Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

17-01-2005

Tschechische Regierung will mehr Geld für Südostasien-Hilfe bereitstellen

Das tschechische Kabinett wird wahrscheinlich am kommenden Mittwoch die finanzielle Unterstützung erhöhen, die für die Südostasien-Hilfe bereits vorgeschlagen wurde. Wenn sich das Kabinett für die Erhöhung des vorgeschlagenen Betrags entscheidet, wird die Gesamtsumme insgesamt 240 Millionen Kronen (ca. 8 Mio. Euro) betragen. Bislang stellte Tschechien 15 Millionen Kronen für die Soforthilfe zur Verfügung, und weitere 200 Millionen Kronen sollten für den Wiederaufbau genutzt werden.

Ambrozek: Tschechien wird Indonesien bei Trinkwasserversorgung helfen

Das von der Flutkatastrophe heimgesuchte Indonesien hat Interesse an der tschechischen Hilfe bei der Reinigung von Brunnen und bei der Trinkwasserversorgung. Von den 200 Millionen Kronen (ca. 6,6 Mio. Euro), die der tschechische Staat für die Südostasien-Hilfe zur Verfügung gestellt hat, soll auch die gefährliche Müllentsorgung in den von der Naturkatastrophe am schwersten betroffenen Regionen Indonesiens finanziert werden. Dies vereinbarte der tschechische Umweltminister Libor Ambrozek mit seinem indonesischen Amtskollegen am Montag in Jakarta. Einige Firmen seien bereit, mit mobilen Kläranlagen nach Indonesien zu kommen, sagte Ambrozek. Über konkrete Orte, wo geholfen werden soll, wird der tschechische Umweltminister am Dienstag mit dem Gouverneur von Nordsumatra beraten. Ambrozek wird auch die am schwersten betroffene Provinz Aceh besuchen. Am Mittwoch wird der Minister nach Japan weiterreisen, wo er an einer Konferenz über die Beseitigung der Folgen von Naturkatastrophen teilnehmen wird.

Tschechische Hilfsorganisationen starten konkrete Hilfsprojekte in Südostasien

Auf den von den größten tschechischen Hilfsorganisationen für das Krisengebiet Südostasien errichteten Konten sind bis Montag 250 Millionen Kronen (8,3 Mio. Euro) eingegangen. Allein während des vergangenen Wochenendes ist die Spendensumme um weitere 10,5 Millionen Kronen angestiegen. Die Organisation "Mensch in Not", die eine Spendensammlung für Sri Lanka durchführt, hat bislang 95,5 Millionen Kronen gesammelt. Von der Summe wurden inzwischen 15.000 US-Dollar für die Soforthilfe genutzt, weitere finanzielle Mittel werden in die Renovierung von Schulen investiert. Über weitere Möglichkeiten der Hilfe wird verhandelt. Die zweiterfolgreichste Hilfsorganisation ist die Stiftung ADRA, die u. a. Boote für thailändische Fischer besorgen wird. Zwei Mitarbeiter der Tschechischen katholischen Caritas, die bislang 41,5 Millionen Kronen für Südostasien gesammelt hat, reisen am Dienstag nach Sri Lanka, wo sie vor Ort ein Projekt zur Hilfe für die dortigen Fischer starten werden.

Freiwillige reisen mit einem mobilen Kinderkrankenhaus nach Sri Lanka

Das mobile Kinderkrankenhaus, mit dem eine Gruppe von 17 Freiwilligen aus dem nordböhmischen Liberec/Reichenberg am Montag nach Sri Lanka abgereist ist, wird voraussichtlich ab Freitag in Betrieb sein. Die Freiwilligen werden sich dem tschechischen Rettungsteam anschließen, das bereits auf Sri Lanka weilt. Die dortigen Bewohner nannten die Mission, die von der Stiftung "Hand for help" organisiert wird, eine "Hoffnung aus Böhmen". Die provisorische Klinik soll das ursprüngliche Kinderkrankenhaus ersetzen, das von der Flutwelle im Dezember des vergangenen Jahres vernichtet wurde.

Litauischer Oberbefehlshaber Tutkus zu Besuch in Tschechien

Der Oberbefehlshaber der litauischen Streitkräfte, Valdas Tutkus, der zurzeit zu einem zweitätigen Besuch in Tschechien weilt, hat während seines Treffens mit tschechischen Senatoren am Montag in Prag unter anderem großes Interesse an den Tatrafahrzeugen der hiesigen Armee gezeigt. Mit den gastgebenden Politikern diskutierte Tutkus des weiteren über die europäische Verteidigung, die Beziehungen zwischen den einzelnen NATO-Staaten und die Reform der Tschechischen Armee.

Lkw-Polizeikontrollen: Mehrere Verstöße gegen die Verkehrsordnung

Tschechische Zöllner und Polizisten haben bei den ersten gemeinsamen Lkw-Kontrollen in diesem Jahr, die sie auf den hiesigen Autobahnen vorgenommen haben, Dutzende Verstöße gegen die Verkehrsordnung verzeichnet. Über die Resultate der Kontrollen wurde die Nachrichtenagentur CTK am Montag vom Verkehrsministerium informiert. Die am 11. Januar den ganzen Tag lang durchgeführten Kontrollen konzentrierten sich vor allem auf die Belastung der Lkw, die Einhaltung der obligatorischen Pausen während der Fahrt sowie die Autobahnvignetten. Die Mitarbeiter der Fremdenpolizei kontrollierten bei den Spediteuren und Lkw-Fahrern außerdem die Transportbescheinigungen.

Strafverfahren gegen Ex-Gesundheitsministerin Souckova eröffnet

Gegen die ehemalige Gesundheitsministerin Marie Souckova (CSSD) wurde in der vergangenen Woche ein Verfahren wegen Verletzung der Amtspflichten eröffnet. Darüber informierte am Montag der zuständige Staatsanwalt des zweiten Prager Stadtbezirks, Tomas Blaha. Der 51-jährigen Souckova, die das Gesundheitsministerium bis April 2004 geleitet hatte, werden Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe staatlicher Aufträge vorgeworfen. Im Falle eines Schuldspruches drohen ihr bis zu acht Jahre Haft. Am Freitag war Souckova aus der sozialdemokratischen Partei ausgetreten.

Neuer tschechischer Botschafter in Wien wird Jiri Sitler; Vorgänger Jindrak wechselt nach Berlin

Neuer Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich wird der 40-jährige Jiri Sitler, der derzeit auf der gleichen Position in Thailand tätig ist. Dies meldete die tschechische Wochenzeitung "Euro" in ihrer Montagausgabe. Sitler wird in Wien den ehemaligen stellvertretenden Außenminister Rudolf Jindrak ablösen, der als Botschafter nach Deutschland wechseln wird. Als Leiter der tschechischen Delegation hatte Sitler in der Vergangenheit einen bedeutenden Anteil an den Verhandlungen mit Deutschland und Österreich über die Entschädigung tschechischer NS-Opfer.

Tschechien verzeichnete deutlichen Konsumanstieg zum Jahresende

Die Tschechen haben für ihre vorweihnachtlichen Einkäufe im vergangenen November um acht Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres ausgegeben. Es handelt sich dabei um einen der stärksten Zuwächse der zurückliegenden Jahre. Dies gab am Montag das Statistikamt in Prag bekannt. Die gestiegene Konsumlust zum Jahresende bestätigte auch der Analyst der CSOB-Bank, Petr Dufek. Ihm zufolge waren dafür vor allem die günstigen Angebote zum Jahresende verantwortlich. Dufek wies aber zugleich darauf hin, dass der hohe prozentuale Zuwachs auch auf einem schwachen Vergleichsmonat beruhe.

Neuer Skoda Octavia ist "Auto des Jahres 2005" in Tschechien

Der neue Skoda Octavia ist zum "Auto des Jahres 2005" in Tschechien gekürt worden. Über das Ergebnis der Wahl, die stets unter den tschechischen Motor-Journalisten durchgeführt wird, informierte am Montag der Präsident des Klubs der Motorjournalisten (KMN) Zbysek Pechr. In der elfjährigen Geschichte des Wettbewerbs gewinnt damit die heimische Marke Skoda bereits zum dritten Mal. Der neue Octavia hatte zuvor bereits in Deutschland das "Goldene Lenkrad" und in Mailand die Auszeichnung als "Schönstes Auto des Jahres 2004" erhalten.

Tschechische Führerscheine sind künftig schwieriger zu erlangen

Die tschechische Regierung hat den so genannten Führerscheintourismus nach Tschechien eingeschränkt. Ab sofort erhalte ein erfolgreicher Fahrschüler die tschechische Fahrerlaubnis nur dann, wenn er hierzulande auch einen festen Wohnsitz nachweisen könne, teilte das Verkehrsministerium in Prag am Montag mit. Seit dem EU-Beitritt des Landes am 1. Mai 2004 hatten viele Deutsche und Österreicher, die in ihrer Heimat mit einem Fahrverbot belegt sind, diese Sperre mit einem in Tschechien erworbenen Führerschein umgangen. Die jetzt von den Prager Behörden umgesetzte EU-Richtlinie zur Wohnsitzregelung schränke diesen Führerscheintourismus ein, hieß es. Die Regel gelte auch für Tschechen und sei daher nicht diskriminierend, sagte eine Ministeriumssprecherin. Zudem sei es Ausländern weiter freigestellt, den Fahrunterricht und die Prüfungen in Tschechien zu absolvieren. Einen Führerschein gebe es aber nur für Personen, die in Tschechien lebten. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Prag haben seit dem EU- Beitritt des Landes rund 2000 Deutsche und etwa 90 Österreicher einen tschechischen Führerschein erhalten. Mit diesem dürfen sie in der Regel auch in ihrer Heimat fahren.

17-01-2005