Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

12-11-2005

Premier Paroubek verspricht Hilfe für Bosnien und Herzegowina

Der tschechische Premier Jiri Paroubek hat am Samstag in Sarajevo erklärt, dass die Tschechische Republik eine aktivere Rolle auf dem Balkan spielen wird. Tschechien soll sich Paroubek zufolge für politische, ökonomische und auswärtige Angelegenheiten dieser Region intensiver interessieren. Er versprach Bosnien und Herzegowina, dass Tschechien seine Erfahrungen mit der Transformation mit ihnen teilen wird. Nach dem Treffen mit seinem bosnischen Amtskollegen Adnan Terzic sagte Paroubek, die Tschechische Republik werde alles dafür tun, um Bosnien und Herzegowina beim Beitritt zu den euroatlantischen Strukturen und zur EU zu helfen. In Prag wird bald ein Seminar veranstaltet, bei dem sich tschechische Politiker und Unternehmer mit den Investitionsmöglichkeiten in Bosnien und Herzegowina vertraut machen werden. Terzic begrüßte die tschechische Initiative und sagte, sein Land sei an Investitionen aus Tschechien stark interessiert.

Präsident Klaus beendet seinen Indien-Besuch

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat zum Abschluss seiner einwöchigen Indien-Reise am Samstag eine neue Montagefließreihe in der Skoda-Fabrik in Aurangabad im Bundesstaat Maharashtra feierlich geöffnet. Die Produktionskapazität der Fabrik wird dank der neuen Montagefließreihe auf das Doppelte erhöht. Mit dem Besuch in den Skoda-Werken beendete der tschechische Präsident seinen Indien-Besuch.

Altneuer Parteichef der Christdemokraten ist Miroslav Kalousek

Der Vorsitzende der tschechischen Christdemokraten (KDU-CSL) Miroslav Kalousek hat auf dem Parteitag der Christdemokraten am Samstag in Plzen / Pilsen seinen Posten erwartungsgemäß verteidigt. Kalousek erhielt mehr als 84 Prozent der Delegiertenstimmen. Bei der Wahl hatte er keinen Gegenkandidaten. Kalousek wurde zum Parteichef vor zwei Jahren gewählt, als er auf dem Parteitag in Ostrava / Ostrau Cyril Svoboda geschlagen hatte. An der Parteispitze wird Kalousek nun vier Jahre lang stehen. Über die Verlängerung des Mandats entschieden die Delegierten am Samstagvormittag, als sie das Statut der Partei geändert haben. Noch vor der Wahl erklärte Kalousek, er sei davon überzeugt, dass die Partei die beiden vergangenen Regierungskrisen bewältigt hatte. Er meinte damit sowohl den Sturz der Vladimir Spidla-Regierung im vergangenen Jahr, als auch die Regierungskrise, die im Frühjahr 2005 durch die Probleme von Ex-Premier Stanislav Gross hervorgerufen wurde. Gross wurde damals von den Christdemokraten zum Rücktritt aufgefordert. Kalousek sagte heute, diese Aufforderung reagierte angemessen darauf, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit gegenüber der Regierung gesunken war.

Kasal bleibt Vizechef der Christdemokraten

Jan Kasal wird auch weiterhin der erste Vizechef der Christdemokraten sein. Zu weiteren zwei stellvertretenden Parteivorsitzenden wurden Verkehrsminister Milan Simonovsky und Außenminister Cyril Svoboda gewählt. Über die Besetzung weiterer Posten im Parteivorstand werden die Delegierten auf dem Parteitag in Plzen noch entscheiden.

Svoboda: Stellung der Christdemokraten ist schlechter geworden

Außenminister Cyril Svoboda brachte auf dem Parteitag der KDU-CSL die Meinung zum Ausdruck, dass die Stellung der Christdemokraten auf der tschechischen politischen Szene während des letzten Jahrs schlechter geworden ist. Die schlechtere Stellung der Partei ist Svoboda zufolge durch ihre Konfrontationspolitik verursacht. Svoboda empfahl, die Probleme positiv zu lösen anstelle Konflikte hervorzurufen.

ODS-Chef Topolanek ist gegenüber Christdemokraten kritisch

Der Vorsitzende der stärksten tschechischen Oppositionspartei, der Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Mirek Topolanek, hat die Christdemokraten auf ihrem Parteitag in Plzen beschuldigt, dass sie in der Koalitionsregierung die Zusammenarbeit der Sozialdemokraten mit den Kommunisten dulden. Topolanek brachte aber auch den Wunsch zum Ausdruck, mit den Christdemokraten zusammenzuarbeiten. Seinen Worten zufolge bewahren die Christdemokraten ihre Identität und arbeiten mit den Bürgerdemokraten erfolgreich auf der Landkreisebene zusammen. Auf dem Parteitag sprach auch der Vorsitzende der kleinsten Regierungspartei, der Liberalen, Pavel Nemec. Was die Mitgliederzahl betrifft, ist die Christdemokratische Volksunion mit etwa 43.000 Mitgliedern die zweitstärkste tschechische Partei. Die Zahl ihrer Mitglieder ist jedoch in den letzten Jahren gesunken.

Geflüchteter Häftling wurde in Deutschland gefasst

Die deutsche Polizei hat am Samstag in Stuttgart Rostislav Roztocil verhaftet, der vor fünf Tagen aus dem Pilsner Gefängnis Bory flüchtete. Darüber informierte die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf eine tschechische Polizeisprecherin.

Nachbau von Shakespeare-Theater "Globe" in Prag von Brand zerstört

In Prag ist ein hölzerner Nachbau des berühmten Shakespeare-Theaters "Globe" von einem Großbrand zerstört worden. Das Feuer sei auf dem Ausstellungsgelände der tschechischen Hauptstadt aus noch unbekannten Gründen ausgebrochen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden wird auf mindestens 500 000 Euro geschätzt. Vor drei Jahren war der 1999 entstandene Rundbau vom Jahrhundert-Hochwasser der Moldau erheblich beschädigt worden.

Tenor Villazon begeisterte das Prager Publikum

Im völlig ausverkauften Smetana-Saal in Prag hat sich am Freitagabend der mexikanische Tenor Rolando Villazon vorgestellt. Mit seinem fast dreistündigen Opernabend hat der Künstler das Prager Publikum begeistert. Villazon, der in der letzten Zeit zu einer Sensation im Tenorbereich geworden ist, sang in Prag zum ersten Mal.

Fußball-WM-Relegation: Norwegen - Tschechien 0:1

Am Samstagabend hat die tschechische Fußballnationalmannschaft in der WM-Relegation in Oslo das norwegische Nationalteam mit 1:0 besiegt. Das einzige Tor schoss in der 32. Minute Vladimir Smicer. Am Mittwoch werden die beiden Mannschaften ihre Kräfte in Prag messen.

Deutsches U-21-Team vor EM-Teilnahme - 2:0-Sieg in Tschechien

Die U-21-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat das Tor zur EM-Endrunde im kommenden Jahr weit aufgestoßen. Die unter Trainer Dieter Eilts auch im 13. Spiel in Serie ungeschlagene Mannschaft gewann am Freitagabend mit 2:0 (1:0) vor 8125 Zuschauern im südmährischen Uherske Hradiste gegen Gastgeber Tschechien.

12-11-2005