Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

21-02-2004

Regierungschef Spidla fühlt sich nach dem Schwächeanfall wieder besser

Der tschechische sozialdemokratische Ministerpräsident Vladimír Spidla (CSSD) will am Montag zu Gesprächen über einen neuen Kandidaten für das Amt des EU-Kommissars mit Vertretern der Koalitionsparteien zusammentreffen. Der von ihm gegen den Willen der Koalitionspartner durchgesetzte ehemalige sozialdemokratische Umweltminister Milos Kuzvart zog unerwartet am Freitag seine Kandidatur für diesen Posten zurück. Spidla, der am Freitag einen Schwächeanfall erlitten und sämtliche Termine für das Wochenende abgesagt hatte, fühle sich bereits besser, sagte die Regierungssprecherin Anna Veverkova der Nachrichtenagentur CTK.

Spitzenpolitiker der Freiheitsunion beraten die aktuellpolitische Lage

Über die aktuellpolitische Lage in Tschechien nach der Entscheidung Milos Kuzvarts, auf das Amt des EU-Kommissars zu verzichten, hat am Samstag der Republikausschuss der Freiheitsunion (US), einer der drei Regierungsparteien, im südmährischen Brno/Brünn beraten. Ihr Vorsitzender Petr Mares teilte nach der Sitzung vor Journalisten mit, dass seine Partei mehrere Namen potentieller Kandidaten parat habe. Diese wolle sie aber erst am Montag publik machen.

Vorschläge zur Nominierung eines neuen tschechischen EU-Kommissars

Als eine passende Person für den neu zu besetzenden Posten des tschechischen EU-Kommissars hat der stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokraten und Arbeitsminister Zdenek Skromach die jetzige Botschafterin bei dem Europa-Rat, Vlasta Stepova, bezeichnet. Die oppositionellen Bürgerdemokraten (ODS) setzen sich nach wie vor für ihren Kandidaten Bedrich Moldan ein, der in einer früheren Regierung ebenfalls wie Kuzvart das Amt des Umweltministers bekleidete. Die ODS forderte die Regierung bereits am Freitag auf, eine neue Gesprächsrunde zur Nominierung des EU-Kommissars mit Vertretern aller Parlamentsparteien zu initiieren.

Usti nad Labem:Beratungen über wichtigste Fragen Nordböhmens

Die Privatisierung von Kohlengruben, Problematik der Beschäftigung bzw. Errichtung von Industriezonen sind die Hauptthemen, mit denen sich das sozialdemokratische Exekutivkomitee im Landkreis Usti nad Labem /Aussig an der Elbe auf seiner Samstagsitzung befasst hat. Zugegen waren auch Innenminister Stanislav Gross, Industrie- und Handelsminister Milan Urban und Finanzminister Bohuslav Sobotka.

Journalist und Politiker Jiri Ruml verstorben

Im Alter von 78 Jahren ist der bekannte Journalist, Dramatiker, Rundfunkmitarbeiter, Dissident und Politiker Jiri Ruml in Prag verstorben. Vor der Wende 1989 war er als Chefredakteur der Samizdat-Zeitung Lidove noviny tätig. Nach der Samtenen Revolution machte er sich um das erneute Herausgeben dieses Blattes verdient. Im Jahre 2001 wurde Jiri Ruml die Medaille Für Verdienste um die Tschechische Republik von Präsident Vaclav Havel verliehen.

Kurzer stiller Protest von Rechtsextremen

Rund vierzig Rechtsextreme haben am Samstagnachmittag ca. 15 Minuten vor dem Gebäude des Justizministeriums in Prag demonstriert. Es handelte sich um einen stillen Protest gegen die angeblich ungerechte gerichtliche Verurteilung von Vlastimil Pechanec, Sympathisant der Skinhead-Bewegung, der einen Roma ermordet hatte. Der 23jährige Mann wurde im März des Vorjahres zu 17 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Starker Wind ließ Bäume umknicken

In mehreren Regionen Tschechiens tobte am Samstag starker, gebietsweise böiger Wind, der vor allem den Verkehr komplizierte. Im Landkreis Vysocina auf der Böhmisch-Mährischen Anhöhe war schlechtes Wetter Ursache mehrerer Autounfälle, die die Betroffenen jedoch ohne ernste Verletzungen überstanden haben. Im starken Wind, dessen Geschwindigkeit bis zu 129 Stundenkilometer erreichte, fielen in der Region mehrere Bäume um, zwei Straßen mussten für den Verkehr gesperrt werden. Meteorologen zufolge sind am Sonntag Regen- bzw. Schneefälle in Tschechien zu erwarten.

21-02-2004