen. Das sagte ein Sprecher des Luftstützpunktes in Caslav.

Tschechische Polizei löst Treffen von Neonazis auf

Die tschechische Polizei hat zwei als Privatfeiern getarnte Treffen von Neonazis mit Gewalt aufgelöst. Bei der Aktion einer Sondereinheit in einem Restaurant in Zlata Olesnice (Nordböhmen) wurden in der Nacht zu Sonntag mehrere Personen festgenommen. Man habe eingegriffen, weil Nazi-Parolen zu hören gewesen seien, sagte ein Polizeisprecher. In dem Restaurant hatten sich etwa 140 Rechtsextremisten aufgehalten. In Prag löste die Polizei am Freitag in einem Musikclub eine ähnliche Veranstaltung auf. In der Vergangenheit war den Behörden wiederholt Tatenlosigkeit vorgeworfen worden, da sie gegen solche Treffen nicht eingeschritten waren.

Einer der flüchtigen tschechischen Häftlinge wurde in Deutschland gefasst, nach dem anderen wird gefahndet

Einer der beiden tschechischen Häftlinge, die am vergangenen Dienstag aus dem Pilsner Gefängnis Bory geflüchtet waren, wurde am Samstag von der deutschen Polizei nahe Stuttgart verhaftet. Die tschechische Seite hatte um seine Auslieferung ersucht. Die Polizei fahndet auch weiterhin nach dem zweiten Flüchtling Roman Cabrada. Die Polizisten haben der Nachrichtenagentur CTK zufolge Informationen darüber, wo er sich aufhalten könnte. Aus taktischen Gründen dürfen die Informationen jedoch nicht veröffentlicht werden.

Wette: Tschechischer Verkehrsminister muss 80 Kilometer marschieren

Der tschechische Verkehrsminister Milan Simonovsky muss nach einer verlorenen Wette die Wanderschuhe schnüren. Der Christdemokrat hatte vor zwei Jahren in einer Diskussion versprochen, dass eine geplante Autobahntrasse bei Ostrava / Ostrau spätestens im Jahr 2008 fertig werde, anderenfalls werde er die gesamte Schnellstraße zu Fuß entlang laufen. Der Investor habe nun mitgeteilt, dass er den Zeitplan nicht einhalten könne, berichtete der Tschechische Rundfunk am Sonntag. Auf Simonovsky warte damit ein Marsch von 80 Kilometern. Der Minister werde sein Wort halten, sagte seine Sprecherin: "Der Minister sucht bereits geeignete Wanderschuhe."

Karjala-Cup: Tschechien-Finnland 6:2, Tschechien-Russland 3:5

Die tschechische Eishockeynationalmannschaft hat am Samstag im Karjala-Cup in Helsinki das Team Finnlands mit 6:2 besiegt. Am Sonntag unterlag das tschechische Eishockeyteam der Mannschaft Russlands mit 3:5.

13-11-2005