Radeln für die böhmisch-bayerische Freundschaft - das Centrum Bavaria Bohemia stellt aus

Radfahren macht Spaß. Das finden auch die Mitarbeiter des Centrum Bavaria Bohemia, die passend zu diesem fitten Thema die Sommerausstellung „Rad und Kultur“ gestaltet haben. Unterstützt wurden sie dabei vom Pilsner Künstler Vladimír Líbal. Insgesamt werden vier tschechisch-deutsche Fahrradrouten vorgestellt.

Ausstellung „Rad und Kultur“ (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia)Ausstellung „Rad und Kultur“ (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia) Was verbindet Regensburg und Pilsen oder etwa Nabburg und Horšovský Týn/Bischofteinitz? Binationale und grenzüberschreitende Fahrradwege, ist die richtige Antwort. Wer Lust hat Oberfranken, die Oberpfalz und die Gegend um Pilsen oder Karlsbad zu entdecken, sollte den Radfernweg Bayern-Böhmen ausprobieren. Der Paneuropa-Radweg führt von Sulzbach-Rosenberg über Weiden ebenfalls nach Pilsen. Das Centrum Bavaria Bohemia informiert derzeit über die verschiedensten Radtourmöglichkeiten in den tschechisch-deutschen Nachbarregionen. Was die Besucher alles in der fünften Sommerausstellung des Centrum Bavaria Bohemia entdecken können, erzählt Centrums-Mitarbeiter Václav Vrbík:

„Sowohl deutsche als auch tschechische Besucher können sich bei uns über grenzübergreifende Radwege informieren. Die Ausstellung präsentiert Fotos, die mithilfe von zweisprachigen Texten erklärt werden. Außerdem liegen Prospekte aus, die über die Radwege informieren und kostenlos mitgenommen werden können. So kann der Besucher sich inspirieren lassen und später einen Ausflug mit dem Fahrrad, im Idealfall natürlich entlang dieser Radwege, machen.“

Als Ausstellungshighlight fallen dem Besucher sofort 16 lustige Illustrationen ins Auge. Entworfen hat sie der Künstler Vladimír Líbal. Dieser ließ sich von den direkt am Radweg Bayern-Böhmen liegenden Kulturschätzen inspirieren. Václav Vrbík fasst zusammen:

„Der Künstler hat einen der Radwege illustriert und das ist ihm wirklich sehr gut gelungen. Er präsentiert den Radweg auf eine ungewöhnliche Weise, die dennoch alle anspricht. Die schönen Zeichnungen hat er sehr witzig gestaltet. Für mich persönlich ist das etwas Besonderes.“

Bereits seit der Eröffnung des Centrums Bavaria Bohemia im Jahr 2006 hat sich Vladimír Líbal an den verschiedensten Projekten des Hauses beteiligt. Damals war er noch Leiter der Kulturabteilung am Bezirksamt Pilsen, heute koordiniert er das Projekt Pilsen - Europäische Kulturhauptstadt 2015. Er selbst beschreibt seine Werke folgendermaßen:

Vladimír Líbal (Foto: Plzeň 2015)Vladimír Líbal (Foto: Plzeň 2015) „Es handelt sich dabei um Bilder, die ich allein für diese Ausstellung angefertigt habe und die im Zusammenhang mit dem Ausstellungsthema ´Rad und Kultur´ stehen. Auf fast allen Bildern sind Fahrräder oder Fahrradfahrer zu sehen, die irgendeinen der Orte entlang des Radfernweges Bayern-Böhmen besuchen. Beispielsweise Weiden, Amberg und weitere deutsche Orte, aber auch Orte in Tschechien wie Chodová Planá/Kuttenplan, Mariánské Lázně/Marienbad oder Tachov/Tachau. Ich habe also versucht, in den Bildern irgendeine Burg, irgendein Haus oder irgendeine berühmte Persönlichkeit festzuhalten und das Ganze habe ich noch durch Zeichnungen von Radfahrerfiguren ergänzt.“

Ein Bild Vladimír Líbals (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia)Ein Bild Vladimír Líbals (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia) Die witzigen Bilder Vladimír Líbals wirken wie kleine Karikaturen oder bunte Zeichnungen. Sprechblasen lassen das Ganze wie ein Comic aussehen. Die Texte sind zweisprachig, wie auch die gesamte Ausstellung. Der Künstler erklärt, warum er sich gerade für dieses Thema interessiert:

„Zunächst einmal bin ich vom Centrum Bavaria Bohemia gefragt worden, ob ich nicht Lust hätte, die Bilder anzufertigen. Außerdem hat es mich gereizt, den verschiedenen gezeichneten Häusern und Gegenden eine persönliche Note zu verleihen und gleichzeitig das Ganze durch feinen Humor abzurunden.“

Inspiration fand der Pilsner sowohl auf tschechischer als auch deutscher Seite zu Genüge. Warum sich eine Fahrradtour durch Bayern und Böhmen lohnt, das weiß auch der Leiter des Centrums Bavaria Bohemia Hans Eibauer:

„Die Landschaft und das, was entlang der Radwege kulturell geboten wird, ist wirklich wunderschön. Außerdem sind die Radwege nicht allzu schwer zu befahren. Es gibt auch einige Strecken mit Steigungen. Das ist in unserem Mittelgebirge natürlich selbstverständlich. Die Radwege führen durch sehenswerte Landschaften und sowohl Tschechen als auch Deutsche sind von der Kultur- und Naturlandschaft überrascht. Ein Beispiel ist der Radweg Regensburg-Pilsen, wo man in einem tollen Ort startet und an einem ebenso tollen Ort seine Fahrradtour beendet.“

Ausstellung „Rad und Kultur“ (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia)Ausstellung „Rad und Kultur“ (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia) Den Machern der Ausstellung geht es nicht ausschließlich darum, die Besucher zum Sport zu animieren. Sie sollen sich über den Sport auch mit der Kultur und Natur der Nachbarregion auseinandersetzen. Hans Eibauer ist davon überzeugt, dass bereits einige bisherige Besucher zu einer Fahrradtour entlang der vorgestellten Routen motiviert werden konnten:

„Wir stellen fest, dass diese Ausstellung sehr viele interessierte Besucher anlockt. Die Prospekte, die wir über die Radwege ausgelegt haben, kann jeder einfach mitnehmen. Es gibt von allen Radwegen sehr schöne Zusammenstellungen in gedruckter Form. Ich denke, wir haben uns für die diesjährige Sommerausstellung ein sehr gutes Thema einfallen lassen. Außerdem glaube ich, dass wir das grenzüberschreitende Radeln nun noch bekannter machen konnten und die Leute dazu animieren nicht nur auf einer Seite der Grenze zu fahren. Wir versuchen die Besucher dazu zu bewegen auch einmal eine Zwei- oder Dreitagestour zu unternehmen und sowohl Ziele auf bayrischer als auch tschechischer Seite anzusteuern.“

Ausstellung „Rad und Kultur“ (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia)Ausstellung „Rad und Kultur“ (Foto: Archiv vom Centrum Bavaria Bohemia) Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde das grenzüberschreitende Radfahren möglich und auch durchaus populär. Den Bayrisch-Böhmischen Freundschaftsweg gibt es nun schon seit den Neunziger Jahren. Der Rundweg Bayern-Böhmen existiert seit fünf Jahren. Der Paneuropa-Radweg ist erst in den letzten Jahren entstanden und sogar Teil der Radstrecke Prag-Paris. Auch der Mitarbeiter Václav Vrbík plant eine Fahrradtour entlang des Bayrisch-Böhmischen Freundschaftsweges:

NabburgNabburg „Der ist mir allein vom Namen her schon sympathisch und verbindet zudem auch zwei besuchenswerte und schöne Städte. Nämlich die Stadt Nabburg in der Oberpfalz und die Stadt Horšovský Týn im Pilsner Bezirk. Beide Städte kenne ich ganz gut, da ich sie mehrmals schon besucht habe. Deshalb gefällt mir dieser Fahrradweg. Eine Fahrradtour würde sich sicher lohnen.“

Auch der Leiter Hans Eibauer ist regelmäßig mit dem Fahrrad auf dem Bayrisch-Böhmischen Freundschaftsweg unterwegs:

„Der Bayrisch-Böhmische Freundschaftsweg zwischen Nabburg und Horšovský Týn führt direkt am Centrum Bavaria Bohemia vorbei. Hat man so einen Radweg direkt vor seiner Haustür, dann nutzt man ihn natürlich auch. Zudem ist die Strecke sehr schön. Sie verläuft von Nabburg bis nach Schönsee entlang einer ehemaligen Bahnlinie und führt von Schönsee bis Horšovský Týn über kaum befahrene Strassen durch eine wunderschöne Naturlandschaft.“

Die Ausstellung können Sie noch bis zum 28. August im Centrum Bavaria Bohemia im oberpfälzer Schönsee besuchen. Egal, ob Sie mit dem Fahrrad, dem Auto oder zu Fuß kommen, das Zentrum Bavaria Bohemia ist die ganze Woche über für Sie geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten finden Sie unter www.bbkult.net.