Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

21-01-2005

Weißrussische Diplomatin des Landes verwiesen

Das tschechische Außenministerium hat am Freitag eine weißrussische Diplomatin des Landes verwiesen. Damit reagierte es auf das Vorgehen weißrussischer Behörden, die den tschechischen Diplomaten Pavel Krivohlavy des Landes verwiesen hatten. Krivohlavy, dem vorgeworfen wurde, mit einem minderjährigen Gymnasiasten Alkohol in einem Cafe konsumiert zu haben, wurde in Minsk von der Polizei festgenommen und mehrere Stunden verhört. Nach Auffassung des tschechischen Außenministeriums habe die weißrussische Seite gegen das internationale Recht verstoßen und die Diplomatenimmunität nicht respektiert. Nach Prag wurde in diesem Zusammenhang auch der Chef der tschechischen Botschaft in Minsk berufen.

Tschechiens Landwirtschaftsminister in Berlin

Unter den neuen EU-Ländern gehört die Tschechische Republik gehört zu den erfolgreichsten, was die Nutzung der für die Landwirtschaft bestimmten Gelder aus den Strukturfonds anbelangt. Dies sagte der tschechische Landwirtschaftsminister Jaroslav Palas am Freitag in Berlin. Am Rande der internationalen Ausstellung für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau, Grüne Woche, informierte er auf einer Pressekonferenz, dass tschechische Landwirte im vergangenen Jahr mit 26 Milliarden Kronen im Vergleich zu 2003 um 12 Milliarden Kronen mehr von der EU und aus den tschechischen Kompensationsfonds beziehen konnten. Tschechische Firmen präsentieren in Berlin vor allem Bier, Milch- und Fleischprodukte sowie regionale Spezialitäten.

Tschechische Militärpolizisten bleiben bis Ende 2005 im Irak

Wie allgemein erwartet, hat am Freitag das tschechische Abgeordnetenhaus über die Verlängerung der Mission tschechischer Militärpolizisten im Irak positiv entschieden. Wird dem auch der Senat zustimmen, dann werden die Tschechen länger als ursprünglich vorgesehen Angehörige der irakischen Streitkräfte direkt vor Ort ausbilden. Um die Verlängerung der bis Ende Februar geplanten Mission bis zum Ende dieses Jahres wurde das Parlament von der Regierung ersucht. Diese reagierte damit auf die Aufforderung des Irak und Großbritanniens, das etwa hundertköpfige tschechische Kontingent nach den Wahlen im Irak nicht abzuziehen. Die Kosten der Verlängerung des Aufenthaltes werden sich auf 175.000.000 Kronen, knappe sechs Millionen Euro, belaufen. 150 Millionen Kronen will das Verteidigungsministerium aus eigenem Budget finanzieren. Die Mehrheit der Abgeordneten votierte auch für das Verbot der Transformation der staatlichen Krankenhäuser in Handelsgesellschaften. Die oppositionellen Bürgerdemokraten (ODS) sowie die Hauptmänner der einzelnen Landkreise halten diesen Entscheid für verfassungswidrig und erwägen, eine entsprechende Beschwerde beim Verfassungsgericht einzureichen.

Tschechisches Krankenhaus auf Sri Lanka nimmt Betrieb auf

Mit der Eröffnung einer Abteilung für Geburtshilfe hat das tschechische mobile Krankenhaus auf Sri Lanka seine Tätigkeit aufgenommen. Nach Informationen des leitenden Vertreters des tschechischen Helferteams, Jaromir Dolansky, wird dort die Geburtshilfe zunächst von einheimischen Ärzten gewährleistet. Ihnen soll sich Ende Januar ein Fachärzteteam aus dem südböhmischen Hradec Kralove/Königgrätz anschließen. Der restliche Teil des tschechischen Krankenhauses, zu dem vor allem eine Kinderpflegeabteilung gehört, wird am Samstag feierlich eröffnet werden.

Starker Wind und Schneeverwehungen komplizieren Straßenverkehr

Starker Wind und Schnee haben den ganzen Freitag den Verkehr vor allem in den Bergregionen Tschechiens beeinträchtigt. Im Landkreis Karlsbad z.B. wurden die Autofahrer von Straßenwärtern aufgerufen, nicht in die Gegend von Bozi dar/Gottesgab im Erzgebirge zu fahren. In den Schneeverwehungen sollen dort zahlreiche Autos stecken geblieben sein. Im größten Sportzentrum des Riesengebirges Spindlermühle wurde der Betrieb der meisten Seilbahnen wegen orkanartigem Wind eingestellt. Im nördlichen Teil des mährischen Landkreises Olmütz sind etwa 40 Zentimeter Schnee gefallen.

Wie sehen Tschechen Bushs Wiederwahl zum Präsidenten

Mit der Wiederwahl von George Bush zum Präsidenten der USA sind 17 Prozent der Tschechen zufrieden, 23 Prozent der Tschechen gefällt dieses Resultat nicht. Dies ergab sich aus einer Meinungsumfrage des Prager Zentrums für Meinungsforschung (CVVM). 43 Prozent der Befragten befanden dieses Ereignis als unwichtig.

Meinungsumfrage zur Wählergunst

Die Demokratische Bürgerpartei (ODS) hat ihr bisher bestes Resultat der Wählergunst verzeichnet. Wie sich aus der jüngsten Meinungsumfrage der Agentur STEM ergibt, wird die ODS derzeit von 35,9 Prozent der Tschechen unterstützt. Den zweiten Platz haben erneut die Kommunisten (KSCM) mit 17 Prozent belegt. Die stärkste Regierungspartei - die Sozialdemokraten(CSSD) - kann laut der Umfrage 13,9 Prozent für sich verbuchen.

Flüchtlinge an tschechisch-österreichischen Grenze erfasst

Einer Meldung der Nachrichtenagentur CTK zufolge hat die tschechische Grenzschutzpolizei Anfang der Woche eine Gruppe von 13 Flüchtlingen aus Tschetschenien und dem Irak in der Nähe der tschechisch-österreichischen Grenze in der südmährischen Region Znojmo/Znaim festgenommen. Da es sich um einen illegalen Aufenthalt handelte, wurden sie ausgewiesen.

Josef Sudek Ausstellung in München

Das Tschechische Zentrum München hat am Freitag eine Ausstellung mit Fotografien des tschechischen Fotografen Josef Sudek eröffnet. Die präsentierten Werbe- bzw. Propagationsaufnahmen dieses Künstlers, der zu den bedeutendsten tschechischen Fotografen zählt, entstanden in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sein Werk zeichnet sich durch eine große Mannigfaltigkeit aus, da er sowohl Landschaften, Portraits als auch arrangierte Stillebenmotive fotografierte. Berühmt geworden sind auch seine Bildbände "Die Prager Burg", Prag, "Das Panoramatische Prag" und "Die Karlsbrücke".

Janaceks Opern in Berlin

Auf dem Programm der Berliner Staatsoper steht die Premiere der Oper Katja Kabanova von Leos Janacek. Das Werk des tschechischen Komponisten, dessen 150.Geburtstag im Vorjahr gefeiert wurde, wird in Berlin tschechisch mit deutschen Untertiteln gesungen. Die Oper hat der 39jährige Michael Thalmeier einstudiert. Dies ist zugleich sein Regiedebut. Auch weitere zwei Opernbühnen Berlins haben eine Janacek-Oper im Repertoir. Die Deutsche Oper führt derzeit das Schlaue Füchslein auf. Die Komische Oper wird im Frühjahr und anschließend im Sommer die Opern Jenufa und Sache Makropulos auf dem Programm haben.

21-01-2005