Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

17-03-2005

Christdemokratenchef Kalousek trat von seinem Parlamentsposten zurück

Der Vorsitzende der tschechischen Christdemokraten (KDU-CSL), Miroslav Kalousek ist am Donnerstag vom Posten des Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Abgeordnetenhauses zurückgetreten. Er sagte, die Anschuldigungen, dass seine Frau Steuern hinterzogen haben soll, seien eine gezielte sinnlose Lüge. Er wolle jedoch mit seinem Schritt das Prestige des Haushaltsausschusses und der Christdemokraten schützen. Kalousek erklärte, sein Schritt hänge auch mit der Affäre um die Wohnung von Premier Stanislav Gross zusammen. Die Öffentlichkeit hat Kalousek zufolge aufgrund des Verhaltens des Ministerpräsidenten den Eindruck, dass sich die Spitzenpolitiker alles erlauben können. Kalousek will im Haushaltsausschuss jedoch auch weiterhin arbeiten. Gegen die Verleumdungen wolle er sich auf rechtlichem Wege wehren. Nach Worten des Vizevorsitzenden des Abgeordnetenhauses und der Christdemokraten, Jan Kasal, wird die Suche nach einem neuen Chef des Haushaltsausschusses einige Wochen dauern.

Tschechische Nationalbibliothek ersteigert ein einzigartiges Fragment der Dalimil-Chronik

Der tschechischen Nationalbibliothek ist es gelungen, ihre Sammlungen um ein einzigartiges lateinisches Fragment der Dalimil-Chronik zu erweitern. Auf einer Auktion in Paris hat die Bibliothek die Handschrift am Donnerstag für 300.000 Euro (ca. 9 Millionen Kronen) ersteigert. Die Entstehung der lateinischen Übersetzung wird von Historikern auf das Jahr 1340 datiert. Das tschechische Kabinett ließ ursprünglich vor der Auktion verlauten, höchstens 10 Millionen Kronen für den Kauf des wertvollen Fragments zur Verfügung stellen zu wollen.

Ablösung der tschechischen Militärexperten im Irak

Das bereits sechste Kontingent tschechischer Militärpolizisten ist am Mittwochabend in den Irak gereist. Die tschechischen Experten bilden auf dem Militärstützpunkt Shaiba irakische Sicherheitskräfte aus. Im britischen Sektor im Südirak unterrichten die tschechischen Ausbilder, von denen ein Zehntel Frauen sind, u. a. Kriminalistik und Ermittlungstätigkeit. Neben den Militärpolizisten sind in jedem tschechischen Militärkontingent, das in den Irak entsandt wird, auch einige Chirurgen und Krankenschwerstern.

Sicherheitsexperte Khol: Tschechische Militärmission im Irak ist erfolgreich

Am Wiederaufbau des Irak beteiligen sich tschechische Militärexperten seit zwei Jahren. In den Irak sind sie einige Wochen nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein gekommen. Im Südirak war zuerst ein tschechisches Feldlazarett stationiert, später wurden tschechische Militärpolizisten im Land eingesetzt. Den Worten des Sicherheitsexperten Radek Khol zufolge kann die tschechische Mission im Irak als Erfolg bezeichnet werden. Mit der Entscheidung, seine Soldaten in den Irak zu entsenden, habe sich - so Khol - Tschechien als Verbündeter verhalten, auf den man sich verlassen könne.

Einzelhandel erzielt im Januar Umsatzplus von 6,6 Prozent

Die Umsätze im tschechischen Einzelhandel sind im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,6 Prozent gestiegen. Im Dezember hatte der Wert noch bei 3,2 Prozent gelegen. Beigetragen haben dazu vor allem die Neujahrsrabatte zahlreicher Handelsketten. Dies geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Tschechischen Statistikamtes (CSU) hervor. Deutlich gestiegen ist demnach auch das Interesse der Tschechen an Versandhäusern, die im Jahresvergleich ein Umsatzplus von knapp 20 Prozent verbuchen können, am gesamten Markt allerdings immer noch einen geringen Anteil haben. Weiter zurückgegangen ist dagegen der Umsatz bei Gebrauchtwaren.

Börse: Verluste für Unipetrol, Handel aber im Ganzen stabil

Die Aktien der tschechischen Raffineriegesellschaft Unipetrol mussten am Donnerstag in der Prager Börse weitere starke Verluste hinnehmen. Am Vormittag fiel der Kurs im Vergleich zum gestrigen Börsenschluss um 20 Prozent. Seit der Vorwoche hat sich der Unipetrol-Kurs damit nahezu halbiert. Der Aktienhandel insgesamt hat sich aber nach den gestrigen Kursverlusten wieder stabilisiert. Durch starken Verkaufsdruck vor allem von ausländischen Investoren waren gestern in Prag die Kurse um knapp sechs Prozent gefallen. Dem sind allerdings in den letzten Jahren starke Gewinne vorausgegangen.

Gesellschaft Mittal Steel denkt an ein internationales Gerichtsverfahren gegen CR

Die Gesellschaft Mittal Steel wehrt sich dagegen, dass sie von der Privatisierung der Firma Vítkovice Steel ausgeschlossen wurde. Sie legte am Mittwoch eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Der Nachrichtenagentur CTK zufolge beabsichtigt die Gesellschaft des Weiteren, ein internationales Gerichtsverfahren gegen die Tschechische Republik einzuleiten. Der tschechische Staat schloss die Firma Mittal Steel von der Privatisierung der Gesellschaft Vítkovice Steel wegen des Streits aus, den deren Tochtergesellschaft Vysoké pece Ostrava mit dem Staatsbetrieb Osinek führt, der wiederum Besitzer der Gesellschaft Vítkovice Steel ist. Laut einem Regierungsbeschluss dürfen an der Privatisierung keine Firmen teilnehmen, die in einem laufenden Gerichtsstreit mit dem Staat seien.

Ursache des Straßenbahnunfalls: Überhöhte Geschwindigkeit

Der Straßenbahnunfall, bei dem am Mittwoch in Prag zwei Menschen ums Leben kamen, wurde offensichtlich durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht. Dies sagte am Donnerstag ein Sprecher der Verkehrsinspektion der Nachrichtenagentur CTK. Der technische Zustand der Straßenbahn habe - so der Experte - allen Normen entsprochen.

Mord an tschechischer Prostituierten - Anklage legt Revision ein

Der Mord an einer tschechischen Prostituierten vor elfeinhalb Jahren muss voraussichtlich noch einmal verhandelt werden. Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Gera hat gegen das Urteil gegen einen 30-jährigen Deutschen Revision eingelegt. Das sagte eine Sprecherin des Landgerichts Gera am Donnerstag der dpa. Der vielfach vorbestrafte Thüringer war vergangene Woche zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Er hatte gestanden, im September 1993 eine 17 Jahre alte Prostituierte im Streit um Geld erdrosselt zu haben. Der damals 19-Jährige hatte nach einer Kneipentour in Gera ein Auto gestohlen und war damit ins westböhmische Cheb (Eger) gefahren. Für den Sex in einem Waldstück sei ein Preis von 50 Mark vereinbart worden, sagte der verheiratete Familienvater vor Gericht. Er habe jedoch nur einen 100 Mark-Schein gehabt. "Sie hat sich das Geld genommen und wollte mir nichts zurückgeben", sagte er. Die Staatsanwaltschaft hatte auf lebenslange Haft plädiert. Die Verteidigung beantragte sieben Jahre Gefängnis wegen Totschlags.

Wechsel von Fußball-Profi Heinz nach Prag vorerst geplatzt

Der Wechsel des tschechischen Fußball-Profis Marek Heinz vom deutschen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zu Sparta Prag ist überraschend geplatzt. Gegen die jüngste Einigung der Clubs, wonach der Profivertrag des 27-Jährigen unterbrochen und Heinz bis zum Saisonende als Amateur an den tschechischen Rekordmeister ausgeliehen werden sollte, gab es zuletzt rechtliche Bedenken; ein regulärer Transfer ist an der geforderten Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro gescheitert. Beide Seiten wollen nun im Sommer zu weiteren Verhandlungen zusammenkommen.

17-03-2005