Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

11-08-2005

ODS-Chef Topolanek nach Treffen mit Rechtsextremen in der Kritik

Wegen eines offiziellen Treffens mit Vertretern einer rechtsextremen Partei ist der tschechische Oppositionsführer, ODS-Chef Mirek Topolanek, in die Kritik geraten. Der Konservative hatte die Vorsitzende der außerparlamentarischen "Nationalen Partei" (NS) in seinem Büro empfangen, um über eine Zusammenarbeit zu sprechen. Vertreter anderer Parteien nannten am Donnerstag das Treffen mit der offen deutschfeindlichen Gruppierung "nicht nachvollziehbar". Topolanek mache die "rechte Gefahr" salonfähig, kritisierte ein Sprecher der regierenden Sozialdemokraten (CSSD). Topolanek sagte hingegen, es sei für ihn "ein Treffen wie viele andere" gewesen.

Vizechef Husak heißester Kandidat für Posten des Polizeipräsidenten

Der aussichtsreichste Kandidat für den Posten des neuen tschechischen Polizeipräsidenten, der am 15. August das Amt übernehmen soll, ist nach den Angaben des Prager Innenministeriums der jetzige Vize-Polizeipräsident für die uniformierte Polizei, Vladislav Husak. Der neue Polizeichef solle vor allem gegen die Gefahren des Terrorismus und der organisierten Kriminalität vorgehen und undichten Stellen in den eigenen Reihen vorbeugen, sagte am Donnerstag die Oberste Staatsanwältin Marie Benesova. Der bisherige Polizeipräsident Jiri Kolar ist am 22. Juni wegen des Skandals rund um die Flucht des Unternehmers Radovan Krejcir zurückgetreten, der wegen der geplanten Ermordung eines Zollbeamten und wegen der Vorbereitung eines Betrugs verfolgt wird. Innenminister Frantisek Bublan habe dem zurückgetretenen Polizeipräsidenten einen Posten in der tschechischen Diplomatie angeboten. Er könne die Position eines Offiziers in der tschechischen Botschaft in Bratislava übernehmen, hieß es aus dem Innenministerium. Einigte Oppositionspolitiker kritisieren die Entscheidung des Innenministers.

Tour zum Erhalt der Elbe als naturnaher Fluss in Usti nad Labem gestartet

Im nordböhmischen Ustí nad Labem / Aussig ist am Donnerstag eine dreitägige Schlauchboottour zum Erhalt der Elbe als naturnaher Fluss gestartet worden. Unter dem Motto "Dialog im Boot" haben sich mehr als 100 Politiker, Wissenschaftler und Künstler als Passagiere der grenzüberschreitenden Tour angemeldet. Die Veranstalter, die tschechische Umweltorganisation Arnika und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), freuten sich zu Beginn über Rückenwind und passables Wetter. Am Abend wollte der Konvoi in Decin / Tetschen Station machen, ehe es am Freitag weiter in Richtung Dresden, dem Zielhafen der Tour gehen wird. Die Elbe gilt als letzter noch relativ "naturnaher" Strom in Mitteleuropa, und frei fließend soll der Fluss den Organisatoren der Bootstour zufolge auch bleiben. Eine endgültige Entscheidung zu den im nordböhmischen Teil der Elbe geplanten Staustufen sei daher noch nicht gefallen. Ein Vertreter des tschechischen Ministeriums für Regionalentwicklung ging am Donnerstag bei einem Termin in Dresden davon aus, dass nur eine Staustufe gebaut werden solle. Die Umweltschützer bezweifeln, dass die Elbe ein wirtschaftlicher Transportweg ist, weil der Fluss häufig Niedrigwasser führt. Zudem werden ökologische Schäden als Folge von Staustufen befürchtet, beispielsweise für die Auenwälder an der Elbe.

3500 junge Katholiken aus Tschechien zum Weltjugendtag unterwegs

Nach einem Gottesdienst in der Kathedrale auf dem Brünner Petrov-Hügel sind am Donnerstag 300 junge Gläubige aus Südmähren zum Weltjugendtag nach Deutschland aufgebrochen. Gemeinsam mit ihnen ist auch der Generalvikar der Brünner Diozöse Jiri Mikulasek nach Köln abgereist, wo das Treffen vom 16. bis 21. August stattfinden wird. Zu diesem Treffen werden laut Auskunft der Tschechischen Bischofskonferenz bis zu 800.000 junge Katholiken erwartet, darunter 3500 aus Tschechien. Höhepunkt des Weltjugendtags für die jungen Gläubigen wird ihre Begegnung mit Papst Benedikt XVI. sein.

Tschechische Zulieferfirma in die VW-Korruptionsaffäre verwickelt

Der Rechtsanwalt der deutschen Automobilfirma Volkswagen hat am Mittwoch die entlassenen VW-Personalchefs Helmut Schuster und Klaus-Joachim Gebauer beschuldigt, Bestechungsgelder auch von Lieferanten in der Tschechischen Republik genommen zu haben. Der Name der tschechischen Firma, die in die Korruptionsaffäre verwickelt sein soll, sei bei der Gerichtsverhandlung nicht genannt worden, schreibt die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" in ihrer Donnerstagausgabe. Beide Manager hatte der Autohersteller vor kurzem beschuldigt, Bestechungsgelder genommen und verteilt und damit die Firma geschädigt zu haben. Gebauer solle Bestechungsgelder von der tschechischen Firma genommen und seine Fahrkosten verdoppelt haben, behauptete der Leiter der juristischen Abteilung bei VW, Michael Ganninger.

Vertreter des international organisierten Verbrechens in Tschechien gefasst

Die tschechische Polizei hat dieser Tage einen gefährlichen Straftäter festgenommen, der angeblich der Spitze des internationalen organisierten Verbrechens zuzuordnen ist und der wegen mehrfachen Mordes bereits zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden sei. Das gab der Sprecher des Prager Polizeipräsidiums Jiri Vokus am Donnerstag über die Nachrichtenagentur CTK bekannt. Weitere Einzelheiten wollte die Polizei vorläufig nicht veröffentlichen, auch nicht darüber, ob der festgenommene Mann ein Tscheche oder ein Ausländer ist.

Tschechische Währung auf Topkurs von 29,25 Kronen/Euro gestiegen

Die tschechische Währung wurde am Donnerstag zwischenzeitlich mit ihrem besten Wechselkurs seit drei Jahren im Verhältnis zum Euro gehandelt. Nur wenige Minuten nach Geschäftsbeginn wurde dieser mit 29,25 Kronen pro Euro notiert. Der historische Kurs-Rekordwert von Juli 2002 lag bei 28,92 Kronen je Euro. Grund für diese Kurssteigerung seien die günstige Entwicklung in der gesamten mitteleuropäischen Region sowie die zu erwartenden neuen Ziffern der Zahlungsbilanz, hieß es. Der Aussage von Marketa Sichtarová, der Ökonomin der Gesellschaft Next Finance zufolge, könnten die erwarteten guten Ergebnisse der Zahlungsbilanz sogar zu einem Kursanstieg auf rund 29 Kronen je Euro führen. Auch gegenüber der US-Währung war der Kurs der Krone weiter gestiegen, und zwar zwischenzeitlich bis auf 23,55 Kronen je Dollar.

Jüdische Gemeinde gibt Millionen für Renovierung ihrer Denkmäler aus

Die tschechische jüdische Gemeinde hat in den vergangenen Jahren für die Rettung und Restaurierung einer Reihe von Friedhöfen sowie von mehreren Synagogen und anderen Objekten mehrere Dutzend Millionen Kronen ausgegeben. Die Intensität der allmählichen Erneuerung von jüdischen Denkmälern in der Tschechischen Republik habe in anderen europäischen Ländern keine Parallele, sagten mehrere Experten der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Die finanziellen Mittel für die Renovierung setzen sich aus öffentlichen Geldern, aus den Geldern der jüdischen Gemeinde sowie aus dem Stiftungsfond der Holocaust-Opfer zusammen, sagte Mojmir Maly von der Gesellschaft Matana, die sich für die Erneuerung des jüdischen Kulturerbes einsetzt. Vor allem in Nord- und Westböhmen sei der Zustand der jüdischen Objekte aber noch sehr schlecht, bestätigte Maly.

Tschechische Philharmonie wird bei "Musikfest Berlin" auftreten

Die tschechische Philharmonie wird am ersten September beim neuen Festival "Musikfest Berlin" in der deutschen Hauptstadt auftreten. Das zweiwöchige Festival, das in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Berliner Philharmonie veranstaltet wird, hat die mitteleuropäische, und dabei vor allem die tschechische Kultur zum Schwerpunkt. Das tschechische Orchester wird unter der Leitung von Zdenek Macal die Kantate "Stabat Mater" von Antonin Dvorak spielen.

11-08-2005