Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

10-01-2005

Tschechische Südostasien-Hilfe: Spendengeld stieg auf 200 Millionen Kronen

In dem von der verheerenden Flutwelle heimgesuchten Katastrophengebiet in Südostasien werden offiziellen Angaben vom Montagnachmittag zufolge noch 12 Tschechen vermisst. Bestätigt ist bisher der Tod einer tschechischen Frau. Nach einer weiteren vermissten Person, die sowohl die tschechische als auch die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzt, fahnden die Schweizer Behörden anhand ihrer Vermisstenlisten. Unterdessen sind für die humanitäre Hilfe der Seebebenopfer, die von Seiten der Tschechischen Republik organisiert wird, bisher Spenden in Höhe von nahezu 185 Millionen Kronen (ca. 6,1 Millionen Euro) gesammelt worden. Die Prager Regierung hat überdies 15 Millionen Kronen an Soforthilfe bereitgestellt, weitere 200 Millionen Kronen sind für die später folgenden Rekonstruktions- und Aufbauprogramme geplant. Großer Popularität erfreuen sich nach wie vor die per SMS abgegebenen Spenden. So hat die Stiftung ADRA mit dieser vor allem von Kleinspendern praktizierten Form der Spendenabgabe umgerechnet bereits knapp 1,5 Millionen Euro eingesammelt. Die Gesellschaft "Mensch in Not" wiederum nahm fast 50.000 solcher Textnachrichten entgegen.

Arbeitslosenquote in Tschechien ist auf 9,5 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosenquote in Tschechien ist im Dezember auf 9,5 Prozent gestiegen. Das gab am Montag das Ministerium für Arbeit und Soziales bekannt. Mehr als 540.000 Personen waren offiziell als beschäftigungslos registriert, das sind fast 24.000 mehr als im November. Im Jahresvergleich aber blieb die Arbeitslosenzahl nahezu unverändert. Als Grund für ihren Anstieg im Monat Dezember nennen Experten die Tatsache, dass viele Unternehmen vor Jahresende vermehrt Entlassungen vornehmen. Zudem kam es wieder zum Wegfall von Saisonarbeitsplätzen in einigen Bereichen.

Inflationstempo in Tschechien sinkt - Preiserhöhungen aber in Schlüsselbereichen

Neben den Arbeitslosenzahlen wurde am Montag auch die Dezember-Inflationsrate veröffentlicht. Laut Angabe des Tschechischen Statistikamtes lagen die Verbraucherpreise um 2,8 Prozent über denen vom Dezember 2003. Das Inflationstempo hat sich im Jahresvergleich allerdings verlangsamt. Preisanstiege gab es vor allem bei der Gas- und Wasserversorgung, sowie bei den Kosten für Telekommunikation und im Dienstleistungsbereich. In einigen Fällen hängt dies mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer zusammen, die voriges Jahr im Zuge der Anpassung an die EU-Richtlinien durchgeführt wurde.

Tschechische Währung steigerte Kurs auf 30,3 Kc/Euro und 23,13 Kc/Dollar

um Auftakt der neuen Arbeitswoche hat die tschechische Währung am Montagvormittag ihren Wert gegenüber der europäischen Währung um weitere sechs Heller gesteigert und wurde gegen 10.30 Uhr mit einem Wechselkurs von 30,3 Kronen je Euro notiert. Zum gleichen Zeitpunkt wurde sie gegenüber der amerikanischen Währung mit einem Kurs von 23,13 Kronen je US-Dollar gehandelt. Der Analytikerin der Gesellschaft Next Finance Markéta Sichtarová zufolge werde die Krone gegenüber dem Euro weiter leicht zulegen. "Wir gehen davon aus, dass sich der Augenblick nähert, wo die Krone genau im Kursverhältnis von 30:1 zum Euro stehen wird", sagte Sichtarová am Montag der Nachrichtenagentur CTK.

Lou Reed: Würde gern Musik für Havel schreiben - Bush ist ein gefährlicher Mensch

US-Rocker Lou Reed (61) hat den tschechischen Dramatiker und Ex-Präsidenten Vaclav Havel (68) aufgefordert, ein Theaterstück über sein Leben zu schreiben. "Ich hoffe, dass er einmal ein solches Werk über seine einzigartigen Erfahrungen verfassen wird", sagte Reed am Montag bei einem privaten Treffen mit Havel in Prag. Zu diesem Stück würde er dann gerne die Musik komponieren, äußerte Reed vor Journalisten. Auf der Prager Pressekonferenz bezeichnete Reed zudem US-Präsident George Bush als einen ungemein gefährlichen Menschen, der zur Verschlechterung der Situation in der Welt beigetragen habe. "Anstatt die Menschen zu vereinigen, hat er sie getrennt", antwortete Reed auf eine Journalistenfrage. Havel wiederum sagte, er plane derzeit kein neues Werk. "Ich habe als Präsident zwischen 1989 und 2003 mehr geschrieben als je zuvor und bin vielleicht etwas müde." Havel und Reed verbindet seit 15 Jahren eine enge Freundschaft. Am Sonntag hatten beide in Prag an einem Benefizkonzert für die Flutopfer in Asien teilgenommen.

"Tschechisches Zentrum" am Schwarzen Meer eröffnet

Hunderte Russland-Tschechen waren zugegen, als dieser Tage im Schwarzmeerhafen Novorossijsk ein "Tschechisches Zentrum" seiner Bestimmung übergeben wurde. Bestandteil des neuen kultur-gesellschaftlichen Instituts ist ein Lehrsaal zum Unterricht der tschechischen Sprache und ein Klubraum für die Mitglieder des Ortsvereins Nazdar. Das Zentrum sollte zu einem Treffpunkt werden für alle sich zur tschechischen Nationalität bekennenden Menschen, die seit Jahrzehnten in dieser Region zu Hause sind, erklärte Michaela Jerabkova von der tschechischen Botschaft in Moskau bei der Eröffnungsfeier.

10-01-2005