Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

18-03-2005

Tschechisch-deutsche Konferenz in Jihlava (Iglau)

Das kollektive Gedächtnis und seine politischen Folgen sind das Thema der 14. Tschechisch-deutschen Konferenz, die an diesem Wochenende in Jihlava (Iglau) über die Bühne geht. Die Konferenz wird von der Ackermann-Gemeinde und der Bernard Bolzano-Gesellschaft veranstaltet. In den vergangenen Jahren wurde in Iglau stets über bestimmte Aspekte der tschechisch-deutschen Beziehungen debattiert, vor allem im Zusammenhang mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Künftig könnte aus der Iglauer Konferenz jedoch ein mitteleuropäisches Diskussionsforum entstehen: Es wäre interessant, in den nächsten Jahren auch den polnischen oder den österreichischen Blickwinkel einzubringen, sagte einer der Organisatoren am Freitag.

Studie: Fast neun von zehn tschechischen Bäumen sind krank

Die tschechischen Wälder gehören zu den kränksten in Europa. Das geht aus einer Studie hervor, die auf Zahlen der Vereinten Nationen beruht und am Freitag vom deutschen Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht wurde. Den Negativrekord hält demnach Polen, wo 92 Prozent der Bäume beschädigt oder krank sind. Auf Platz zwei liegt mit 90 Prozent die Slowakei, dicht gefolgt von Tschechien mit 89 Prozent. Deutschlands Wälder befinden sich mit 69 Prozent etwa im europäischen Durchschnitt. Besonders gesunde Baumbestände hat Rumänien. Dort gelten nur 38 Prozent der Bäume als krank, was Experten mit der Lage umfangreicher Waldgebiete weitab von den großen Industrieregionen begründen. Ähnlich gute Werte wie Rumänien haben noch Dänemark und Österreich. Das Statistische Bundesamt hatte den Bericht zum "Internationalen Tag des Waldes" am kommenden Montag vorgelegt.

Tschechisches Kontingent in Kabul wird abgelöst

Ein neues Kontingent von tschechischen Soldaten, die in Afghanistan stationiert werden, ist am Freitag aus Prag Richtung Deutschland abgereist. Von dort aus fliegen die Soldaten mit ihren deutschen Kollegen weiter nach Afghanistan. Die Aufgabe der Einheit ist es, im Rahmen der internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) nach Munition in der Umgebung des Flughafens von Kabul zu suchen und Wetterberichte für die Fluglotsen zu erstellen. Tschechische Soldaten sind in Kabul seit März vergangenen Jahres im Einsatz. Im Nordosten des Landes sind außerdem vierzig tschechische Spezialisten im Rahmen der internationalen Wiederaufbauteams tätig.

Skoda-Werk: Gewerkschafter drohen mit Warnstreik

Mit einem dreistündigen Warnstreik drohen die Gewerkschafter in den Automobilwerken Skoda Mladá Boleslav. Einen entsprechenden Vorschlag wollen die Gewerkschafter am kommenden Montag präsentieren. Gewerkschaftschef Jaroslav Povsík erklärte gegenüber der Tageszeitung Mladá fronta Dnes, er sei bereit, auch einen mehrtägigen Streik auszurufen, um die geforderten Lohnerhöhungen durchzusetzen. Die Führung der Fabrik hofft jedoch, dass sie mit den Belegschaftsvertretern rechtzeitig eine Einigung erzielen kann.

Hilfsorganisation "Mensch in Not" fordert zur Solidarität mit kubanischen Regimegegnern auf

Die tschechische Hilfsorganisation "Mensch in Not" macht am Freitag und Samstag mit einer Aktion im Stadtzentrum Prags auf politische Gefangene in Kuba aufmerksam. Personen, die ihre Solidarität mit den Gefangenen zum Ausdruck bringen wollen, können sich vorübergehend in einer symbolischen Gefängniszelle auf dem Wenzelsplatz einschließen lassen. Die Liste mit den Namen der Menschen, die gekommen sind, um auf diese Weise die politischen Gefangenen zu unterstützen, wird am Sonntag der kubanischen Botschaft in Prag überreicht. Der Eishockeytrainer Slavomír Lener und zwei Senatoren des tschechischen Parlaments waren unter den Ersten, die sich an der Aktion beteiligten.

Schneeschmelze und Niederschläge: Hochwassergefahr gestiegen

Die relativ großen Schneemengen, die nun schnell schmelzen, und die erwarteten Niederschläge ließen die Hochwassergefahr in Tschechien steigen. Experten des Hydrometeorologischen Instituts haben eine offizielle Warnmeldung herausgegeben, die bis Sonntag, 14.00 Uhr gelten soll. Seit den verheerenden Überschwemmungen im August 2002 wird der Pegelstand der tschechischen Flüsse auch von den Medien besonders aufmerksam verfolgt. Die Regierung hat erst vor wenigen Tagen angeordnet, das Wasser in den Stauseen teilweise abzulassen, um zusätzliche Wassermengen besser auffangen zu können. Von einer drohenden Katastrophe, ähnlich der vor zweieinhalb Jahren, ist zurzeit aber nicht die Rede.

Wetter

Am Samstag ist es in Tschechien meist bewölkt, örtlich sind Niederschläge zu erwarten. Es wird kühler, die Tageshöchsttemperaturen betragen nur noch 7 bis 11 Grad.

18-03-2005