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KultursalonZdenek Primus: Die Freiheit der Fiktion
Zdenek Primus hat immer viel geschrieben. Studien, Katalogtexte und
Bücher, hauptsächlich über die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts.
Seinen ersten belletristischen Text aber verfasste er im Alter von bereits
57 Jahren. Es war der Versuch, ein Stück Familiengeschichte zu
verarbeiten, die Geschichte der Generation seiner Eltern, die geprägt war
vom Krieg. Geboren wurde Primus 1952 im mährischen Brünn als Sohn einer
deutsch-tschechischen Familie. 1977 emigrierte er nach Deutschland.
Vergangenen Dienstag hat er im Tschechischen Zentrum Berlin aus seinem Werk
„Ich bin tot“ gelesen – Radio Prag hat in der Sendreihe Aviso
darüber berichtet. Alle, die nicht dabei sein konnten, haben nun die
Gelegenheit, Zdenek Primus in unserem Kultursalon kennen zu lernen. mehr...
TagesechoDichter Rainer Maria Rilke kehrt in seine Geburtsstadt zurück: Gedenktafel am Prager Graben enthüllt
Rainer Maria Rilke, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Autor der „Duineser Elegien“ und
zahlreicher weiterer Gedichtbände, wurde am 4. Dezember 1875 in Prag
geboren. Die Beziehung des Dichters zu seiner Geburtsstadt blieb sein
ganzes Leben lang ambivalent. Er hat sie als Zwanzigjähriger für immer
verlassen, doch in seinen Werken blieb Prag immer präsent. An diesem
Mittwoch ist Rainer Maria Rilke symbolisch in seine Heimatstadt
zurückgekehrt: Am Haus Nummer 16 am Prager Graben wurde für ihn eine
Gedenktafel feierlich enthüllt. Besonders dafür eingesetzt hat sich das
Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren. Radio Prag aht bei der
feierlichen Einweihung die Direktorin des Literaturhauses, Lucie
Černohousová, ans Mikrophon gebeten. mehr...
KultursalonLudvík Aškenazy - vom Kriegsreporter zum Kinderbuchautor
Ende Februar strahlte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) das
Kinder-Hörspiel „Milena“ über zwei böhmische Hitzköpfe aus: über
den Müller Haferflocke und den Fischer Karpfenflosse. Es war nicht die
erste Ausstrahlung dieses Stücks im deutschen Radio, aber es geschah aus
aktuellem Anlass. In diesem Jahr wäre der Autor des Hörspiels, Ludvík
Aškenazy, 90 Jahre alt geworden. Zudem sind 25 Jahre seit dem Tod
Aškenazy vergangen. Ludvík Aškenazy wurde bis Ende der 1960er Jahre in
der Tschechoslowakei viel gelesen, doch anschließend war der Autor vom
kommunistischen Regime für zwei Jahrzehnte verboten. Ein Porträt. mehr...
Tagesecho„Amadito & Friends“: neue internationale Kinder- und Jugendbuchhandlung in Prag
„Amadito & Friends“ heißt eine neue Buchhandlung in Prag, die sich
speziell am Geschmack junger Leser orientiert. Das Besondere: Die
angebotene Literatur ist auf Englisch, Französisch und Deutsch. Olivia
Antelmann aus Deutschland leitet gemeinsam mit einer französischen
Kollegin diesen Laden. Iwi Hagenau hat mit ihr gesprochen. mehr...
Kultursalon„Versteckspiel und offenes Geheimnis“ – Prof. Demetz über seinen Jugendfreund, den Dichter H. W. Kolben
Vergangene Woche wurde im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren
ein Sammelband mit Gedichten des Prager Dichters Hans Werner Kolben
vorgestellt. Der Dichter stammte aus der Industriellenfamilie Kolben. Das
Familienunternehmen ist heute jedem hierzulande unter dem Namen ČKD
bekannt. Der junge Kolben wurde im Jahr 1942 wegen dem „Nichttragen des
Judensterns“ denunziert und starb im Februar 1945 im KZ Kaufering an
Flecktyphus. Hans Werner Kolben begann bereits in Prag, Gedichte zu
schreiben, und setzte dies in Theresienstadt fort. Gerettet werden konnte
sein schmales Werk, weil seine Mutter als Bakteriologin das KZ überlebte
und die Gedichte versteckt hatte. Die treibende Kraft hinter der
Veröffentlichung der Gedichte Kolbens war sein Jugendfreund Peter Demetz,
ebenfalls 1922 in Prag geboren. Er überlebte die Nazi-Zeit und emigrierte
1948 in die USA, wo er ein bekannter Schriftsteller und
Germanistikprofessor wurde. Nach der Lesung sprach Professor Demetz mit
Radio Prag über seinen Jugendfreund Kolben. mehr...
KultursalonJosef Hofbauer und „Der Marsch ins Chaos“. Ein Roman über den Ersten Weltkrieg von einem Arbeiterschriftsteller aus Teplitz
Die deutsche Sozialdemokratie in der ersten Tschechoslowakischen Republik
ist ein Thema, dass in jüngster Zeit häufiger von Historikern
aufgegriffen wurde. Unter ihnen gab es auch einige talentierte
Schriftsteller und Literaten. Die so genannten Arbeiterschriftsteller sind
aber häufig in Vergessenheit geraten. Deswegen wollen wir ihnen heute
einen dieser Schriftsteller vorstellen, dessen erstes Buch zu den
bekanntesten österreichischen Anti-Kriegs-Romanen gehörte.
mehr...
Heute am MikrophonSven Regener: „Ich bin nicht Frank… - und der Sänger von U2 kann mich mal“
Sven Regener ist lange Zeit nur als Musiker bekannt gewesen, als Texter,
Sänger und Trompeter der mittlerweile schon legendären Band Element of
Crime. Die Poesie seiner Songtexte bewegt sich zwischen Melancholie,
gepflegtem Phlegmatismus und bissigem Humor. Das sind auch wesentliche
Eigenschaften seines 80er-Jahre-Romanhelden Herr Lehmann. Die Trilogie um
den Berliner aus Bremen wurde zu einem Bestseller des Jahrzehnts. Der erste
Teil erschien vor kurzem auf Tschechisch. Der Autor Sven Regener ist in
diesem Jahr Gast auf der Prager Buchmesse, eingeladen vom Goethe-Institut
Prag im Rahmen des Projektes „Das Buch“. Christian Rühmkorf hat Sven
Regener vor das Mikrofon gebeten. mehr...
TagesechoRekordzahl von Teilnehmern und Goethe-Institut mit eigenem Stand: „Welt des Buches“ in Prag
„Svět knihy“ – zu Deutsch die „Welt des Buches“ – heißt die
internationale Buchmesse, die nicht nur Verleger aus Tschechien und dem
Ausland anzieht, sondern vor allem auch passionierte Leser. Am Donnerstag
hat die Buchmesse auf dem Prager Ausstellungsgelände bereits zum 17. Mal
ihre Tore geöffnet. mehr...
TagesechoMarbach und Oxford retten Kafka vor dem Hammer
In zwei Wochen sollten Franz Kafkas „Briefe an Ottla“ in Berlin
versteigert werden – darüber haben wir bereits berichtet. Wie am Montag
bekannt gegeben wurde, hat das Deutsche Literaturarchiv in Marbach die
Briefe gemeinsam mit der Bodleian Library in Oxford gekauft. Die Auktion
ist geplatzt – oder aus Sicht der Wissenschaftler: Die Gefahr ist
gebannt, dass die Sammlung in Privathand gelangt und somit für die
Forschung verloren geht. mehr...
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