Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

15-05-2005

Gedenkveranstaltung in Theresienstadt

Etwa 800 Menschen haben sich am Sonntag auf dem Friedhof beim ehemaligen Ghetto Terezín (Theresienstadt) zu einer Gedenkveranstaltung für ehemalige tschechische Freiheitskämpfer und für Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zusammengefunden. Unter den Teilnehmern waren Politiker, Geistliche, aber auch Schüler und ehemalige Häftlinge. Insgesamt etwa 140.000 Menschen waren von 1940 bis 1945 im Ghetto inhaftiert gewesen. Ungefähr 35.000 davon starben direkt in Theresienstadt, die meisten übrigen Häftlinge wurden von dort aus in die Vernichtungslager der Nazis transportiert. Am Dienstag wird der deutsche Kanzler Gerhard Schröder Theresienstadt besuchen.

Geplante Enthüllung der Benes-Statue sorgt auch unter Sudetendeutschen für Aufsehen

Am Montag soll in Prag eine Staue des ehemaligen tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Benes enthüllt werden. Benes war vor den Nationalsozialisten ins Londoner Exil geflüchtet und hatte dort mit Dekreten weiterregiert. Einige davon wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zur Grundlage der Enteignung von in der Tschechoslowakei lebenden Deutschen. Am 56. Sudetendeutschen Treffen in Augsburg, das unter dem Motto "Vertreibung überwinden - Ausgleich schaffen" stand, hat am Sonntag der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber die so genannten Benes-Dekrete sowie die geplante Enthüllung der Benes-Statue kritisiert. Zu Beginn des Treffens hatte am Samstag Alt-Bischof Josef Koukl (78) für seine Verdienste um die Versöhnung zwischen Sudetendeutschen und Tschechen den diesjährigen Europäischen Karls-Preis bekommen. Koukl ist der erste Tscheche, der den Karls-Preis erhielt. Frühere Preisträger waren der ehemalige bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) und der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP).

Hinterlassenschaft für die Nachwelt in Pfeiler der Karlsbrücke

In einem Pfeiler der berühmten Prager Karlsbrücke aus dem 14. Jahrhundert wurde am Sonntag eine Urne mit einem Vermächtnis für die Nachwelt deponiert. Dabei nutzten die Stadtväter die momentan laufende Renovierung des betreffenden Brückenabschnitts. Bei dem Behälter handelt es sich um ein 50 cm langes Rohr aus rostfreiem Material. Es enthält unter anderem eine Kupferplatte mit dem Prager Stadtwappen, einen aktuellen Stadtplan, eine DVD mit einem Film über Prag, die Zeitungsausgaben vom Sonntag, alle derzeit gültigen Münzen und Banknoten Tschechiens, einen entwerteten Fahrschein der Prager Verkehrsbetriebe, ein Exemplar der tschechischen Verfassung sowie ein aktuelles Theaterprogramm. Der stellvertretende Prager Oberbürgermeister, Jan Bürgermeister, sagte bei der Zeremonie, er hinterlasse die Urne mit einer gewissen Erregung. Nur Gott wisse, von wem und wann die Urne einst gefunden wird, so Bürgermeister.

Tschechien im Finale der Eishockey-WM

Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft hat Samstagabend im Semifinale der Weltmeisterschaft in Wien das Team aus Schweden mit 3:2 in der Verlängerung besiegt. Am Sonntag bestreiten die Tschechen das Endspiel gegen Titelverteidiger Kanada.

Wetter

Am Montag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, örtlich gibt es Regenschauer, Tageshöchsttemperaturen 16 bis 20 Grad.

15-05-2005