Täglicher Nachrichtenüberblick Nachrichten

14-11-2003

Prager Veterinärverwaltung deckt achten BSE-Fall in Tschechien auf

In der Tschechischen Republik ist offensichtlich der achte Fall der Rinderkrankheit BSE aufgetreten. Die Staatliche Veterinärverwaltung hat die Erkrankung bei einer nahezu vierjährigen Kuh der Gesellschaft ZEMOS im südmährischen Velké Nemcice entdeckt. Das gab der Sprecher der Veterinärverwaltung Josef Duben am Freitag über die Nachrichtenagentur CTK bekannt. Es ist bereits der dritte BSE-Fall in Folge, den die Veterinäre innerhalb der zurückliegenden 30 Tage in Tschechien aufgespürt haben. Sollte sich der begründete BSE-Verdacht bestätigen, so würde das die achtjährige Arbeit in dieser Genossenschaft mit einem Schlag zunichte machen, äußerte dazu der bedrückte Direktor der Gesellschaft Jirí Vávra.

ÖBB beendet Streik - Tschechische Eisenbahnen fordern Schadenersatz

Der Streik der Beschäftigten der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) ist am späten Freitagnachmittag nach knapp dreitägiger Dauer beendet worden. Die ersten Lokomotiven wurden kurz nach 18.00 Uhr wieder angeworfen. Noch am Vormittag des gleichen Tages hatte der Sprecher der Tschechischen Eisenbahnen - Ceské drahy, Petr Stáhlavský, gegenüber der Nachrichtenagentur CTK erklärt, dass dieser Streik bereits zu erheblichen Komplikationen im Eisenbahnverkehr in ganz Mitteleuropa einschließlich der Tschechischen Republik geführt habe. Über das Gebiet der Tschechischen Republik seien - so Stáhlavský - seit Freitagmorgen auch Züge aus Ungarn und der Slowakei in die Bundesrepublik Deutschland gerollt, die ansonsten fahrplanmäßig über Österreich verkehren. Auf den Gleisen der Tschechischen Eisenbahnen hätten zudem 47 abgestellte Güterzüge auf das Ende des ÖBB-Streiks gewartet, hieß es. Die dadurch entstandenen Mehrkosten bzw. Transportausfälle in Tschechien will Ceské dráhy der Österreichischen Bundesbahn in Rechnung stellen. Wie ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde daraufhin erklärte, hätten die Tschechischen Eisenbahnen dazu keinen automatischen Anspruch, sondern nur dann, wenn es sich hierbei um einen politisch motivierten Streik handeln würde. Nur wenn dieser Fall nachgewiesen werden sollte, würde die Österreichische Bundesbahn für den den Tschechischen Eisenbahnen entstandenen Schaden aufkommen, ergänzte vorm Walde. Wie bekannt wurde, hatte der Eisenbahnerstreik in Österreich ebenso zu erheblichen Problemen in mehreren tschechischen Firmen geführt. Allen voran seien hierbei das Chemiewerk Spolana Neratovice und das größte tschechische Stahlwerk Ispat Nová hut´ davon betroffen gewesen, hieß es.

Gewerkschafter der Energiebranche haben Streikbereitschaft ausgerufen

Rund 12.000 Beschäftigte der Nordböhmischen Bergwerke und des Energiekonzerns CEZ, der u. a. das Kernkraftwerk Temelin betreibt, sind am Freitag in Streikbereitschaft getreten. Als Grund gaben die Krisenstäbe beider Betriebsgewerkschaften am Donnerstag an, dass die Art und Weise, wie derzeit die Privatisierung der Nordböhmischen Bergwerke vor sich gehe, beiden Unternehmen sowie dem tschechischen Staat Schaden zufüge. Ziel ihrer Streikdrohung sei es, die Privatisierung in ihrer jetzigen Form zu stoppen, erklärten führende Gewerkschaftsvertreter. Der Energiekonzern CEZ war aus dem Wettbewerb um den Verkauf der staatlichen Anteile an den Nordböhmischen Bergwerken von der dafür zuständigen Kommission ausgeschlossen worden. Die Streikbereitschaft wird mindestens bis 25. November andauern, an dem der Krisenstab beider Betriebsgewerkschaften über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

Adami und Svoboda für Gleichberechtigung aller 25 EU-Mitgliedsländer

Die Republik Malta sieht es als unabdingbar an, dass in dem vorbereiteten Entwurf zur EU-Verfassung eine Gleichberechtigung aller 25 Mitgliedsländer der zukünftigen Union verankert ist. Dies erklärte der Premier des kleinsten Kandidatenlandes aus dem Kreis der zehn Beitrittsländer, Edward Adami, im Anschluss an sein Treffen mit dem tschechischen Außenminister Cyril Svoboda am Freitag in La Valetta. Malta fordert in diesem Zusammenhang - ebenso wie die Tschechische Republik, dass jeder EU-Mitgliedsstaat in der Europäischen Kommission mit einem mit Stimmrecht ausgestatteten Kommissar vertreten ist. Bei dem anschließenden Treffen mit seinem maltesischen Amtskollegen Joe Borg wurde dem Chef der tschechischen Diplomatie versichert, dass Malta die von der tschechischen Seite unterbreiteten Anregungen hinsichtlich des Aufbaus der Europäischen Kommission, der Rolle und Stellung des künftigen EU-Außenministers sowie des Teamvorsitzes in den Organen der Union begrüße. Am Vortage hatte sich in Rom auch Svobodas italienischer Amtskollege Franco Frattini in ähnlicher Art und Weise positiv zu den tschechischen Vorschlägen zur EU-Exekutive geäußert. In der italienischen Hauptstadt hatte Svoboda seine ihn derzeit durch die Mittelmeerländer führende Dienstreise begonnen.

Vaclav Havel hat die EU zu mehr Selbstreflexion aufgefordert

Der ehemalige tschechische Präsident Vaclav Havel hat am Freitag die Europäische Union zu mehr Selbstreflexion aufgefordert. Seinem Sekretär Jakub Hladik zufolge habe er diese Aussage während seines nahezu einstündigen Treffens mit der irischen Präsidentin Mary McAleese in Dublin gemacht. Tags zuvor war Havel in der irischen Hauptstadt zum "Botschafter des Gewissens" ernannt worden. Er ist der erste Träger dieser Auszeichnung, die ihm von "Art for Amnesty", der Künstlervereinigung für Menschenrechte von Amnesty International, verliehen wurde. Havel sei ein Symbol der Ära des modernen Theaters, des politischen Dissenses und des Untergangs des kommunistischen Regimes, hieß es in der Laudatio.

Dänische TDC verkauft Beteiligung an Deutsche Bank

Der dänische Telecom-Konzern TDC (Tele Danmark) verkauft seine Beteiligung am tschechischen Unternehmen Ceské Radiokomunikac an die Deutsche Bank. Wie ein Unternehmenssprecher am Freitag in Kopenhagen mitteilte, übernimmt die Deutsche Bank dabei den TDC-Anteil von 25 Prozent an der niederländischen Gesellschaft Bividion, die ihrerseits 71,9 Prozent der Anteile an Ceské Radiokomunikace hält. TDC wollte keine Angaben zum Kaufpreis machen. Nach Berechnungen der Wirtschaftsagentur RB-Brsen beläuft sich der derzeitige Börsenwert der bisherigen dänischen Beteiligung auf 400 Millionen Kronen (ca. 54 Millionen Euro).

Juventus-Star Pavel Nedved will Auswahlkarriere bis 2006 fortsetzen

Die tschechische Fußball-Nationalmannschaft muss auch in den nächsten drei Jahren nicht auf Superstar Pavel Nedved verzichten. Wie der 31-jährige Kapitän der seit 17 Spielen ungeschlagenen tschechischen Auswahl am Freitag vor Journalisten in Teplice äußerte, habe er die Absicht, seine Auswahlkarriere bis zum Jahr 2006 fortzusetzen, wenn in der Bundesrepublik Deutschland die nächste Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Zur Begründung gab der Mittelfeldmotor von Juventus Turin an, dass er wenigstens einmal eine WM-Endrunde spielen möchte und dass der derzeitige Kader der tschechischen Vertretung auch das Zeug dazu habe, sich für die Endrunde in Deutschland zu qualifizieren.

14-11-2003