Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

08-12-2003

Prager Regierung legt sich auf strategische Leitlinie für den EU-Gipfel fest

Auf dem Treffen der Außenminister der 15 EU-Mitglieds- und zehn EU-Beitrittsländer wurden am Montag in Brüssel noch einmal die Positionen aller 25 Staaten bezüglich einer gemeinsamen Europäischen Verfassung deutlich gemacht, die auf dem Ende der Woche stattfindenden Brüsseler EU-Gipfel beschlossen werden soll. Die tschechische Regierung hatte eigens dazu in der Nacht zu Montag eine außerordentliche Sitzung abgehalten, um sich eine offizielle Position zu dem auf Basis des bestehenden Konventsvorschlags vorliegenden EU-Verfassungsentwurfs zu erarbeiten. Die Regierungschefs und Präsidenten aller EU-Mitglieds- und Beitrittsstaaten wollen diesen nach Möglichkeit am Freitag und Samstag in Brüssel zum Abschluss bringen, ein Erfolg der Verhandlungen gilt jedoch als ungewiss. Nach der nächtlichen Sitzung der tschechischen Regierung heißt es, dass Tschechien den Übergang vom Einstimmigkeitsprinzip im Europäischen Rat hin zur so genannten Qualifizierten Mehrheit noch abändern will. Mehr zu diesem Thema hören Sie im Anschluss in unserem Tagesecho.

Deutsch-tschechisches Spitzentreffen zu Kinderprostitution geplant

Bei einem Spitzentreffen der Innenminister wollen Tschechien und Deutschland in Kürze über härtere Maßnahmen gegen Kinderprostitution im Grenzgebiet beraten. Der tschechische Innenminister Stanislav Gross und Bundesinnenminister Otto Schily werden sich vermutlich um den Jahreswechsel in Prag über neue Strategien verständigen, berichtete die Prager Tagszeitung "Lidové noviny" in ihrer Montagausgabe. Es gehe um eine seriöse Dokumentation des Problems und die Bestrafung möglicher Täter, wurde Gross zitiert. Die seit Jahren andauernde Diskussion über Kinderprostitution auf der böhmischen Seite der gemeinsamen Grenze war Ende Oktober von einem UNICEF-Bericht erneut angeheizt worden. Tschechien lehnt die Studie als "übertrieben" ab. Aber auch nur ein einziger Fall sei einer zu viel, hatte Gross verlauten lassen. "Tschechien muss sich nicht verstecken und kann mit offenen Karten spielen, wenn es einen seriösen Partner hat. Und ich vertraue dem Bundesinnenminister voll und ganz", wird Gross in dem Blatt zitiert.

Tschechien: Arbeitslosigkeit liegt knapp unterhalb der 10-Prozent-Grenze

Die Arbeitslosigkeit in der Tschechischen Republik bewegt sich weiterhin knapp unter der unter der 10-Prozent-Grenze. Wie das Prager Ministerium für Arbeit und Soziales am Montag bekannt gab, betrug die Arbeitslosenquote im November 9,9 Prozent, was im Vergleich zum Vormonat eine Stagnation bedeutet. Gemessen am Vergleichszeitraum des Jahres 2002 ist hingegen ein Anstieg von 0,6 Prozentpunkten zu verzeichnen. Insgesamt sind in Tschechien momentan mehr als 520.000 Menschen offiziell auf Arbeitssuche.

Prager Kartellamt will gegen Preisabsprachen bei Schweinefleisch vorgehen

Das tschechische Amt zum Schutz des wirtschaftlichen Wettbewerbs (ÚOHS) wird in allernächster Zeit ein Rechtsverfahren gegen die Produzenten der einheimischen Fleischindustrie einleiten, und zwar wegen offensichtlicher Preisabsprache auf dem Schweinefleischmarkt. Das Amt hegt gegen mehrere Produzenten den Verdacht der Kartellbildung, zumal seit Montag kein einziges Stück Schweinefleisch mehr unter dem Preis von 30 Kronen pro Kilo auf dem Markt angeboten wurde.

Währungskurs zwischen Krone zu Euro wird Verhältnis 32:1 beibehalten

Nach der in der zurückliegenden Woche erfolgten Abschwächung des Wechselkurses der tschechischen Währung gegenüber dem Euro ist ihr Kurs am Montag wieder leicht angestiegen und wurde zum Geschäftsschluss mit einem Verhältnis von 32,20 Kc für einen Euro registriert. Gegenüber der US-Währung wurde die hiesige Währung zum Kurs von 26,30 Kronen je US-Dollar gehandelt. "Der Kurs sollte sich auch weiterhin im Bereich zwischen 32,20 und 32,40 Kronen pro Euro bewegen, es werden keine Daten erwartet, die ihn stark beeinflussen könnten", gaben Finanzexperten eine kurzfristige Prognose ab. Mittelfristig, d. h. bis zum Jahresende, rechnen sie aber mit dem weiteren Kursanstieg der Krone auf das Kursverhältnis von 32:1 gegenüber dem Euro.

Königgrätzer Student attackiert Professor mit Baseball-Schläger

Mit einem Baseball-Schläger hat am Montagvormittag im ostböhmischen Hradec Králové/Königgrätz ein 20-jähriger Student seinen Professor angegriffen und schwer verletzt. Das 53-jährige Opfer musste mit Kopf-Platzwunden und zahlreichen Prellungen ins städtische Krankenhaus gebracht werden, konnte aber nach der Behandlung am Nachmittag wieder aus diesem entlassen werden, meldete die Nachrichtenagentur CTK. Der der Tat überführte Pädagogik-Student Martin Jelínek wurde von der Polizei verhört. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Das Motiv für den Angriff war zunächst unklar. Laut Aussage von Universitätsrektorin Jaroslava Mikulecká wird Martin Jelínek von der Bildungseinrichtung verwiesen.

Im alten Sudhaus der Urquell-Brauerei wurde letzter Gärprozess eingeleitet

Das letzte Biergebräu ist am Montag im ältesten, aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stammenden Sudhaus der Pilsener Urquellbrauerei gekocht worden. Einer Schätzung zufolge sind seit Bestehen des Sudhauses in dessen beiden Blechbehältern rund fünf Millionen Hektoliter Bier gebraut worden. Nun soll das alte Sudhaus demontiert und durch ein neues, 300 Millionen Kronen teures Sudhaus ersetzt werden. Dort will man Anfang Februar mit dem Brauen des ersten Bieres beginnen, teilte Brauereisprecher Alexej Bechtin am Montag der Nachrichtenagentur CTK mit.

Sturmschaden: Prager Weihnachtsbaum umgestürzt - neuer Baum rollt an

Eine rund 25 Meter hohe Fichte aus Velké Karlovice in den Mährischen Beskiden sollte am Montag den 31 Meter hohen Weihnachtsbaum auf dem Altstädter Ring in Prag ersetzen, der am letzten Samstag nach heftigen Sturmböen umgestürzt und stark beschädigt worden war. Dabei sind vier Personen leicht verletzt worden. Beim Transport des neuen Weihnachtsbaumes war es jedoch gleich zu Beginn zu Verzögerungen gekommen, so dass sich die Prager noch bis zum Dienstag auf die Erneuerung des Schmuckstücks ihres Weihnachtsmarkts gedulden müssen.

08-12-2003