Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

10-09-2005

Visegrad-Staaten fordern rasche Lösung des EU-Finanzstreits

Der tschechische Finanzminister Bohuslav Sobotka hat gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Polen, Ungarn und der Slowakei die amtierende britische EU-Ratspräsidentschaft zu einer Lösung des milliardenschweren EU-Finanzstreits aufgefordert. Falls die EU-Haushaltsplanung von 2007 bis 2013 nicht bis Ende des Jahres beschlossen werde, hätte dies für die EU und die Mitgliedstaaten erhebliche Folgen, warnten die Vertreter der so genannten Visegrad-Gruppe am Rande des EU-Finanzministertreffens in Manchester. Der Haushalt hatte ursprünglich bereits auf dem EU-Gipfel im Juni verabschiedet werden sollen.

Paroubek: Duldung durch Kommunisten besser als große Koalition

Ein dreiviertel Jahr vor den Parlamentswahlen in Tschechien schließt Premierminister Jiri Paroubek eine sozialdemokratische Minderheitsregierung unter Duldung durch die Kommunisten nicht aus. Wenn das Wahlergebnis es zulasse, sei dies eine bessere Lösung als eine große Koalition mit den Bürgerdemokraten (ODS), sagte Paroubek in einem Interview für die Tageszeitung Pravo. Die Menschen würden die beiden großen Parteien mit ihren unterschiedlichen Programmen nicht wählen, damit diese dann ein Bündnis eingehen. Über mögliche Formen der politischen Zusammenarbeit mit der nicht reformierten kommunistischen Partei wird in Tschechien immer wieder kontrovers diskutiert.

Klaus vergleicht Nicht-Regierungsorganisationen mit Kommunisten

Präsident Vaclav Klaus hat seine Kritik an Nicht-Regierungsorganisationen erneuert. Auf einer Konferenz des amerikanischen Getränkekonzerns PepsiCo in Prag verglich Klaus am Samstag Nicht-Regierungsorganisationen mit der kommunistischen Ideologie. Beide seien ähnlich undemokratisch, so Klaus. Vor dem Einfluss von unabhängigen Organisationen und der Gefahr einer so genannten "postdemokratischen Gesellschaft" hatte Klaus erstmals auf dem Treffen des Europarates im Mai in Warschau gewarnt. Für seine Äußerungen war Klaus aus den Reihen gemeinnütziger Organisationen, aber auch von ehemaligen Dissidenten scharf kritisiert worden.

Hochschulrektoren: Akademikeranteil in Tschechien erst in 30 Jahren auf EU-Niveau

In frühestens 30 Jahren wird nach Einschätzung tschechischer Hochschulrektoren der Akademikeranteil in der Tschechischen Republik auf EU-Niveau liegen. Dies sagte zu Beginn der Hochschulrektorenkonferenz in Brno / Brünn am Samstag der Vorsitzende der Konferenz und Rektor der Prager Karlsuniversität Ivan Wilhelm. Während in Tschechien derzeit 12 Prozent der Bevölkerung einen Hochschulabschluss haben, liegt der Anteil im EU-Durchschnitt bei 35 Prozent. Wilhelm betonte zugleich, dass die tschechischen Hochschulen bei der Beteiligung an internationalen Programmen bereits europäisches Niveau erreicht haben.

Jährlich mehr als 1500 Selbstmorde in Tschechien

1583 Menschen haben im vergangenen Jahr in Tschechien Selbstmord verübt; zugleich geht seit den 1970er Jahren die Zahl der Selbstmorde zurück. Das meldet die Nachrichtenagentur CTK zum Welttag der Selbstmordprävention, der am Samstag begangen wurde. Nach Angaben des Tschechischen Statistischen Amtes ist der Selbstmord eine der häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen. Rund 70 Prozent der Selbsttötungen entfallen auf Arbeitslose. Besonders betroffene Regionen sind in Tschechien Nordböhmen und Nordmähren, beides Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit.

Vier tschechische Soldaten bei Verkehrsunfall in Kuwait verletzt.

Bei einem Verkehrsunfall in Kuwait ist ein tschechischer Soldat schwer verletzt worden, drei weitere leicht. Das gab das Verteidigungsministerium am Samstag bekannt. Die Soldaten waren in einem Geländewagen unterwegs; nach einem Reifendefekt hatte der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Während drei Soldaten bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten, sei der Zustand des vierten weiterhin sehr ernst. Tschechien hat im Südirak rund einhundert Soldaten stationiert, die Mehrheit davon Militärpolizisten. Ihre Aufgabe ist die Ausbildung von irakischen Sicherheitskräften.

10-09-2005