Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

24-10-2005

Streit um Gesundheitsminister: Präsident gegen ein Treffen mit Premierminister

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus hat sich am Montag nicht mit Premierminister Jiri Paroubek und dem neuen stellvertretenden Gesundheitsminister David Rath getroffen. Paroubek hatte ein klärendes Gespräch auf der Prager Burg erwartet, nachdem Klaus letzte Woche die vom Premierminister vorgeschlagene Ernennung Raths zum Gesundheitsminister nicht unterschrieben hat. Klaus sei nach wie vor der Ansicht, dass Rath als Chef der tschechischen Ärztekammer den Ministerposten nicht übernehmen könne. Der Grund sei ein Interessenskonflikt. David Rath leitet trotzdem bereits seit vergangenem Freitag das Gesundheitsministerium, derzeit als stellvertretender Minister. David Rath gab heute bekannt, er werde eine eidesstattliche Erklärung verfassen, dass er nach einer Ernennung zum Gesundheitsminister sofort alle Tätigkeiten beendet, die nach der Verfassung mit diesem Posten nicht zu vereinbaren sind. Durch diese Erklärung wolle er die Vorbehalte des Präsidenten zerstreuen.

Neue Untersuchungskommission im Fall Krejcir

Die tschechische Polizei werde ein spezielles Untersuchungsteam zusammenstellen, das sich mit den Straftaten des geflüchteten Milliardärs Radovan Krejcir befassen wird, gab Polizeipräsident Vladislav Husak am Montag bekannt. Der Unternehmer Krejcir hat in einem Interview für die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" behauptet, es habe im Jahr 2002 den tschechischen Sozialdemokraten 60 Millionen Kronen (rund zwei Millionen Euro) geliehen. Dafür habe er verlangt, sowohl Einfluss in das Staatsunternehmen Cepro als auch bei besonderen Personalfragen in der Regierung nehmen zu können, so Krejcir. Die Sozialdemokraten wiesen die Anschuldigungen zurück. Die neue Polizeikommission soll die Aussagen von Krejcir untersuchen, er selber halte sich derzeit auf den Seychellen auf. In Tschechien wird Krejcir wegen mehrerer Straftaten verfolgt.

Sparmaßnahmen bei der tschechischen Krankenkasse VZP

Der tschechischen Allgemeinen Krankenkasse (VZP) drohe vorerst keine Zwangsverwaltung, sagte am Montag der stellvertretende Gesundheitsminister David Rath nach dem Treffen mit der VZP-Direktorin, Jirina Musilkova. Es werden weitgehende Sparmaßnahmen geplant, fügte Rath hinzu. Die Schulden der VZP haben bereits zehn Milliarden Kronen (rund 330 Millionen Euro) überschritten. Es solle bei den Verschreibungen der Medikamente gespart werden und die Krankenkasse werde ihre Zahlungen an die Krankenhäuser um einige Tage hinausschieben, hieß es nach der Unterredung.

Mehr slowakische Befürworter der Teilung der Tschechoslowakei

In der Slowakei steigt die Anzahl der Befürworter der Teilung der Tschechoslowakei im Jahr 1993. Die Mehrheit der Slowaken stimmt jedoch der Teilung nach wie vor nicht zu, geht aus einer Umfrage der slowakischen Agentur MVK hervor. Die Teilung der Föderation unterstützen heute 41 Prozent der Slowaken, im Jahr 1993 waren es 31 Prozent. Die Meinung der Slowaken bezüglich der Teilung der Tschechoslowakei hänge mit dem konservativeren Denken der Menschen zusammen, erklärte am Montag der Direktor der Agentur MVK, Pavel Haulik. Die Meinung der Slowaken bezüglich eines selbständigen Staates ändert sich langsamer als bei den Tschechen, sagte Haulik weiter.

Arbeitsministerium lockt ausländische Experten

Rund 300 Ausländer haben in Tschechien die Chance, im verkürzten Verfahren eine Daueraufenthalterlaubnis innerhalb 2,5 Jahren anstatt wie bisher innerhalb von zehn Jahren zu bekommen. Das Ministerium für Arbeit und Soziales hat sie in einem Programm ausgewählt, mit Hilfe dessen ausländische Experten mit ihren Familien in die Tschechische Republik gelockt werden sollen, sagte Ministeriumssprecherin Katerina Berankova am Montag. Das Programm wurde 2003 gestartet und soll fünf Jahre dauern. In das Programm können sich Experten aus ausgewählten Ländern in Südosteuropa, aus ausgewählten GUS-Staaten sowie aus Kanada melden.

Deutsch-Tschechisches Jugendforum hat neue Sprecher

Für das Deutsch-Tschechische Jugendforum begann am Wochenende in Dresden die dritte Amtsperiode. 40 junge Tschechen und Deutsche werden zwei Jahre lang in den Arbeitsgruppen Kommunikation, Jugend, Politik, Begegnungen und Bildung zusammenarbeiten. Zu den Sprechern des Jugendforums wurden die Studenten Jan Zajic aus Prag und Michael Sachsenmaier aus Konstanz gewählt. Ihre Vertreterinnen sind seit dem vergangenen Wochenende die Studentin Lenka Hofmanova sowie Kathrin Freier. Das Jugendforum arbeitet seit November 2001 und setzt sich für die Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen ein. Die Gründung der Plattform geht auf ein Projekt des Koordinierungsrates des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums zurück.

Messe für Informationstechnologie in Brno eröffnet

Der tschechische Markt auf dem Gebiet der Computer- und Informationstechnologien (IT) erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro. Damit übertraf er den bisherigen Vorzeigemarkt in diesem Bereich in Irland um 300 Millionen Euro, sagte die Ministerin für Informatik, Dana Berova. Am Montag eröffnete sie die für IT spezialisierten Messen Invex und Diditex in Brno / Brünn. Bis Donnerstag stellen in Mähren rund 620 Firmen aus 15 Ländern ihre Neuigkeiten aus dieser Branche aus. In Brno wird auch die tschechische Meisterschaft im Computer spielen veranstaltet. Nach Untersuchungen des Informatikministeriums geben 60 Prozent der Befragten gute Computer-Kenntnisse an, jedoch nur 27 Prozent von ihnen auf dem Niveau, das ihre Arbeitsgeber verlangen, gab die Ministerin bei der Messe-Eröffnung bekannt.

Kudelski und T-Mobile bieten in Tschechien bald Handyfernsehen an

Das Schweizer Unternehmen Kudelski und der tschechische Mobilfunkanbieter T-Mobile werden ihren tschechischen Kunden demnächst Fernsehempfang per Mobiltelefon anbieten, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Der neue Dienst solle in der zweiten Jahreshälfte 2006 eingeführt werden, hieß es. T-Mobile Tschechien ist eine Tochter der Deutschen Telekom AG.

Prager Zoll stellt 18 Tonnen verdorbene Feigen aus der Türkei sicher

Die Prager Zöllner haben in den zurückliegenden Tagen mehr als 18 Tonnen verdorbener Feigen, die aus der Türkei importiert wurden, sichergestellt. Aus einem ähnlichen Grund hat die Zollbehörde auch einer mit Insekten befallenen Tonne Reis aus Vietnam die Ausfuhr auf den tschechischen Markt verwehrt. Das gab der Sprecher der Zolldirektion Zdenek Malek heute über die Nachrichtenagentur CTK bekannt. Bisher haben die Zöllner allein in diesem Jahr mehr als 70 Tonnen an gefährlichen Lebensmitteln vor ihrem möglichen Verzehr aus dem Verkehr gezogen.

Schwer verletzter tschechischer Fußballer auf dem Wege der Besserung

Der Gesundheitszustand eines 27-jährigen tschechischen Fußballers, der am Samstag bei einer Punktspielbegegnung im mittelböhmischen Bychory einen lebensgefährlichen Schädelbruch erlitten hat, hat sich verbessert. "Dem Patienten geht es besser, er ist bei Bewusstsein und atmet selbst, was bedeutet, dass ihm das künstliche Beatmungsgerät bereits abgenommen werden konnte", teilte der Sprecher des Krankenhauses in Prag-Vinohrady mit, in dem der Fußballer derzeit behandelt wird. Er hatte seine schwere Verletzung bei dem Zusammenprall mit einem Mitspieler davon getragen, als dieser ihn mit seinem Knie frontal am Kopf getroffen hatte. Der so genannte kompressible Schädelbruch wird von den Ärzten als eine sehr schwerwiegende Verletzung eingestuft.

24-10-2005