Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

10-10-2005

Paroubek: Beziehungen zu Deutschland werden auch unter Bundeskanzlerin Merkel gut sein

Der tschechische Ministerpräsident Jiri Paroubek geht davon aus, dass sich am guten Niveau der tschechisch-deutschen Beziehungen nichts ändert, wenn CDU-Chefin Angela Merkel neue deutsche Bundeskanzlerin wird. Angela Merkel sei eine ganz klare Realpolitikerin, sagte Paroubek am Montag. Er sei nicht überrascht, dass sie schließlich Bundeskanzlerin werde. Als Bundeskanzler Gerhard Schröder vor zehn Tagen zu einem Kurzbesuch in Prag war, habe er diese Möglichkeit angedeutet. Für die Tschechische Republik sei wichtig, dass sich die große Koalition in Deutschland aus zwei gleichberechtigten politischen Parteien zusammensetze. In Deutschland zeichnet sich drei Wochen nach der Bundestagswahl eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD mit Angelika Merkel als Bundeskanzlerin ab.

Tschechien bietet Hilfe für Erdbebenopfer an

Zwei Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Pakistan und Indien ist am Montag ein Vertreter der größten tschechischen Hilfsorganisation "Mensch in Not" in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen, um vor Ort zu entscheiden, wie den Opfern am effektivsten geholfen werden kann. Der Organisation ständen etwa eine Million Kronen (rund 33.000 Euro) aus ihrem Fonds für schnelle humanitäre Reaktionen zur Verfügung, sagte der Direktor von "Mensch in Not", Simon Panek am Montag. Die Organisation hat heute eine Spendensammlung unter dem Motto "SOS-Pakistan" eröffnet. Am Sonntag hatte der tschechische Ministerpräsident Jiri Paroubek den Erdbebenopfern Hilfe im Wert von einer Million US-Dollar angeboten. Am Mittwoch soll sich das Kabinett mit dem Vorschlag befassen. Das Außenministeriums hatte bereits früher angekündigt, 5 Millionen Kronen (ca. 170.000 Euro) für die Erdbebenopfer zur Verfügung zu stellen.

Konferenz "Forum 2000" sucht Antworten auf globale Fragen

In Prag wird am Montag die Konferenz "Forum 2000" fortgesetzt, die am Sonntag von Ex-Präsident Vaclav Havel eröffnet wurde. Die Teilnehmer werden sich unter anderem mit dem Thema der "Rechtfertigung" von Religionskonflikten und der Rolle der Medien in der heutigen Welt befassen. An der Konferenz nehmen rund 30 internationale Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil, darunter die kanadische Ex-Ministerpräsidentin Kim Campbell, der Präsidentschaftskandidat der weißrussischen Opposition, Alexander Milinkewitsch, der französische Philosoph Andre Glucksmann sowie der ehemalige CIA-Chef James Woolsey. Woolsey sagte an Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK, der nächste große Terroranschlag könnte sich auf empfindliche Infrastruktur wie etwa Stromleitungsnetze oder Erdölraffinerien im Nahen Osten konzentrieren. Der Westen sollte stärkere Kritik an Ländern wie Iran und Syrien üben und oppositionelle Bewegungen unterstützen, so Woolsey.

Landwirtschaftsminister fordert härtere Strafen für normwidrigen Lebensmittelhandel

Der tschechische Landwirtschaftsminister Petr Zgarba will Händler, die abgelaufene Lebensmittel verkaufen, künftig wesentlich härter bestrafen. Eine entsprechende Gesetzesnovelle sieht eine Erhöhung der Geldstrafen von gegenwärtig 3 Millionen (rund 30.000 Euro) auf 50 Millionen Kronen (umgerechnet etwa 1,7 Millionen Euro) vor. Dadurch sollen die Händler zur Einhaltung der Regeln genötigt werden, die für den Verkauf von Lebensmittel gelten. Hintergrund für diesen Vorstoß des Landwirtschaftsministers sind in letzter Zeit sich häufende Fälle von Etikettenschwindel bei abgelaufenen Lebensmitteln.

RWE steuert Einkauf von Erdgas künftig von Prag aus

Der Energiekonzern RWE (Essen) bündelt den Einkauf von Erdgas in Kontinentaleuropa an seinem Standort Prag. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Montag in der tschechischen Hauptstadt. Zum Leiter der neuen Organisationseinheit sei Frank-Detlef Drake ernannt worden, Vorstandsmitglied der RWE Transgas. Im Rahmen der neuen Organisationsstruktur entstünden in der Moldau-Metropole zahlreiche neue Arbeitsplätze, erklärte er. Künftig werde in Prag auch über den Ein- und Verkauf von Transport-, Transit- und Speicherkapazitäten zum Beispiel auch in Deutschland entschieden, hieß es.

RWE hatte 2002 für insgesamt 4,1 Milliarden Euro 97 Prozent am tschechischen Gasversorger Transgas sowie zwischen rund 46 und 58 Prozent an acht regionalen Gasversorgungsunternehmen übernommen.

Arbeitslosenquote leicht auf 8,8 Prozent gesunken

Die Arbeitslosenquote in Tschechien ist um 0,1 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent gesunken. Etwa 504 000 Menschen seien am 30. September als arbeitslos registriert gewesen, teilte das Arbeitsministerium in Prag am Montag mit. Das waren rund 1.300 weniger als Ende August, als die Quote bei 8,9 Prozent gelegen hatte. Die niedrigste Quote im September verzeichnete die Hauptstadt Prag mit rund 3,0 Prozent, hingegen blieb im strukturschwachen Grenzgebiet zu Deutschland der Wert bei etwa 20 Prozent. Ein Wirtschaftswissenschaftler begründete die leichte Absenkung vor allem mit der Zahl neu eingestellter Schulabgänger.

In Prag beginnt internationales Gitarrenfestival

In Prag wird heute das 8. internationale Gitarrenfestival unter dem Motto "Gitarre in verschiedenen Genres" fortgesetzt. Beim Eröffnungskonzert am Sonntag hatten sich der italienisch-amerikanische Gitarrist Peppino D´Agostino und der kroatische Gitarrenspieler Darko Jurkovic vorgestellt, letzterer war gemeinsam mit namhaften tschechischen Jazzmusikern aufgetreten. Bis zum 27. November wird bei achtzehn Festivalkonzerten in Prag und in anderen tschechischen Städten Flamenco, Blues, Rock, Folk, Ragtime sowie World Music erklingen.

10-10-2005