Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

18-05-2005

Gesetzentwurf: Politiker und ihre Ehegatten sollen Vermögen offen legen

Ihre Besitz- und Einkommensverhältnisse sollen in Tschechien künftig nicht nur Politiker, sondern auch deren Ehegatten offen legen. Dies sieht nach Informationen der Tageszeitung Mlada Fronta Dnes das Gesetz über Interessenskonflikte vor, über das die Vertreter der Koalitionsparteien derzeit noch im Einzelnen verhandeln. Neben Ministern, Abgeordneten, Senatoren und ihren Ehegatten fallen unter anderem auch Richter und bestimmte Gemeindevertreter unter das Offenlegungsgebot. An dem Gesetz war bereits unter Premierminister Stanislav Gross gearbeitet worden, der im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen unklaren Immobiliengeschäften gegen sich und seine Frau im April zurückgetreten ist.

Kabinett bewilligt 200 Mio. Kronen für Infokampagne zur EU-Verfassung

Das tschechische Kabinett hat am Mittwoch für eine Informationskampagne zur EU-Verfassung für das laufende Jahr 80 Millionen Kronen, etwa 2,7 Millionen Euro, bewilligt. Im kommenden Jahr sollen dann nochmals bis zu 120 Millionen Kronen bereitgestellt werden. Tschechien ist zugleich weiterhin der letzte EU-Mitgliedsstaat, in dem Form und Zeitpunkt der Ratifizierung noch unklar sind.

BBC: Tschechische Regierung berät über Abberufung von UN-Botschafter Kmonicek

Die tschechische Regierung wird nach Informationen des tschechischen Dienstes der BBC in der kommenden Woche über die Abberufung des tschechischen UN-Botschafters Hynek Kmonicek beraten. Mit Äußerungen, die im Widerspruch zur tschechischen Außenpolitik stehen, hatte Kmonicek vor kurzem eine offene Auseinandersetzung mit Außenminister Cyril Svoboda (KDU-CSL) hervorgerufen. Nach Informationen der BBC soll Kmonicek kein weiterer Botschafterposten mehr angeboten werden.

Tschechien erhält 21 Mio. Euro aus EU-Haushaltsüberschüssen zurück

Aus nicht verbrauchten Mitteln des EU-Haushaltes für das vergangene Jahr erstattet die Europäische Union der Tschechischen Republik 21 Millionen Euro. Die Rückzahlungen an alle Mitgliedsländer betragen insgesamt 2,74 Milliarden Euro. Dies gab am Mittwoch die Europäische Kommission bekannt. Die Rückerstattungen sollen mit dem Beitrag für das laufende Jahr verrechnet werden, der sich für Tschechien auf 932 Millionen Euro beläuft. Die EU ist vertraglich zu einem ausgeglichenen Haushalt verpflichtet; übrig gebliebene Gelder werden den Mitgliedsländern zurückerstattet.

Ehemaliges Arbeitslager als Gedenkstätte eingeweiht

Im mittelböhmischen Pribram wurde am Mittwoch auf dem Gelände des ehemaligen kommunistischen Arbeitslagers "Vojna" eine Gedenkstätte eingeweiht. In dem 1947 eingerichteten Lager waren bis 1961 tausende politische Gefangene oft willkürlich inhaftiert worden, die dann in nahen Uranbergwerken arbeiten mussten. Dabei kamen Hunderte ums Leben. An der Eröffnung der Gedenkstätte nahmen zahlreiche ehemalige Häftlinge teil. Sie würdigten die Einrichtung als "Versuch Tschechiens, einen Teil seiner jüngeren Vergangenheit zu bewältigen". Parallel zur Eröffnung beschloss das Parlament in Prag am Mittwoch für ehemalige Regimegegner und Antifaschisten eine Zuzahlung zur Rente.

In Tschechien fehlen Fluglotsen

Nach der starken Zunahme des Luftverkehrs in den letzten Jahren herrscht in Tschechien ein Mangel an Fluglotsen. Das berichtet die englischsprachige Prager Wochenzeitung "The Prague Post" unter Berufung auf den Präsidenten des tschechischen Fluglotsen-Verbandes Zdenek Srsen. Die Personalsituation befinde sich auf einem kritischen Niveau, so Srsen. Zusätzlich zu den derzeit etwa 170 Fluglotsen würden 30 bis 40 weitere benötigt. Während der Sprecher der deutschen Piloten-Vereinigung Cockpit auf Gefahren im tschechischen Luftverkehr hinwies, betonte der Sprecher der tschechischen Flugaufsichtsbehörde (RLP), dass größtmögliche Sicherheit gewährleistet sei. Allein im vergangenen Jahr hat die Zahl der Flugbewegungen in Tschechien um mehr als 20 Prozent zugenommen.

Älteste moderne Europäer lebten vor 31 000 Jahren in Mähren

Als die zweitältesten bekannten Knochen von modernen Menschen in Europa hat ein Team von österreichischen und amerikanischen Wissenschaftlern Funde aus einer Höhle im nordmährischen Mladec bei Olomouc / Olmütz bestimmt. Bei den Knochen handele es sich um einen "Superfund", so die Wissenschaftler, dem eine zentrale Bedeutung Dokumentation der Ausbreitung des modernen Menschen in Europa zukomme. Die Schädelreste und Zähne seien mit 31 000 Jahren zwar um 4000 Jahre jünger als ein Fund aus Rumänien, hätten wissenschaftlich aber eine höhere Bedeutung, da neben ihnen auch bearbeitete Gegenstände gefunden worden seien. Entdeckt worden waren die Knochen bereits im Jahre 1881, eine Datierung wurde aber erst durch die gegenwärtige Technologie ermöglicht.

Internationale Studie: 41 Prozent der Software in Tschechien sind Raubkopien

41 Prozent der Software auf tschechischen Computern ist illegal installiert. Das geht aus einer internationalen Studie im Auftrag der Business Software Alliance (BSA) hervor. Weltweit sind rund ein Drittel der verwendeten Programme Raubkopien. Der Wert der illegalen Software beläuft sich in Tschechien nach Angaben der Studie auf 3,2 Milliarden Kronen, rund 106 Millionen Euro.

Tag der Museen wird auch in Prag gefeiert

Am Mittwoch wurde auch in Tschechien der internationale Tag der Museen gefeiert. Das diesjährige Motto lautete: "Museen als Brücken zwischen den Kulturen". An den Tag der Museen wird das Festival der langen Museumsnächte in der ganzen Republik anknüpfen. Eröffnet wird es am 20. Mai in Brno / Brünn und abgeschlossen am 4. Juni in den Museen in Prag.

Tschechische Schauspielerin Stella Zazvorkova gestorben

Die Schauspielerin Stella Zazvorkova, "grande dame" des Prager Theaters, ist im Alter von 83 Jahren in Prag einem Herzinfarkt erlegen. Das meldete am Mittwoch die Nachrichtenagentur CTK. In deutschsprachigen Ländern war Zazvorkova vor allem durch ihre Rollen in den TV-Serien "Die Märchenbraut" und "Das Krankenhaus am Rande der Stadt" bekannt geworden. Erst im März war sie von der tschechischen Filmakademie für ihr Lebenswerk mit dem Ehrenpreis "Böhmischer Löwe" ausgezeichnet worden.

18-05-2005