Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

18-07-2005

Gesundheitsministerin Milada Emmerova kritisiert Arzneimittelpolitik in Tschechien

Die tschechische Arzneimittelpolitik ist nach Meinung der Gesundheitsministerin Milada Emmerova zu liberal. Dies sagte sie am Montag auf einer Pressekonferenz in Prag, auf der Emmerova über die neu von ihrem Amt gebilligte Medikamentenpreisliste informierte. Der Ministerin zufolge könnte in absehbarer Zeit die Einführung der so genannten Gesundheitsbücher der Patienten helfen, das Verschreiben von Medikamenten seitens der Ärzte besser zu kontrollieren. Einen großen Handlungsraum für Erzielung der Übereinkünfte mit pharmazeutischen Firmen schaffe auch das Finanzministerium, indem es zu hohe Preisobergrenzen der Arzneimittel ansetze.

Strengere Maßnahmen für Zivilgeschäfte mit Munition

Das tschechische Industrie- und Handelsministerium will die Geschäfte mit nicht militärischer Munition erschweren und einer effektiveren Kontrolle unterziehen. Wenn es gelingt, eine Novelle des entsprechenden Gesetzes im Parlament durchzusetzen, würde die Lizenzerteilung im Bereich der zivilen Munitionsgeschäfte dem System beim Handel mit Militärmaterial sehr ähnlich sein. Dies sagte der Sprecher des Ministeriums Ivo Mravinac gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Mit der novellierten Gesetzesvorlage befasst sich am Dienstag der Sicherheitsrat des Staates.

Minister für regionale Entwicklung Martinek reist nach Wien

Der tschechische Minister für regionale Entwicklung, Radko Martinek, weilt am Dienstag zu einem Arbeitsbesuch in Österreich. Bei geplanten Gesprächen mit Bundeswirtschaftsminister Martin Bartenstein in Wien wollen sich beide Seiten vor allem über gemeinsame grenzüberschreitende Projekte im Rahmen des europäischen Programms Interreg III A austauschen.

Tschechien finanziert Aufbau neuer Poliklinik im Iran

Die tschechische Hilfsorganisation Clovek v tisni / Mensch in Not hat am Montag eine neue Poliklinik im iranischen Bam eröffnet, das Ende des Jahres 2003 durch ein verheerendes Erdbeben zum Großteil zerstört wurde. Auf Wunsch der iranischen Seite trägt die Einrichtung den Namen "Poliklinik der Tschechischen Republik". Diese erste der insgesamt zehn Polikliniken, die in Bam neu gebaut oder rekonstruiert werden, soll ab jetzt mehr als 5 000 Menschen dienen. Finanziert wurde sie aus den für diese Zwecke bestimmten Ressourcen der tschechischen Regierung.

Neue tschechische KFOR-Soldaten reisen in den Kosovo

Weitere fast 90 tschechische Soldaten sind am Montag aus dem ostböhmischen Pardubice in den Kosovo gereist, wo sie in den KFOR-Truppen ihre Kollegen ablösen werden. Die Ablösung der tschechischen KFOR-Soldaten begann bereits vor einer Woche und soll bis zum 22. Juli beendet werden. Insgesamt werden 500 neue Soldaten in den Kosovo entsendet. Die Tschechische Republik wird am 1. August von Finnland das Kommando der multinationalen Brigade "Mitte" übernehmen. Unter der tschechischen Führung werden Soldaten aus Finnland, Irland, Lettland, Schweden und aus der Slowakei im Kosovo dienen.

Tschechische Übersetzung des EU-Verfassungsvertrags steht zur Verfügung

Ein unerwartet großes Interesse galt am Montag der tschechischen Übersetzung des EU-Verfassungsvertrags, die kostenlos vergeben wurde. Die ersten Exemplare des fast 500 Seiten umfassenden Dokuments standen den Interessenten im Eurozentrum in Prag zur Verfügung. In den ersten drei Stunden nach der Öffnung haben rund 300 Exemplare Absatz gefunden. In anderen Regionen sollen die Bücher binnen zwei Wochen erhältlich sein.

Temelin: Zweiter Reaktorblock wieder in Betrieb

Nach der planmäßigen dreimonatigen Wartungspause ist am Montag der zweite Reaktorblock des südböhmischen AKW Temelin erneut ans Netz gegangen. Dabei wurden etwa ein Viertel des Brennstoffes ausgewechselt und die einzelnen Einrichtungen kontrolliert. In Temelin ist vorläufig kein Betrieb bei voller Leistung geplant, da bei der jüngsten Kontrolle eine Störung an einer Turbine entdeckt wurde. Dem AKW-Sprecher Milan Nebesar zufolge sei es momentan besser, den zweiten Reaktorblock auch mehrere Monate mit einer um 15 Prozent reduzierten Leistung in Betrieb zu halten als diesen abzuschalten. Die volle Leistung wird nach Nebesars Informationen erst nach der Lieferung des reparierten Turbinenteils möglich sein.

Lebensmittelpreise steigen

In den kommenden Monaten wird die tschechische Bevölkerung beim Einkauf von Lebensmitteln etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Den Grund dafür sehen viele Wirtschaftsanalytiker in den bereits laufenden Teuerungen von Produkten einheimischer Landwirte. Dieser Trend wird sich ihrer Meinung nach bald auch auf die Kleinhandelspreise auswirken. Als weiterer negativer Faktor gelten auch die erwarteten niedrigeren Ernteerträge in diesem Jahr. Die Preissteigerungen sollen entsprechend den jüngsten Prognosen aber keinesfalls dramatisch sein.

Bau von Windkraftwerken bedroht

Der geplante Bau von mehreren Dutzend Windkraftwerken in der Region von Karlovy Vary/Karlsbad ist angeblich bedroht. Darüber berichtet die Tageszeitung Mlada fronta Dnes in ihrer heutigen regionalen Beilage. Die Umsetzung des Projektes könnte durch den sinkenden Strompreis gefährdet werden, schreibt das Blatt. Als mögliche Konsequenz stellt es unter Berufung auf die private Spezialfirma Czech Venti in Aussicht, dass in der Lokalität bei den Gemeinden Touzim und Tepla in der Karlsbader Region möglicherweise kein einziger Mast für die vorgesehenen Windkraftwerke aufgestellt werden wird.

Prinz Edward zu Besuch in Tschechien erwartet

Der jüngste Sohn der britischen Königin Elisabeth II., Prinz Edward, hat am Montag ein Benefiz-Golfturnier im westböhmischen Kurort Mariánské Lázne/Marienbad eröffnet. Es handelte sich hierbei um die zweite Visite eines Angehörigen der britischen königlichen Familie in Marienbad. Vor genau 100 Jahren wurde der dortige Golfplatz von König Edward VII., dem Ururgroßvater von Prinz Edward, feierlich geöffnet.

Freiwillige helfen bei der Renovierung der Burg Grabstejn

Freiwillige aus drei Kontinenten begannen am Montag an der Instandhaltung und Renovierung der nordböhmischen Burg Grabstejn und ihrer Umgebung zu arbeiten. Das Hilfsprojekt wird von der tschechischen Bürgerinitiative INEX-SDA organisiert. Freiwillige aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Slowenien, Spanien, Südkorea und den USA werden sich in den nächsten zwei Wochen um den Schlosspark kümmern und kleinere Rekonstruktionen an der Burg durchführen. Das Ziel des Projektes sei es, so eine Organisatorin, zur Renovierung der Sehenswürdigkeit beizutragen und den Ausländern zu ermöglichen, die tschechische Kultur kennen zu lernen.

Wetter

Nach dem sommerlichen Wochenende und dem heutigen Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad warnt der Wetterdienst vor intensiven Niederschlägen und Gewittern, bei denen der Wind gebietsweise auch Orkanstärke erreichen kann. Lokale Überflutungen von Straßen und Kellern sind auch nicht ausgeschlossen. Als besonders gefährdet gelten die Regionen West- und Südböhmens sowie ganz Mähren. Die Höchstwerte der Tagestemperatur um 20 Grad Celsius.

18-07-2005