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Kultursalon„Versteckspiel und offenes Geheimnis“ – Prof. Demetz über seinen Jugendfreund, den Dichter H. W. Kolben

08-10-2011 02:01 | Marco Zimmermann

Hans Werner Kolben Vergangene Woche wurde im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren ein Sammelband mit Gedichten des Prager Dichters Hans Werner Kolben vorgestellt. Der Dichter stammte aus der Industriellenfamilie Kolben. Das Familienunternehmen ist heute jedem hierzulande unter dem Namen ČKD bekannt. Der junge Kolben wurde im Jahr 1942 wegen dem „Nichttragen des Judensterns“ denunziert und starb im Februar 1945 im KZ Kaufering an Flecktyphus. Hans Werner Kolben begann bereits in Prag, Gedichte zu schreiben, und setzte dies in Theresienstadt fort. Gerettet werden konnte sein schmales Werk, weil seine Mutter als Bakteriologin das KZ überlebte und die Gedichte versteckt hatte. Die treibende Kraft hinter der Veröffentlichung der Gedichte Kolbens war sein Jugendfreund Peter Demetz, ebenfalls 1922 in Prag geboren. Er überlebte die Nazi-Zeit und emigrierte 1948 in die USA, wo er ein bekannter Schriftsteller und Germanistikprofessor wurde. Nach der Lesung sprach Professor Demetz mit Radio Prag über seinen Jugendfreund Kolben. mehr...

TagesechoMammutserie über Attentat auf Reinhard Heydrich im Tschechischen Fernsehen

06-09-2011 16:01 | Marco Zimmermann

Reinhard Heydrich Am Sonntag lief im Tschechischen Fernsehen die erste Folge einer neuen TV-Dokumentation. Thema der Serie, verteilt auf 44 Folgen, ist das Attentat auf Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamtes der Nazi-Diktatur in Deutschland und stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. Am 4. Juni 1942 wurde er bei einem Anschlag von Fallschirmspringern der tschechoslowakischen Exilarmee in Prag getötet. Als Vergeltung für das Attentat ließen die Machthaber während der so genannten „Heydrichiade“ Hunderte von Menschen verhaften und exekutieren und zerstörten die Dörfer Lidice und Ležáky. Die Ereignisse bewegen viele Tschechen bis heute. mehr...

Kapitel aus der Tschechischen GeschichteFußball in Theresienstadt: ein Holocaust-Überlebender und ein Sportpublizist erzählen

20-08-2011 02:01 | Till Janzer

In den Archiven in Theresienstadt liegt ein ganzer Berg an Akten nur zu einem Thema: dem Fußball. Denn in dem Ghetto, in das die Nazis Juden aus ganz Europa sperrten, wurde regelmäßig gekickt. Und das nicht nur zufällig, sondern mit einem kompletten Ligabetrieb. Der Fußball hatte einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben in Terezín / Theresienstadt, obwohl er überschattet war von den Transporten in die Vernichtungslager.  mehr...

Kapitel aus der Tschechischen Geschichte„Ein Gartenzwerg der europäischen Geschichte“ - Jiří Gruša demontiert den tschechischen Beneš-Mythos

06-08-2011 | Silja Schultheis

Edvard Beneš Er ist eine der zwiespältigsten Persönlichkeiten der jüngeren tschechischen Geschichte: Edvard Beneš, zweifacher tschechoslowakischer Staatspräsident, der nach dem Zweiten Weltkrieg per Dekret über zwei Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei vertreiben ließ. Vielen Tschechen gilt Beneš bis heute als Nationalheld. In einem aufsehenerregenden Essay („Beneš als Österreicher“) demontiert der Schriftsteller, frühere Diplomat und PEN-Club-Vorsitzende Jiří Gruša jetzt diesen Mythos. Beneš sei ein „Gartenzwerg der europäischen Geschichte“ und habe in den entscheidenden Momenten versagt – 1938, beim Münchener Abkommen, auf Druck Hitlers und 1948, als er den Kommunisten die Machtübernahme ermöglichte. Gruša lebt seit seiner Zwangsausbürgerung aus der Tschechoslowakei 1981 in Deutschland und war hier in den 1990er Jahren mehrere Jahre tschechischer Botschafter. Damals begann er, sich näher mit dem Thema Beneš zu beschäftigen, weil er in Deutschland ständig danach gefragt wurde. mehr...

Kapitel aus der Tschechischen Geschichte„Mühevoll aufgebaut“ – Historiker Zimmermann zum Verhältnis DDR-Tschechoslowakei

16-07-2011 | Iwi Hagenau

In der Nachkriegszeit hat sich die deutsch-tschechische Freundschaft zuerst zwischen den beiden Ostblockstaaten DDR und ČS(S)R entwickelt. Doch war es eine rein taktische Angelegenheit oder gab es auch eine gemeinsame Basis, auf der aufgebaut werden konnte? Der Historiker Volker Zimmermann vom Collegium Carolinum, der Forschungsstelle für die böhmischen Länder in München, ist diesen und weiteren Fragen nachgegangen. Im vergangenen Jahr hat er seine Forschungsergebnisse unter anderem in einem Buch veröffentlicht, dessen Titel lautet: „Eine sozialistische Freundschaft im Wandel - die Beziehungen zwischen der SBZ/DDR und der Tschechoslowakei (1945-1969)“. Mit Volker Zimmermann nun ein Interview zum Thema. mehr...

Kapitel aus der Tschechischen GeschichteEinfluss der sowjetischen Propaganda auf die tschechoslowakische Gesellschaft in der Zwischenkriegszeit

09-07-2011 | Jitka Mládková

Sowjetische Propaganda In der Zwischenkriegszeit galt die Sowjetunion für hunderttausende Europäer, darunter auch viele Tschechen und Slowaken, als Symbol des Fortschritts und als Hoffnung auf eine glückliche Zukunft. Und das, obwohl der erste „sozialistische Staat der Welt“ nicht nur alle Parameter eines totalitären Staates hatte, sondern diese durch die Willkür des Stalinschen Regimes weit übertraf. Heutzutage, da man dies weiß, stellt sich die entscheidende Frage: Wie war es möglich, dass die Kommunisten in Moskau und anderswo ein derart glaubwürdiges Bild von der Sowjetunion zu zeichnen vermochten, das der Wirklichkeit diametral gegenüberstand. mehr...

TagesechoNationalmuseum in Prag schließt seine Pforten für fünf Jahre

07-07-2011 16:31 | Marco Zimmermann

Nationalmuseum Wir haben bei uns in den Sendungen bereits mehrmals darüber berichtet: Das historische Gebäude des tschechischen Nationalmuseums in Prag muss dringend saniert werden. Nun ist es soweit, ab diesem Freitag wird es fünf Jahre für die Öffentlichkeit geschlossen. mehr...

TagesechoRosa Panzer als Symbol: Vor 20 Jahren zogen die Sowjettruppen ab

21-06-2011 16:34 | Martina Schneibergová

Foto: ČTK Ein Panzer steht seit Montag auf einem Block inmitten der Moldau in Prag. Der rosarote Koloss ist 1991 zum Symbol für den Abzug sowjetischer Truppen aus der Tschechoslowakei geworden. Mit der Installation des rosa Panzers auf der Moldau wurde die „Woche der Freiheit“ in Prag eröffnet. Bei einer Veranstaltungsreihe soll vor allem an das 20. Jubiläum des Abzugs der Sowjettruppen sowie an die Auflösung des Warschauer Paktes erinnert werden. mehr...

TagesechoWie drei Männer aus Lidice überlebten – Ausstellung in Mittelböhmen

17-06-2011 16:02 | Martina Schneibergová

Seit der Tragödie von Lidice sind 69 Jahre vergangenen. Das mittelböhmische Dorf wurde am 10. Juni 1942 von den NS-Besatzern dem Boden gleichgemacht. Die Männer aus Lidice wurden vor Ort erschossen, Frauen und Kinder ins KZ verschleppt. Einige Männer aus Lidice kämpften aber in der Zeit, als ihr Dorf von den Besatzern überfallen wurde, weit von der Heimat entfernt gegen Nazi-Deutschland. Mit diesen kaum bekannten Fakten aus der Geschichte des Ortes befasst sich eine Ausstellung, die im Bergbaumuseum Mayrau im mittelböhmischen Vinařice zu sehen ist. mehr...

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