Ähnliche Artikel

NachrichtenPräsident Zeman attackiert erneut das Tschechische Fernsehen

11-03-2015 17:50 | Annette Kraus

Staatspräsident Miloš Zeman hat seine Kritik am Tschechischen Fernsehen (ČT) erneuert. In einem Interview mit der Presseagentur ČTK sagte er am Mittwoch, das staatliche Fernsehen stünde in erheblichem Maße unter dem Einfluss der Partei Top 09. Der Sender berichte einseitig und würde seinem öffentlichen Auftrag nicht nachkommen. Zudem bezeichnete Zeman es als eine „kindische“ Retourkutsche, dass die Pressekonferenz seines Sprechers in dieser Woche nicht wie gewohnt im Fernsehen übertragen wurde.

Am vergangenen Freitag hatte Zeman den Sinn der Fernsehgebühren in Frage gestellt, und vorgeschlagen, diese in Zukunft für gemeinnützige Zwecke zu verwenden. Die Leitung des Senders bezeichnete Zemans Äußerungen daraufhin als beispiellosen Angriff auf die Unabhängigkeit des Fernsehens. 

NachrichtenZeman und Sobotka graben alten Streit um Präsidentschaftswahl 2003 aus

08-03-2015 18:19 | Lothar Martin

Präsident Miloš Zeman und Premier Bohuslav Sobotka haben einen alten Streit um die Präsidentschaftswahl im Jahr 2003 ausgegraben und sich dabei erneut zerstritten. In seinem Bericht zum bevorstehenden Parteitag der Sozialdemokraten (ČSSD) schrieb Parteichef Sobotka, dass Zemans Verhalten nach seiner ersten und nicht erfolgreichen Präsidentschaftskandidatur den Sozialdemokraten geschadet habe. Zeman bezichtigte Sobotka daraufhin der Lüge und erwiderte, dass „der Verräter nur seinen eigenen Verrat entschuldige“.

Präsident Zeman äußerte seinen Unmut über die Meinung von Premier Sobotka in einem Gespräch für das Internetportal Parlamentní listy, das am Sonntag veröffentlicht wurde. Darin behauptet der ehemalige Sozialdemokrat zudem, der Partei mit seinem Tun vielmehr geholfen zu haben, was seine Teilnahme am Wahlkampf der ČSSD im Jahr 2006 belegen würde. Dabei habe er „doch wohl auch zum damaligen Wahlergebnis der Sozialdemokraten beigetragen“, so Zeman. Parteichef Sobotka reagierte auf Zemans Äußerungen mit den Worten, dass er zu seiner Meinung stehe und sich an seiner Einschätzung zum damaligen Verhalten Zemans auch nichts ändern werde.

Miloš Zeman hat bei seiner ersten Kandidatur zum tschechischen Präsidenten im Jahr 2003 gegen Václav Klaus den Kürzeren gezogen. Bei der Wahl hätten auch einige Sozialdemokraten, darunter Bohuslav Sobotka, gegen ihn gestimmt, so Zeman. Der Parteitag der Sozialdemokraten findet Mitte Märt statt. 

NachrichtenPremier Sobotka verteidigt Zahlung von TV- und Rundfunkgebühren

07-03-2015 12:52 | Lothar Martin

Die TV- und Rundfunkgebühren seien eine Garantie dafür, dass das Tschechische Fernsehen (ČT) und der Tschechische Rundfunk (ČRo) weder abhängig seien von wirtschaftlichen Unternehmen noch von aktuellen Regierungen. Nur so könnten sie auch das öffentliche Interesse, den Bürger objektiv und tiefgründig über das Zeitgeschehen zu informieren, unabhängig wahrnehmen. Mit diesen Worten reagierte Premier Bohuslav Sobotka auf die Kritik von Präsident Miloš Zeman am öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ČT. Nach Meinung des Staatsoberhaupts erfülle das Tschechische Fernsehen den ihm zugebilligten Auftrag nicht, so dass man überlegen müsse, die TV-Gebühren der Konsumenten anderen allgemeinnützlichen Zwecke zukommen zu lassen, sagte Zeman am Freitag. Die Leitung des Fernsehsenders bezeichnete die Kritik des Präsidenten als einen beispiellosen Angriff auf die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, den es so in der Zeit der demokratischen Gesellschaft noch nicht gegeben habe.

„Besonders in einer Zeit, in der die Zahl der unabhängigen Medien schrumpfe und der mediale Einfluss verschiedener Oligarchen wachse, sei die Abschaffung der TV- und Rundfunkgebühren ein grober Fehler, der der Demokratie schade. Ein solcher Schritt hätte ebenso negative Folgen für das frei Wort, die tschechische Kultur und in letzter Konsequenz auch für alle Bürger selbst“, schrieb der Premier in einer Pressemitteilung. 

NachrichtenPräsident Zeman kritisiert öffentlich-rechtlichen TV-Sender ČT

06-03-2015 18:52 | Lothar Martin

Präsident Miloš Zeman hat am Freitag das Tschechische Fernsehen (ČT) hart kritisiert. Der öffentlich-rechtliche Sender erfülle seiner Meinung nach nicht die ihm zuerkannte Funktion, sagte Zeman zum Abschluss seines Besuchs im Pilsener Kreis. Er unterstütze deshalb den Vorschlag, dass die von den Bürgern gezahlten TV-Gebühren für allgemeinnützliche Zwecke verwendet werden sollten, erklärte Zeman. Die Leitung des Fernsehsenders bezeichnete die Kritik des Staatsoberhaupts als einen beispiellosen Angriff auf die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, den es so in der Zeit der demokratischen Gesellschaft noch nicht gegeben habe. Von derartigen Beleidigungen lasse man sich aber nicht einschüchtern, konterte der Sender.

Der Präsident reagierte mit seiner Kritik auf eine jüngste Äußerung von ČT-Generaldirektor Petr Dvořák, der bemerkt hatte, dass die Fernsehgebühren auch von Leuten ohne TV-Gerät entrichtet werden sollten. In Tschechien zahlen die Verbraucher im Monat 135 Kronen an TV- und 45 Kronen an Rundfunkgebühren. Das sind 1620 beziehungsweise 540 Kronen jährlich. Das entspricht 50,40 Euro beziehungsweise knapp 20 Euro im Jahr. 

NachrichtenPolnische Medien: Tschechische Firmen liefern trotz Embargo Waffen an Russland

03-03-2015 09:54 | Annette Kraus

Laut polnischen Medienberichten liefern tschechische Firmen trotz des Waffenembargos der EU und der USA Waffen nach Russland. Wie die Zeitung Rzeczpospolita am Montag berichtete, handelt es sich um Luftgewehre aus deutscher und amerikanischer Herstellung. Offiziell seien die Gewehre für die Jagd bestimmt, allerdings sei nicht auszuschließen, dass die Waffen in die Hände der prorussischen Separatisten in der Ukraine gelangten. Der Chef des tschechischen Aufsichtsamtes für Waffenexporte, Jan Jindřich, erklärte jedoch gegenüber dem Blatt, die Waffen würden nachweislich an Privatpersonen, nicht jedoch an Militärs verkauft. Ein Beamter der EU-Aufsicht über das Waffenembargo sagte, der Handelsstopp gelte nicht für Verträge, die vor dem 1. August 2014 geschlossen wurden. 

NachrichtenStaatsanwalt: Opfer des Amokläufers von Uherský Brod waren auf der Stelle tot

01-03-2015 16:11 | Till Janzer

Die Opfer des Amokläufers von Uherský Brod / Ungarisch Brod waren „praktisch alle auf der Stelle tot“. Keiner der acht Getöteten hätte länger als einige Minuten überlebt, dies hätten die Obduktionen gezeigt, sagte der zuständige Staatsanwalt, Roman Kafka, am Sonntag in einer Talkshow des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Kafka bestätigte zudem, dass der Attentäter allem Anschein nach unter psychischen Störungen litt.

Der 62-jährige Schütze hatte am Dienstag im Restaurant „Družba“ in Uherský Brod wahllos auf die Gäste geschossen und sich anschließend selbst getötet. Sieben Männer und eine Frau starben im Kugelhagel. Eine weitere Frau wurde schwer verletzt und wird in einem Krankenhaus behandelt. Einzig ein Mann, der zu der Zeit auf der Toilette des Restaurants war und sich dort eine Stunde lang versteckte, blieb unverletzt. 

NachrichtenJournalisten kritisieren Verflechtung politischer, ökonomischer und medialer Macht

12-02-2015 11:25 | Martina Schneibergová

Journalisten einer Initiative gegen die Einschränkung der Medienfreiheit („Free Czech Media“) haben am Mittwoch ihre eigene Internetzeitung „Svobodné fórum“ (Freies Forum) gegründet. Damit protestieren sie gegen die Verflechtung von politischer, wirtschaftlicher und medialer Macht in Tschechien. Dies richtet sich vor allem gegen das Medienimperium von Unternehmer und Vizepremier Andrej Babiš von der Partei Ano. Die Initiative schickte Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) einen offenen Brief. Darin wird der Regierungschef aufgefordert, sich mit Babišs Einfluss zu befassen. Der Vizepremier ist Eigentümer des Verlagshauses Mafra, das die Tageszeitungen Mladá fronta Dnes und Lidové noviny herausgibt. In beiden Tageszeitungen werden der Initiative vermehrt Beiträge veröffentlicht, die Babiš gegenüber unkritisch seien. 

NachrichtenFerdinand-Peroutka-Preis für Journalismus vergeben

06-02-2015 10:38 | Annette Kraus

Im Prager Nationalmuseum wurde am Donnerstag der Ferdinand-Peroutka-Preis für herausragende journalistische Arbeit verliehen. Zu den Preisträgern gehören in diesem Jahr Martin Veselovský vom Internetsender DVTV und Petr Třešňák von der Wochenzeitschrift Respekt. Veselovský war vor dem Start seines eigenen Internetprojekts jahrelang Moderator der Spätnachrichten „Události, komentáře“ im Tschechischen Fernsehen. Petr Třešňák ist stellvertretender Chefredakteur beim Wochenmagazin Respekt und hat im vergangenen Jahr bereits einen Journalistenpreis der EU erhalten. Der Ferdinand-Peroutka-Preis geht zurück auf den einflussreichen Journalisten Ferdinand Peroutka, der zu den herausragenden tschechischen Journalisten des 20. Jahrhunderts zählte. 

TagesechoKulturzentrum Dox zeigt „Charlie Hebdo“-Titelbilder

02-02-2015 16:39 | Annette Kraus

Foto: ČTK Auch in Tschechien war sie sofort vergriffen: die erste Ausgabe der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo, die nach dem Anschlag auf die Redaktion weltweit in den Verkauf kam. Die überlebenden Redakteure wollten damit ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen, ehe sie nun einige Wochen pausieren. Für alle, die sich für die Geschichte des französischen Satiremagazins interessieren, gibt es nun in Prag die Gelegenheit dazu. Die Galerie Dox zeigt Titelblätter aus den vergangenen Jahrzehnten.  mehr...

NachrichtenMeinungsumfrage: Ano-Partei bestätigt führende Position

01-02-2015 15:04 | Markéta Kachlíková

Bei der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Aisa hat die regierende Ano-Partei ihre führende Position in der Wählergunst bestätigt. Die Formierung von Multimilliardär und Finanzminister Andrej Babiš kommt nun auf 30,5 Prozent. An zweiter Stelle liegen die Sozialdemokraten von Premier Bohuslav Sobotka mit 19 Prozent, gefolgt von drei oppositionellen Parteien: der konservativen Top 09 von Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg mit 10 Prozent, den Kommunisten mit 9,5 Prozent sowie der Demokratischen Bürgerpartei ODS mit 9 Prozent. Ebenfalls würden noch die Christdemokraten als dritte Regierungskraft mit 6,5 Prozent den Sprung über die Fünfprozenthürde schaffen. Die Parlamentsbewegung Úsvit sowie die Grünen würden mit jeweils 4,5 Prozent den Einzug ins Parlament knapp verpassen. Die Ergebnisse wurden am Sonntag vom Tschechischen Fernsehen veröffentlicht. 

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