Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

11-11-2005

Gesundheitsminister Rath: Staat haftet für die Allgemeine Krankenversicherung

Der tschechische Gesundheitsminister David Rath hat am Freitag die tschechischen Bürger versichert, dass der Staat die Allgemeine Krankenversicherung (VZP) vollständig unter Kontrolle hat und durch die Zwangsverwaltung ihre Stabilität garantiert. Daher gebe es, so Rath, keinen Grund dafür, zu einer anderen Krankenversicherungsanstalt zu übergehen. Das sagte der Minister auf einer von der sozialdemokratischen Partei organisierten Konferenz. Probleme macht dem Minister zufolge den Zwangsverwaltern nur die Direktorin der Krankenversicherung, Jirina Musilkova, die von Rath sowie von Premier Jiri Paroubek zum Rücktritt aufgefordert wurde. Musilkova selbst denkt jedoch nicht an einen Rücktritt, sie kann aber vom Abgeordnetenhaus abberufen werden.

Opposition will Sondersitzung des Unterhauses zur Zwangsverwaltung der Krankenversicherung einberufen

Die Abgeordneten der oppositionellen Demokratischen Bürgerpartei (ODS)

wollen eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses zur Zwangsverwaltung der Allgemeinen Krankenversicherung einberufen. Die stärkste Oppositionspartei hält die Zwangsverwaltung für unverantwortlich und unbegründet. Das sagte der Parteivorsitzende Mirek Topolanek am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Rath: Oppositionsprogramm wurde von der VZP finanziert

Gesundheitsminister David Rath hat den Verdacht ausgesprochen, dass das Programm der so genannten "Blauen Chance" von Tomas Julinek, der im Schattenkabinett der oppositionellen Bürgerdemokraten das Gesundheitsressort innehat, für Gelder von der Allgemeinen Krankenversicherung entwickelt wurde. Das sagte Rath am Freitag vor Journalisten Er forderte Senator Julinek auf, nachzuweisen, woher er die finanziellen Mittel für das Programm schöpfte. Julinek lehnte dies ab und erklärte, er habe keine Verbindung zu finanziellen Ressourcen der Allgemeinen Krankenversicherung.

Für die Flucht von zwei Häftlingen werden führende Mitarbeiter des Gefängnisses bestraft

Für die Flucht der zwei Häftlinge Rostislav Roztocil und Roman Cabrada aus dem Pilsner Gefängnis Bory werden Mitarbeiter des Gefängnisses bestraft, die für die Kontrollen der Häftlinge bei der Arbeit verantwortlich waren. Das sagte der Direktor des Tschechischen Gefängnisdienstes Ludek Kula am Freitag gegenüber Medien. Bereits am Dienstag, nach der Flucht der beiden Häftlinge, musste der Direktor des Gefängnisses seinen Posten verlassen. Die Polizei fahndet nach den beiden Flüchtlingen erfolglos seit Dienstag. Nach Informationen der Polizei ist Cabrada, der Mörder des ehemaligen Bürgermeisters der bayerischen Stadt Röckingen ist, mit einem Hackmesser bewaffnet. Die Polizei schließt nicht aus, dass er sich während der Flucht eine Schießwaffe anschaffte.

Mary Robinson: EU muss sich stärker für die Demokratisierung Weißrusslands einsetzen

Die Europäische Union soll sich stärker an den Bemühungen um die Demokratisierung Weißrusslands beteiligen. Das sagte die Vizepräsidentin des so genannten Madrider Klubs und Ex-Präsidentin Irlands, Mary Robinson, am Freitag in Prag. Die Lage in Weißrussland sei, so Robinson, sehr kompliziert und die EU solle sich dort im Bereich der Menschenrechte mehr engagieren. Am Beispiel der Ukraine zeigte die Politikerin, dass es möglich ist, die Menschen zu Änderungen zu mobilisieren. Ein ähnlicher Druck muss Robinson zufolge auf Weißrussland, wo der autokratische Präsident Alexandr Lukaschenko herrscht, entwickelt werden. Auf der Tagung des Klubs von Madrid, einer Organisation von einflussreichen Intellektuellen und Ex-Politikern aus aller Welt, wurde unter anderem die Lage im Kosovo und in Kuba diskutiert. Der Präsident des Klubs, der ehemalige brasilianische Staatschef Fernando Henrique Cardoso, betonte, dass Kuba das einzige Land Lateinamerikas ist, das wirklich undemokratisch ist. Unter den Teilnehmern der Tagung ist auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Er sagte gegenüber Journalisten, die Demokratie sei kein abgeschlossener Prozess, es sei notwendig, ständig daran zu arbeiten.

Französische Orden für tschechische Kriegsveteranen

Sechs tschechische Piloten, die an den Kämpfen um Frankreich und um Großbritannien teilnahmen und fünf tschechische Veteranen, die sich an den Kämpfen um den französischen Hafen Dunkerque beteiligten, sind am Freitag in Prag mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Eine der höchsten französischen Auszeichnungen wurde ihnen vom französischen Staatsoberhaupt verliehen. Den Kriegsveteranen wurden die Orden vom französischen Botschafter Joel de Zorzi am Tag überreicht, an dem in Europa an das Ende des Ersten Weltkriegs erinnert wird.

Tschechien wird mehr Soldaten nach Afghanistan entsenden

Die Zahl der in Afghanistan stationierten tschechischen Soldaten wird nächstes Jahr wahrscheinlich doppelt so hoch wie jetzt sein. Die Tschechische Armee wird nämlich die Kontrolle über den Flughafen in Kabul übernehmen. Das sagte der stellvertretende Generalstabschef der Tschechischen Armee Emil Pupis am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Einige sozialdemokratische und kommunistische Parlamentarier haben Einwände gegen den Einsatz tschechischer Soldaten in Afghanistan. Verteidigungsminister Karel Kühnl betonte, dass die ökonomische Entwicklung im Land nicht gestartet werden kann, wenn die Region unstabil ist. Die Kontingente der tschechischen Soldaten, die im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina und im Irak stationiert sind, sollen nächstes Jahr ungefähr gleich stark wie bisher bleiben.

Hübnerova: Tschechien lässt Zweifel an der Nutzung von EU-Geldern

Die Tschechische Republik schöpft das Geld aus den für den Zeitraum von 2004 bis 2006 zur Verfügung gestellten EU-Fonds wesentlich langsamer, als sie es selbst vorgesehen hatte. Die Europäische Kommission verfolge zudem mit Beunruhigung die Untersuchungen zur angeblichen Veruntreuung von EU-Geldern in Tschechien, erklärte die EU-Kommissarin für Regionalpolitik Danuta Hübnerova gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Diese und weitere Unstimmigkeiten werden Gegenstand der Gespräche sein, die Danuta Hübnerova am Freitag in Prag führte.

Präsident Klaus in Indien

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus, der zu Staatsbesuch in Indien weilt, ist am Freitag im Bundesstaat Goa eingetroffen. In der ehemaligen Metropole dieser einstigen portugiesischen Kolonie besichtigte der Präsident historische Sehenswürdigkeiten aus der Barockzeit einschließlich der Kirche mit den Reliquien des Heiligen Franz Xaverius. Zum Abschluss des Indien-Aufenthalts wird Präsident Klaus am Samstag die Höhlentempel in Ellora im Bundesstaat Maharashtra besuchen.

Theaterfestival Deutscher Sprache stellt Hanna Schygulla und Armin Müller-Stahl vor

Das zweiwöchige 10. Prager Theaterfestival Deutscher Sprache startete am Freitag mit einer Kabarettaufführung von Gerhard Polt und dem bayerischen Familienensemble Biermösl Blosn in seine zweite Hälfte. Am Wochenende erwarten die Besucher unter anderem eine Vorstellung der Puppenbühne aus Meiningen sowie Lesungen der populären Film- und Theaterschauspieler Hanna Schygulla und Armin Müller-Stahl. Das Jubiläumsfestival wird am 17. November, der hierzulande ein Feiertag ist, mit einer Podiumsdiskussion der ehemaligen Staatspräsidenten Tschechiens und Deutschlands, Vaclav Havel und Richard von Weizsäcker abgeschlossen.

Karjala Cup: Tschechische Cracks verlieren Auftaktspiel gegen Schweden

Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft hat am Donnerstagabend in Jönköping ihr Auftaktspiel beim Karjala Cup gegen Schweden klar und deutlich mit 3:6 verloren. Nach einem guten ersten Drittel, als die Schützlinge von Auswahltrainer Alois Hadamczik nach Toren von Ton und zweimal Horava mit 3:1 in Führung lagen, kamen sie im weiteren Spielverlauf völlig unter die Räder der entschlossenen auftrumpfenden Gastgeber. Während die "Tre Kronors" somit ihre Tabellenführung in der Wertung der diesjährigen Euro Hockey Tour ausbauen konnten, ist Tschechien nach dem gleichzeitigen Sieg von Finnland über Russland auf den vierten und letzten Tabellenplatz abgerutscht. In den Begegnungen mit Finnland am Samstag und Russland am Sonntag, die jeweils in Helsinki ausgetragen werden, können die "böhmischen Löwen" das jedoch ändern.

11-11-2005