Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

13-09-2005

Klaus für eine friedliche Lösung der israelisch-palästinensischen Frage

Die Tschechische Republik werde einen "ausgewogenen Zugang" der Europäischen Union zu den israelisch-palästinensischen Problemen unterstützen, sagte am Dienstag der tschechische Präsident Vaclav Klaus nach dem Treffen mit seinem Amtskollegen Mosche Katsav in Jerusalem. Die Tschechische Republik werde mit allen Mitteln eine friedliche Lösung des Problems unterstützen, so Klaus weiter. In diesem Zusammenhang hat Klaus auch die Räumung des Gaza-Streifen als eine große Chance für den Nahen Osten bezeichnet. Beide Präsidenten bestätigten die guten bilateralen Beziehungen ihrer Länder, Katsav bezeichnete Tschechien als einen "guten Freund" Israels. Auf dem dreitägigen Programm von Klaus in Israel steht allerdings kein Treffen mit Premier Ariel Scharon, der sich zurzeit in New York aufhält.

Landwirte fordern Neuverhandlungen bei EU-Subventionen

Die tschechische Landwirtschaftskammer hat gemeinsam mit ihren Schwesterorganisationen aus Polen, Ungarn und der Slowakei eine Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union bezüglich der Agrarsubventionen gefordert. Die Landwirte seien aufgrund der schlecht ausgehandelten Bedingungen nicht konkurrenzfähig. Die im Vergleich mit anderen EU-Ländern ungenügenden Subventionen würden zu einer Verringerung des einheimischen Viehbestands und zu einem ansteigenden Import von Grundnahrungsmitteln führen, hieß es zur Begründung. Die gewünschten Neuverhandlungen werden jedoch eine lang andauernde und sehr schwierige Angelegenheit sein, räumte am Montag der Präsident der tschechischen Landwirtschaftskammer, Jan Veleba, nach seinen Gesprächen mit dem Präsidenten der EU-Landwirtschaftsorganisation COPA, Rudolf Schwarzböck, ein.

Drittes Reisebüro binnen weniger Wochen bankrott

In Tschechien ist innerhalb von zwei Monaten das dritte Reisebüro Bankrott gegangen. Wie die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" in ihrer Ausgabe vom Dienstag berichtet, hat nach Connexion Voyages im Juli und der Gesellschaft Travel Studio International im August nun auch das Reisebüro Caravella Tours Konkurs angemeldet. Den 400 Klienten, die ihre gebuchte Urlaubsreise nunmehr nicht antreten können, wird vermutlich die Versicherung Generali in den nächsten Wochen einen entsprechenden Schadensersatz auszahlen. Beim Zusammenbruch der anderen beiden Reisebüros waren rund 40 bzw. 100 Reisende direkt betroffen.

Verstöße gegen den Verbraucherschutz bei tschechischen Reisebüros

Die Tschechische Handelsinspektion hat bei der Kontrolle der tschechischen Reisebüros Gesetzesverstöße gegen den Verbraucherschutz bei 18 Prozent der kontrollierten Agenturen festgestellt, gab Radek Minovsky von der Handelsinspektion am Dienstag bekannt. Die Inspektion kontrollierte im Mai und Juni 316 von 750 in Tschechien tätigen Reisebüros. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Reisebüros gesunken, vor allem kleine Agenturen sind vom Markt verschwunden. Für diese war es zu teuer, die Pflichtversicherung zu zahlen, aus der bei der Schließung des Reisebüros der Schadenersatz an die Kunden gezahlt wird.

Kritik an tschechischer Waffenlieferung an Georgien

Russland hat am Dienstag seine Besorgnis über die Entscheidung der tschechischen Regierung ausgesprochen, eine kostenfreie Waffenlieferung an Georgien zu schicken. Es sei nicht der erste Fall, dass ein NATO-Land an der Umrüstung von Georgien teilnehme. Diese Tatsache könne die Lage im ganzen Kaukasus destabilisieren, heißt es in einer Erklärung des russischen Außenministeriums. Die tschechische Regierung hatte am 31. August entschieden, an Georgien mehrere Tonnen bereits ausgemusterter Munition aus tschechischen Beständen abzugeben. Die Weitergabe der Waffen sei billiger als eine ökologische Entsorgung, hieß es aus Militärkreisen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte bereits im August Besorgnis darüber, dass das tschechisch-georgische Abkommen mit Risiken verbunden sei, denn es sei nicht gesichert, dass die Waffen nicht auf den Schwarzmarkt gelangen.

Zu langsame Übernahme des EU-Rechts in Tschechien

Die Tschechische Republik ist bezüglich der Übernahme der europäischen Gesetze in die Landeslegislative der langsamste der neuen EU-Staaten. In einer Statistik, die das Generalsekretariat der Europäischen Kommission veröffentlichte, steht Tschechien auf Platz 20, die hinteren Plätze sind von den alten EU-Mitgliedern Frankreich, Portugal, Griechenland, Italien und Luxemburg besetzt. Die Tschechische Republik sollte bis zum 7. September 2615 europäische Direktiven übernehmen, hat dies aber nur zu 98,8 Prozent erfüllt. Der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für europäische Angelegenheiten, Pavel Svoboda, erklärte am Dienstag, dass es sich um weniger bedeutende Novellen handele. Es sei kein schwerwiegendes Problem, sagte Svoboda weiter.

OECD: Zu wenig Hochschulabsolventen in Tschechien

In der tschechischen Gesellschaft gibt es zu wenig Hochschulabsolventen dagegen aber zu viele Absolventen von Mittelschulen, gleichzeitig wendet Tschechien weniger Finanzmittel für Schulwesen auf als andere Staaten. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In Tschechien gibt es zwölf Prozent Hochschulabsolventen, in anderen Ländern liegt diese Zahl bei bis zu 30 Prozent. Die Anzahl der Hochschulstudenten steige aber in den letzten Jahren, gab das tschechische Institut für Informationen in der Bildung bekannt. Die tschechische Schulministerin Petra Buzkova erklärte die Zahlen mit einer anderen Struktur des Studiums in der Tschechischen Republik. Für Ausbildung geben die OECD-Staaten durchschnittlich sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, Tschechien dagegen rund vier Prozent, hieß es in der OECD-Studie. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass tschechische Lehrer eine niedrigere Bezahlung für ihre Arbeit erhalten als ihre Kollegen in anderen OECD-Ländern.

Österreichische Auszeichnung für tschechischen Senator Schwarzenberg

Der tschechische Senator Karel Schwarzenberg ist am Dienstag in der Wiener Hofburg mit dem Großen silbernen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich geehrt worden. Die dritthöchste österreichische Staatsauszeichnung wurde ihm vom österreichischen Präsidenten Heinz Fischer überreicht. Die Ehrung wurde Schwarzenberg für seinen Beitrag im Prozess der mitteleuropäischen Integration in die Europäische Union, für die Entwicklung der tschechisch-österreichischen Beziehungen sowie für sein engagiertes Eintreten bei der Durchsetzung der Menschenrechte zuteil. Der ehemalige Berater des früheren Präsidenten Vaclav Havel kandidierte im vergangenen Jahr erfolgreich für die liberale Koalition US-DEU/ODA in den tschechischen Senat.

Tschechische Meisterschaft im Bibellesen

Am kommenden Samstag wird in Prag die tschechische Meisterschaft der Bibelkenner stattfinden. Es haben sich 17 Mannschaften aus neun unterschiedlichen Kirchen und christlichen Gemeinschaften, insgesamt über 60 Teilnehmer angemeldet, gab der Direktor der Meisterschaft Karel Sedlacek bekannt. Der tschechische Wettbewerb ist bis jetzt einzigartig, eine in Jerusalem geplante Weltmeisterschaft im Bibellesen konnte wegen der Sicherheitslage noch nicht durchgeführt werden. Der Sinn der Veranstaltung sei es, die Rückkehr der Bibel in das Bewusstsein der Nation zu fördern, sagte Sedlacek.

13-09-2005