Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

16-10-2005

Premier Paroubek ruft Ärzte zum Sparen auf

Premier Jiri Paroubek hat heute eine Rede auf dem Kongress der Tschechischen Ärztekammer gehalten. Darin rief er die Ärzte zur Zusammenarbeit an einzuführenden Sparpaketen auf, mit deren Hilfe das derzeitige 10-Milliarden-Kronen-Defizit im Finanzierungsbereich der medizinischen Fürsorge abgebaut werden soll. Die Ursachen der unerfreulichen Lage im Gesundheitswesen sieht Paroubek in der Tätigkeit der größten tschechischen Versicherungsanstalt VZP. Unter Hinweis auf die Probleme bedankte er sich bei den Ärzten im Namen aller Bürger des Landes dafür, dass es sich nur um eine finanzielle Krise handele, ohne dass sich diese auf die Qualität der Gesundheitspflege auswirke. Bis Donnerstag kommender Woche will Paroubek den Namen eines neuen Gesundheitsministers bekannt geben. Beide Kandidaten für diesen Posten, den wieder gewählten Präsidenten der Ärztekammer David Rath und den jetzigen Vizechef des Gesundheitsressorts Jiri Kaskuba, forderte der Premier auf, ihm eigene Konzepte für die Stabilisierung des tschechischen Gesundheitswesens vorzulegen. Die bisherige Gesundheitsministerin Milada Emmerova rief er vor einer Woche ab.

ODS erstattet Strafanzeige gegen Premier und zwei Regierungsmitglieder

Führende Vertreter der stärksten oppositionellen Partei, der Demokratischen Bürgerdemokraten (ODS), haben eine Strafanzeige gegen Premier Jiri Paroubek, den ehemaligen Chef seines Büros, Zdenek Dolezel, sowie gegen die Minister und Paroubeks sozialdemokratische Parteigenossen, Bohuslav Sobotka und Milan Urban, wegen Privatisierung des Chemieunternehmens Unipetrol durch die polnische Gesellschaft PKN Orlen erstattet. Dies teilte am Sonntag der ODS-Fraktionschef Vlastimil Tlusty in der Polittalkshow des TV-Privatsenders Nova "Sieben Tage" mit. Die ODS beschuldigt die CSSD-Politiker des Missbrauchs ihrer Amtskompetenzen und des Eingriffs in fremde Rechte.

Tschechische Soldaten in Afghanistan

Die Äußerung des NATO-Generalsekretärs Jaap de Hoop Scheffer über eine mögliche Aufstockung der Soldatenpräsenz in Afghanistan bis um 15 000 Mann ist nach Meinung des tschechischen Botschafters bei der NATO, Stefan Füle, nicht richtig verstanden worden. Unter den NATO-Botschaftern herrsche die Überzeugung, so Füle in einem Statement für die Nachrichtenagentur CTK, dass die Soldatenkontingente in der ISAF- Mission sowie in der Operation Induring Freedom in Afghanistan ausreichend seien. An der ISAF-Operation nehmen derzeit 55 tschechische Soldaten teil. Ihre Zahl soll sich im kommenden Jahr auf 80 erhöhen.

Knappe Hälfte der Tschechen hält die kommunistische Partei für verbrecherische Organisation

Nur eine knappe Hälfte der tschechischen Bürger teilt die Meinung des christdemokratischen Fraktionschefs Miroslav Kalousek, der vor kurzem die kommunistische Partei KSCM als eine verbrecherische Organisation bezeichnete. Dies geht aus einer Anfang der vergangenen Woche durchgeführten Umfrage der Agentur STEM hervor. Ihren am Sonntag von der Nachrichtenagentur CTK veröffentlichten Ergebnissen ist zu entnehmen, dass jeweils zwei der fünf Befragten glauben, dass die KSCM unter seinem neuen Vorsitzenden Vojtech Filip künftig für einen breiten Wählerkreis akzeptabel sein wird. Mit der Ansicht des christdemokratischen Politikers Kalousek identifizierten sich laut Umfrage insgesamt 46 Prozent der Befragten.

Ovationen für Verdis Aida im Prager Nationaltheater

Nach 50 Jahren steht erneut die Oper Aida auf dem Repertoir des Prager Nationaltheaters. Bei der Premiere der neuen Inszenierung am Samstagabend feierten vor allem drei ausländische Solisten den größten Erfolg: In den Hauptrollen sang die aus dem Operntheater Arena in Verona bekannte italienische Sopranistin Daniela Longhi, der ebenfalls international bekannte Tenor aus Petersburg, Sergej Ljadov, und die ukrainische Mezzosopranistin Alina Gurina. Erfolgreich war auch der tschechische Opernsänger Ivan Kusnjer. Sowohl die Solisten als auch der Chor und das Orchester unter Oliver Dohnanyi ernteten nach der mehr als dreistündigen Opernvorstellung lang anhaltende Ovationen.

16-10-2005