Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

05-10-2005

Papst Bendedikt XVI. empfängt Außenminister Svoboda

Als erster tschechischer Politiker traf am Mittwoch im Vatikan Außenminister Cyril Svoboda mit dem seit April amtierenden Papst Benedikt XVI. zusammen. Svoboda ist zugleich auch mit Erzbischof Giovanni Lajolo zusammengekommen, der für die Außenbeziehungen des Vatikans zuständig ist. Während der Empfang beim Papst einen rein privaten Charakter hatte, sprach Svoboda mit Lajolo über die strittigen Themen wie zum Beispiel die Frage des kirchlichen Eigentums in Tschechien oder das Abkommen mit dem Vatikan, das die Stellung der katholischen Kirche in Tschechien definieren soll. Ein im Jahr 2002 bereits unterzeichneter Vertrag war an der Ablehnung durch das tschechische Parlament gescheitert. Tschechien ist damit einer von wenigen europäischen Staaten, die die Beziehungen zum Vatikan nicht vertraglich geregelt haben.

Topolanek für Verbot der Propagierung des Kommunismus

Die oppositionellen Bürgerdemokraten werden die Gesetzesnovelle unterstützen, die Propagierung des Kommunismus verbietet, sagte am Mittwoch der Vorsitzende der Bürgerdemokraten Mirek Topolanek. Er hoffe, dass der tschechische Senat die Novelle am Donnerstag verabschiedet. Topolanek kritisierte, dass der sozialdemokratische Ministerpräsident Jiri Paroubek offen mit den Kommunisten zusammenarbeite. Er wünsche sich keine Rückkehr der Verhältnisse vor 1989, als die Kommunisten an der Regierung waren. Deshalb wolle sich Topolanek mit allen demokratischen Kräften verbinden, die Kommunismus als Gefahr sehen.

Tschechischer Wissenschaftler des Jahres - Armin Delong

Der beste tschechische Wissenschaftler des Jahres ist der Begründer der Elektronen-Mikroskopie und der Initiator der Herstellung von Elektronen-Mikroskopen, Armin Delong. Die tschechische Regierung hat auf ihrer Sitzung am Mittwoch entschieden, Delong mit dem Nationalpreis der Tschechischen Republik "Der tschechische Kopf" auszuzeichnen. Der achtzigjährige Delong sei nicht nur ein Grundlagenwissenschaftler, sondern auch ein Beispiel dafür, wie ein Wissenschaftler seine Ideen in der Praxis realisieren kann, heißt es in der Begründung der Auszeichnung.

Tschechische Piloten gegen persönliche Sicherheitskontrollen

Die tschechischen Piloten planen mögliche Proteste gegen die weitgehenden Sicherheitsüberprüfungen, die ihnen der tschechische Staat ab Januar 2006 auferlegt. Sie denken auch über einen Streik nach, gab der Präsident der Vereinigung der Verkehrspiloten, Radomil Kratochvil am Mittwoch bekannt. Die Nationale Sicherheitsbehörde verlangt von den Piloten auch eine Überprüfung von vielen privaten Daten, zum Beispiel Partnerbeziehungen, Auslandsaufenthalte sowie Kontakte zu im Ausland lebenden Personen. Die Informationen über dritte Personen in solchen Maße weiterzugeben, sei gesetzeswidrig, meinen die Piloten. Die tschechische Fluggesellschaft CSA will sich an die neuen Richtlinien halten und hat angekündigt, personelle Konsequenzen ziehen zu wollen, wenn sich die Piloten der Prüfung nicht unterziehen. Die Sicherheitsprüfungen betreffen rund 14.000 Mitarbeiter der tschechischen Flughäfen.

Zukunftsfond hat neuen Direktor

Der tschechische Direktor des Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, Tomas Kafka, hört in seiner Funktion nach acht Jahren auf. Kafka werde ab dem 1. November im tschechischen Außenministerium die Abteilung für Mitteleuropa leiten. Der neue Direktor des Zukunftsfonds wird der bisherige Mitarbeiter des Fonds Tomas Jelinek, der im Büro für die Opfer des Nationalsozialismus tätig war. Der Deutsch-tschechische Zukunftsfond wurde 1997 von den beiden Regierungen für zehn Jahre ins Leben gerufen. Er finanziert und koordiniert Projekte für die Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen.

Geldstrafen für Privatsender wegen Reality-Show

Der tschechische Rundfunkrat hat gegen die beiden privaten Fernsehsender NOVA und Prima Geldstrafen in Höhe von mehreren Millionen Kronen verhängt. Der Grund seien die Inhalte der Sendungen "Big Brother" und "VyVoleni", die vor 22 Uhr ausgestrahlt wurden, gab der Vorsitzende des Rundfunkrates Petr Pospichal bekannt. Die vulgären und sexuellen Bilder können die moralische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden, fügte Pospichal hinzu. Die beiden im Spätsommer gestarteten Sendungen sind die ersten Reality-Shows in der Tschechischen Republik.

Mlada fronta: ÖMV kauft tschechische Aral-Tankstellen

Nach Informationen der Tageszeitung Mlada fronta Dnes wird die österreichische Mineralölgesellschaft ÖMV das Aral-Tankstellennetz in Tschechien übernehmen. Der Kaufvertrag solle bereits in den nächsten Tagen unterzeichnet werden, berichtet das Blatt in seiner Mittwochsausgabe unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Aral gehört zum britischen BP-Konzern und betreibt in Tschechien 70 Tankstellen. BP hatte bereits zu Jahresbeginn aus strategischen Gründen Verkaufsabsichten signalisiert. Mit den Aral-Stationen würde ÖMV zum größten ausländischen Tankstellenbetreiber in Tschechien aufsteigen.

Teufelsbibel zurück nach Prag

Nach 360 Jahren kommt das achte Wunder des Mittelalters nach Tschechien zurück - die so genannte Teufelsbibel. Es handelt sich dabei um eine Sammlung mittelalterlicher Weisheiten, die im 13. Jahrhundert in einem böhmischen Kloster entdeckt und später während des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Soldaten außer Landes gebracht wurde. Die Teufelsbibel, die im Prager Klementinum ausgestellt wird, gilt als das größte handgeschriebene Buch der Welt. Um die zeitweilige Leihgabe der 75 Kilogramm schweren Teufelsbibel hatte am Dienstag der tschechische Ministerpräsident Jiri Paroubek während seines Staatsbesuches in Schweden gebeten.

05-10-2005